27. November 2020 
 
16. Februar 2020

EuroShop 2020: „Das Bargeld ist auf dem Rückzug“

Wie steht es in puncto Mobile Payment aktuell um die Gunst am Point of Sale? Diese und weitere aktuelle Fragen zum Mobile Commerce beleuchtet die Mobile in Retail Studie 2019. Dazu befragte GS1 Germany im August 2019 renommierte Händler, Markenartikelhersteller sowie Banken, Finanzdienstleister, Wallet-Anbieter und Kreditkartenorganisationen. Sie schätzen in der Studie die derzeitigen Herausforderungen, Potenziale und Erwartungen hinsichtlich der wichtigsten Themen im Mobile Commerce, insbesondere Mobile Payment, ein. Im Gespräch mit DIE MESSE fasst Studienleiter Ecan Kilic die Ergebnisse zusammen.

Foto: Jonas LeupeFoto: Jonas Leupe
Die Bedeutung von Mobile Payments am POS wächst.
Wie verändert sich das Zahlungsverhalten der Deutschen am POS?
Das EHI hat in seiner repräsentativen Umfrage bereits festgestellt, dass das Bargeld in Deutschland auf dem Rückzug ist. 2018 wurden erstmals weniger als 50 Prozent aller Einkäufe am POS mit Bargeld bezahlt. Momentan wird stattdessen vorwiegend mit Debit-/ Kreditkarten und elektronischem Lastschriftverfahren bezahlt. In unserer Mobile-in-Retail-Studie 2019 haben wir uns auf die Zahlungsmethoden der Zukunft, das heißt der kommenden fünf Jahre konzentriert und hier erwarten Händler, Banken und Zahlungsdienstleister einen klaren Anstieg des Mobile Payment, also des Bezahlen mit dem Smartphone. Die Befragten gehen davon aus, dass bereits 2024 mehr als 20 Prozent aller Zahlungen mit dem Handy erfolgen. Das ist ein Anstieg um 19 Prozent im Vergleich zu heute. Der Trend des kontaktlosen Bezahlens wird sich damit weiter fortsetzen, bereits heute kann man ja am POS fast überall kontaktlos mit der Karte bezahlen. Diese Technologie ist der Wegbereiter für das Mobile Payment.

Welche Schritte sollten Hersteller und Händler jetzt unternehmen, um sich auf die veränderte Zahlweise der Kunden vorzubereiten?
Eigentlich müssen die Händler nicht viel tun, da die meisten ja bereits kontaktlose Terminals am POS einsetzen. Die Technologie ist bereits so weit fortgeschritten, dass an diesen problemlos mit dem Smartphone bezahlt werden kann. Daneben erwarten wir aber auch, dass sogenannte SEPA Instant Payments und damit Echtzeitzahlungen in Zukunft eine Rolle spielen werden. Die Banken arbeiten momentan mit Hochdruck daran, echtzeitfähig zu werden. Gleichzeitig entwickeln wir gemeinsam mit Zahlungsdienstleistern und Händlern eine Lösung, die diese Zahlart am POS ermöglicht. Ich rechne damit, dass das Thema uns spätestens ab 2021 beschäftigen wird, beziehungsweise am POS verfügbar sein wird.

Welche Vorteile ergeben sich durch die neuen Technologien?
Für die Händler hat die neue Technologie definitiv viele Vorteile: Die Zahlungsabwicklung ist deutlich effizienter, zudem reduzieren sich die Kosten, die durch das Bargeldhandling entstehen.

Welche Ergebnisse der Studie haben Sie am meisten überrascht?
Überraschend ist, dass mehr als 25 Prozent der Befragten aus dem Handel sich offen für die Akzeptanz von Cryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Dash & Co. zeigen. Bei den Banken sind es sogar mehr als 75 Prozent. Wenn sich diese sogenannten Blockchain-Währung weiter verbreitet und von einem reinen Spekulationsobjekt zu einem Zahlungsmittel wird, dann ist der Handel offensichtlich bereit, dies am POS zu ermöglichen. Ich rechne damit, dass das in fünf bis sieben Jahren durchaus Realität werden könnte. Ein anderes Thema sind Zahlungsmethoden wie Alipay und WeChat-pay, die für den allgemeinen Handel nicht wirklich interessant sind, wohl aber für einige ausgewählte Läden, am Flughafen beispielsweise oder auch in Orten mit hohem Touristenaufkommen, zum Beispiel mit vielen Besuchern aus China.

Die Ergebnisse der Studie beziehen sich auf Deutschland: Wie sieht es in anderen Ländern aus, wie fortschrittlich ist Deutschland im Vergleich?
Deutschland ist nach wie vor ein Cash-Land, ebenso wie Österreich. Andere Länder wie Schweden und Dänemark sind beim digitalen Bezahlen viel weiter. Das hat etwas mit den Kosten für die Bargeldver- und -entsorgung zu tun, da wir hier über ganz andere Entfernungen sprechen. Genau wie diese beiden Länder hat auch die Schweiz eine eigene Mobile-Payment-Lösung entwickelt.

www.euroshop.de

 


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