21. Juli 2019 
 
14. Januar 2019

imm cologne: „Es ist sinnvoll, mehr in Export zu investieren“

Rund ein Drittel der gesamten deutschen Möbelproduktion geht aktuell in den Export. Dass dies zu wenig ist, daran lässt HDH/VDM-Verbandschef Jan Kurth keine Zweifel. „Unser Potenzial sehen wir außerhalb der Europäischen Union. Hier vor allen Dingen in den Emerging Markets Asiens, in Russland, und den USA“, sagt Kurth im Interview mit DIE MESSE.

Foto: HDHFoto: HDH
Made in Germany: Weltweit wächst das Interesse an deutschen Möbeln, bei den Exportzahlen ist allerdings noch viel Luft nach oben.
Herr Kurth, gut ein Drittel der deutschen Möbelproduktion geht derzeit in den Export. Warum ist das zu wenig?
Das hat mehrere Gründe: Zum einen hat die deutsche Möbelindustrie ein sehr viel höheres Potenzial als sie mit dem einem Drittel derzeit verwirklicht. Zum anderen verkaufen wir in Deutschland anteilig nur noch rund 35 Prozent Möbel Made in Germany. Und in den vergangenen Jahren haben wir uns sehr auf den Inlandsmarkt konzentriert und dabei leider deutlich an Anteilen verloren. Daher ist es mehr als sinnvoll, jetzt mehr in Exportstrategien zu investieren. Auf der Welt gibt es genügend sogenannte Emerging Markets, die großes Interesse an Möbeln aus Deutschland haben. Die gute Qualität, das gute Design, die Lieferzuverlässigkeit unserer deutschen Hersteller und das wachsende Interesse an deutschen Möbeln weltweit. All das sind Gründe, warum der Export steigen sollte.

Im ersten Halbjahr 2018 konnten die deutschen Möbelexporte um 2,2 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Wie ist das zweite Halbjahr verlaufen?
Das Außenhandelsdefizit im Bereich Möbel sank 2018 weiter. Deutschland importierte in den ersten neun Monaten 2018 Möbel im Wert von rund 9,47 Milliarden Euro und führte im gleichen Zeitraum Möbel im Wert von rund 8,14 Milliarden Euro aus. Das Außenhandelsdefizit lag somit bei 1,33 Milliarden Euro. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug damit 16,3 Prozent. Der Grund für diese Entwicklung ist das deutliche Wachstum der deutschen Möbelexporte bei einem durch die aktuelle Schwäche des Inlandsmarktes verursachten leichten Rückgang der Möbelimporte. Für das Gesamtjahr 2018 und damit auch das zweite Halbjahr erwarten wir eine Stabilität dieses Wertes. Insgesamt rechnen wir mit einem Umsatzplus von zwei bis drei Prozent im Export.

Welche Märkte sind besonders wichtig, wo sehen Sie noch Potenzial?
Derzeit sind die europäischen Märkte unsere wichtigsten Exportmärkte. Allen voran Frankreich, gefolgt von der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Großbritannien. Unser Potenzial sehen wir außerhalb der Europäischen Union. Hier vor allen Dingen in den Emerging Markets Asiens, in Russland, und den USA.

Welche weiteren Hebel sind anzusetzen, um die Exporte zu steigern?
Wir werden innerhalb der Möbelindustrie Arbeitsgruppen bilden, die sich um einzelne Märkte kümmern. Zum Kümmern gehört zunächst die Zurverfügungstellung von Fakten. Hier wird zum einen das Potenzial der Märkte, deren Struktur auf Handelsseite, aber auch die Thematiken Zoll, Logistik, Verpackung etc. analysiert. Danach sind Fact Finding Tours zu Messen in den fokussierten Regionen, zum Besuch von Händlern, und zum Besuch von dortigen Möbelindustrieunternehmen geplant. Eine Rolle wird im Anschluss auch das Auslandsmesseprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums spielen, welches außerhalb Europas Messeauftritte für deutsche Möbelhersteller finanziell fördert.
Eine weitere Stellschraube, die der VDM gerne unterstützt, liegt sicher in der Digitalisierung. 14 Prozent aller in Deutschland verkauften Möbel wurden online bestellt. Tendenz weltweit weiter steigend. Auch hier liegt für viele unserer Hersteller eine weitere Chance im internationalen Wettbewerb. Im Sommer hatte der VDM außerdem einen Exportleitfaden herausgegeben, der schon jetzt viele Unternehmen bei Detailfragen unterstützt. Dieser wird ständig aktualisiert und steht als Download im Internet unter www.moebelindustrie.de zur Verfügung.

Sie sind davon überzeugt, dass sich der Export zum wichtigsten Wachstumsmotor der deutschen Möbelindustrie entwickeln wird. Wie ist Ihre Prognose für die kommenden Jahre?
Deutschland ist in vielen Branchen Exportweltmeister. Wir wünschen uns für die deutsche Möbelindustrie, dass sie bis zum Jahr 2025 einen Exportanteil von 50 Prozent erwirtschaften wird. Schließlich geht es auch darum, Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten.
Als Nebeneffekt eines erfolgreichen Exports erhoffen wir uns natürlich auch eine Sensibilisierung des deutschen Konsumenten. Nach der Logik: Made in Germany Möbel sind weltweit immer beliebter ... dann schaue ich im deutschen Möbelhandel auch mal gezielter und genauer danach. Der Export wird sicherlich der wichtigste Wachstumsmotor, aber wir haben auch einen großen deutschen Markt, den wir klug bedienen wollen.
Der deutsche Verbraucher orientiert sich schließlich auch in anderen Branchen nach dem Made in Germany. Bei Autos mit dem Qualitätsversprechen der Marke, bei Sportartikeln quasi traditionell und bei Lebensmitteln punktet inzwischen sogar eine regionale Herkunft. Wir müssen zusammen mit dem Handel hier Begehrlichkeiten für unsere deutschen Möbel wecken.

Welche Impulse erhoffen Sie sich von der imm cologne 2019?
Die imm cologne ist immer der Auftakt für das neue Möbeljahr. Und sie ist anders als andere Messen auch immer noch Ordermesse. So erwarten unsere deutschen Aussteller gute nationale und vor allem internationale Geschäfte. Impulse gehen dafür auch von den Innovationen aus, vom guten Design, den schönen Präsentationen und der erwarteten guten Stimmung auf der imm cologne 2019.

http://www.imm-cologne.de/

 

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