25. September 2018 
 
8. Juli 2018

Verkehrssicherheit: „Wir müssen uns alle umsichtiger bewegen“

Auf den Straßen wird es enger und damit gefährlicher. Sicherheitstraining ist deshalb gerade für Fahrradfahrer wichtig, insbesondere für Kinder und Senio­ren. Typische Fehler von Radfahrern sind „Regel-Unkenntnis, Bequemlichkeit oder riskantes Verhalten“, sagt Hannelore Herlan, Pressesprecherin der Deutschen Verkehrswacht.

Foto: Deutsche VerkehrswachtFoto: Deutsche Verkehrswacht
Richtiges Fahren will früh geübt sein.
Frau Herlan, die Deutsche Verkehrswacht ist auf der Messe Eurobike an Stand Nr. FW-223 zu finden. Welche Schwerpunkte setzen Sie in diesem Jahr in Friedrichshafen?
Auf der diesjährigen Eurobike präsentieren wir das Thema „Radfahren lernen“. Dass Kinder früh aktive Verkehrsteilnehmer werden, liegt der Deutschen Verkehrswacht sehr am Herzen. Wir unterstützen darum Eltern mit nützlichen Anregungen und Hinweisen, wie sie ihre Kinder sicher und altersgerecht vom Laufrad bis zur Radfahrausbildung in die Grundschule bringen. Zum Radfahren lernen bieten wir eine sehr praxisnahe Info-Broschüre an.

In der letzten Zeit ist es immer wieder zu schweren Unfällen gekommen zwischen Autos oder LKWs und Fahrradfahrern. Sind die Straßen für Fahrradfahrer gefährlicher geworden oder mangelt es an der nötigen Vorsicht, sowohl auf Seiten der Fahrrad- als auch der Kraftfahrer?
Die genannten Unfälle gibt es leider schon seit sehr vielen Jahren, doch mit dem vermehrten Verkehrsaufkommen wird es im wahrsten Sinn des Wortes „enger“ auf den Straßen und gefährlicher – besonders für Radfahrer, die ungeschützt sind und keine Knautschzone haben wie Autofahrer. Gerade im Innenstadtbereich kommt es leider vermehrt zu Konflikten und auch Unfällen. Die Situation mit abbiegenden LKW ist aufgrund des „toten Winkels“ für Radfahrer besonders gefährlich. Wir setzen uns darum für Abbiegeassistenten ein, die den Fahrer rechtzeitig warnen können, wenn ein Radfahrer oder Fußgänger übersehen wird. Wir müssen uns aber generell alle umsichtiger auf den Straßen bewegen und rücksichtsvoller sein, denn das Verkehrsaufkommen wird weiter steigen und infrastrukturelle Verbesserungen lassen noch auf sich warten.

Was sind die typischen Fehler von Fahrradfahrern im Straßenverkehr?
Typische Fehler ergeben sich durch Regel-Unkenntnis, Bequemlichkeit oder riskantes Verhalten. Der Radweg wird in falscher Richtung benutzt oder es wird unerlaubt auf dem Gehweg gefahren. Auch das Rechts-Vorbeifahren an wartenden Autos ist problematisch. Das ist zwar erlaubt, allerdings nur, wenn ausreichend Platz ist – und der fehlt in der Regel! Letztlich sind die Räder selbst nicht immer verkehrssicher ausgestattet, besonders die Beleuchtung ist oft unzureichend, was sie bei schlechten Lichtverhältnissen in Gefahr bringt. Typische Fehler sind auch das Überfahren von roten Ampeln, kein Handzeichen beim Abbiegen und Spurwechsel oder der fehlende Schulterblick; allerdings kann man eine ähnliche Liste auch für Autofahrer aufstellen.

Lastenräder sind zu den neuen Trendsettern urbaner Mobilität geworden, ob nun allein mit Muskelkraft betrieben oder unterstützt durch Elektromotor. Die Eurobike widmet diesem Thema in der Rothaushalle A1 erstmals eine prominente Bühne. Ergeben sich durch diese Verkehrsteilnehmer neue Herausforderungen für die Verkehrssicherheit in Städten, schließlich unterscheiden sich Cargobikes allein aufgrund ihrer Dimension von herkömmlichen Fahrrädern?
Lastenräder sind meist länger, breiter und je nach Zuladung auch bedeutend schwerer als andere Räder. Sie haben dadurch ein spürbar anderes Fahrverhalten, denn Schwerpunkt, Wendekreis und Lenkung sind anders als bei normalen Fahrrädern. Das ist erst einmal ungewohnt und in komplexeren Verkehrssituationen auch nicht ganz ungefährlich. Am besten nimmt man sich Zeit und dreht mit Gepäck oder Beifahrern vorher einige Übungsrunden, bis sich ein „Gefühl für das Fahrzeug“ einstellt.

Elektromobilität bleibt einer der Leittrends auf der Eurobike. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) wurden 2017 nochmals 19 Prozent mehr als im Vorjahr verkauft. Gleichzeitig hat die Zahl der Unfälle mit Pedelecs überproportional zugenommen, betroffen sind insbesondere ältere Radfahrer. Brauchen E-Bike-Fahrer extra Fahrtraining oder muss gar der Gesetzgeber etwas ändern?
Studien zeigen, dass Senioren als Hauptnutzergruppe von Pedelecs mit dem Handling oft überfordert sind und verunglücken. Fahrtrainings sind gut geeignet, um schneller und besser mit der elektrischen Tretunterstützung und den höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten zurecht zu kommen. Viele unserer 600 Ortsverkehrswachten bieten praktische Kurse für Pedelec-Fahrer an, um ihnen den Umstieg auf das neue Fahrzeug zu erleichtern. Allerdings reicht das allein nicht aus. Auch die Händler sind gefragt. Wir meinen, dass schon beim Kauf eine Einweisung in die Handhabung erfolgen und eine Probefahrt angeboten werden sollte; viele unserer Kursteilnehmer haben das nicht erhalten. Wir meinen, dass es vermehrt derartige freiwillige Maßnahmen geben müsste; nur wenn dies nicht fruchtet, sollten gesetzgeberische Maßnahmen eingeleitet werden.

Die Eurobike gilt als Leistungsschau der Branche. Auf welche Innovationen sind Sie persönlich in diesem Jahr besonders gespannt?
Wir halten jedes Jahr die Augen offen, was sich in Sachen Sicherheitstechnik bei den Herstellern tut. Wie schon angesprochen, sind wir bei Pedelecs aufmerksam. Bekleidung finden wir ebenfalls interessant. Was trägt der Radfahrer von morgen, und gibt es vielleicht etwas Neues bei Helmen?

https://www.deutsche-verkehrswacht.de/
http://www.eurobike-show.de/

 

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