16. November 2018 
 
4. September 2018

SMM: „Tiefseebergbau für Zukunft unerlässlich“

Manganknollen gehören zu den wertvollen Schätzen, die in der Tiefsee lagern. „Sie bestehen im Wesentlichen aus Mangan, Eisen, Kupfer, Nickel, Kobalt und Titan, den Spurenmetallen Molybdän und Lithium sowie Seltenen Erden“, erläutert Dr. Walter L. Kuehnlein, Vorstandschef der Gesellschaft für Maritime Technik im Gespräch mit DIE MESSE.

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Objekt der Begierde im Tiefseebergbau: Manganknollen vereinen wertvolle Metalle.
Wie sich Tiefsee-Schätze und Ressourcen in der Arktis mit maritimer Technologie schonend erschließen lassen, steht im Mittelpunkt des Offshore Dialogue auf der SMM. Warum ist eine schonende Erschließung essenziell?
Eine schonende Nutzung der Ozeane, ja der Erde insgesamt, ist essenziell für alle zukünftigen Aktivitäten der Menschheit. Der Offshore Dialogue will im Panel 1: „The unknown oceans – exploration for the balance between use and conservation” aufzeigen, dass durch den Einsatz modernster Technologien unter Berücksichtigung höchster Umweltanforderungen und -standards Tiefseebergbau in Zukunft erheblich umweltverträglicher als Landbergbau durchgeführt werden kann.

Welche wertvollen Rohstoffe „schlummern“ in den Meerestiefen und in der Arktis?
In der Tiefsee lagern vor allem Manganknollen, polymetallische Mangankrusten und Massivsulfide. Manganknollen bestehen im Wesentlichen aus Mangan, Eisen, Kupfer, Nickel, Kobalt und Titan, den Spurenmetallen Molybdän und Lithium sowie Seltenen Erden.
Polymetallische Mangankrusten enthalten insbesondere Spurenmetalle wie Kobalt, Titan, Molybdän, Zirkon, Tellur, Wismut, Niob, Wolfram, leichte Seltene Erden sowie Platin. In der Arktis werden in Zukunft neben den mineralischen Rohstoffen vor allem die großen Gasvorkommen an Bedeutung gewinnen.

Welche neuen Technologien sind hier für die Erschließung besonders spannend?
Hier geht es um die Entwicklung neuer innovativer und umweltschonender Technologien für die gesamte Wertschöpfungskette des Tiefseebergbaus für Exploration, Förderung und Verarbeitung der Ressourcen. Darüber hinaus geht es um die Gestaltung der Umweltanforderungen für zukünftige Tiefseebergbauprojekte. Deutschland hat hier die Chance, an der Entwicklung der interna­tionalen Standards für einen kommerziellen Tiefseebergbau mitzuarbeiten und Umweltanforderungen auf ein weltweit höchstes Niveau zu bringen!

Welche Herausforderungen sind dabei zu meistern?
Deutschland verfügt über Lizenzgebiete für die Erkundung von Manganknollen im Pazifik und von Massivsulfiden im Indischen Ozean. Notwendig sind politische Entscheidungen zur Vorbereitung und Durchführung von Pilot-Mining-Tests in den beiden deutschen Lizenzgebieten für Manganknollen und Massivsulfide.
Für eine umfassende Bewertung möglicher Umweltauswirkungen eines zukünftigen kommerziellen Tiefseebergbaus ist die vorherige Durchführung und Bewertung dieses Pilot-Mining-Tests zwingend notwendig.

Was steht darüber hinaus auf der Agenda des Offshore Dialogue?
Im Panel 2: „Heading North – technologies for a responsible development of the Arctic” geht es vor allem um eine sichere und saubere Schifffahrt in arktischen Gebieten. Dies schließt auch die Entwicklung modernster umweltfreundlicher eisgehender Forschungsschiffe für die Erkundung der Arktis sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit der Arktis mit ein.

Ein Ausblick: Welche neuen Perspektiven bietet der Tiefseebergbau und die Nutzung arktischer Ressourcen mittel- bis langfristig für die Branche?
Große Chancen für deutsche Unternehmen ergeben sich durch Entwicklung neuer innovativer und nachhaltiger Technologien für die gesamte Wertschöpfungskette des Tiefseebergbaus (Exploration, Förderung und Verarbeitung). Die internationalen Aktivitäten im Tiefseebergbau werden zunehmen, und somit entwickelt sich auch ein Export-Markt für deutsche High-Tech-Produkte.
Die oben genannten Metalle werden für die E-Mobilität im gesamten Transportsektor, für alle IT-Technologien, die Digitalisierung der Wirtschaft und die Energiewende in Deutschland entscheidend sein.
Der zukünftige kommerzielle Tiefseebergbau erschließt zusätzliche sichere, politisch stabile und verlässliche Bezugsquellen für Kupfer, Kobalt, Nickel, Gold, Silber sowie leichte und schwere Seltene Erden und ist daher unerlässlich für eine sichere Zukunft der deutschen Wirtschaft.

Herr Dr. Kuehnlein, vielen Dank für das Gespräch.

https://www.maritime-technik.de/

 


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