MEDTEC 2014

•••2••• Branchennews Konkrete Maßnahmen müssen folgen Expertengruppe diskutiert über optimale Strategien in der Medizintechnik D er Branchenverband SPECTA- RIS sieht die Fortführung des Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ der Bun- desregierung positiv. „Es ist zu begrüßen, dass mit der Strategiekonferenz der bereits vor zwei Jahren eingeleitete Dia- log zur Identifizierung von Inno- vationshürden in der Medizintech- nik wieder Fahrt aufnimmt. Jetzt muss es darum gehen, konkrete Maßnahmen einzuleiten, um die identifizierten Problemfelder auch einer Lösung zuzuführen“, so Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei SPECTARIS. Im Rahmen des Nationalen Stra- tegieprozesses hatten sich das Forschungsministerium, das Ge- sundheitsministerium sowie das Wirtschaftsministerium in einer Expertengruppe mit der Industrie und Wissenschaft zusammenge- tan. Ende 2012 wurde der Ergeb- nisbericht vorgelegt. Für die bei SPECTARIS organisier- ten Unternehmen haben sich im Wesentlichen zwei Herausforde- rungen entlang der Innovations- kette herauskristallisiert: Zum einen können die Finanzierung von Studien und der Nachweis des Nutzens von medizinischen Produkten von den meist mittel- ständischen Herstellern oftmals nicht geleistet werden, da die Her- steller in der Regel weder den zu leistenden Aufwand noch das Er- gebnis des Verfahrens verlässlich einschätzen können. SPECTARIS schlägt daher vor, die Finanzie- rung der Studien als Anschubfi- nanzierung in den nächsten Jah- ren über den Gesundheitsfonds der Gesetzlichen Krankenversi- cherung zu bezahlen und dafür ein Prozent der Mittel des Ge- sundheitsfonds vorzuhalten. Zum anderen stellt die Beschrän- kung auf den rein medizinischen Patientennutzen ein großes Pro- blem dar, wenn ein neues Me- dizinprodukt im Rahmen einer neuen Untersuchungs- oder Be- handlungsmethode bewertet wird. „Unserer Auffassung nach müs- sen neben dem bisher schon be- rücksichtigten unmittelbaren medizinischen Patientennutzen auch andere Nutzendimensionen in Entscheidungen über die Erstat- tung von Medizinprodukten bzw. Methoden einfließen, wie zum Beispiel das finanzielle Einsparpo- tenzial, welches ein neues Verfah- ren bieten kann“, sagte Marcus Kuhlmann. SPECTARIS schlägt daher vor, ge- setzlich zu verankern, dass Ent- scheidungsgremien diese indi- rekten Nutzenelemente bei ihren Entscheidungen berücksichtigen müssen, solange der direkte Pati- entennutzen mit anderen Verfah- ren gleichwertig ist. Studien, die den Nutzen von Medizintechnik beweisen, sind oft sehr kostenintensiv. Foto: Michael Bührke / pixelio.de Memorandum of understanding Cooperation between AdvaMed and TAMTA The U.S. Advanced Medical Technology Association (AdvaMed) announced that it has entered into a memorandum of under- standing (MOU) with the Taiwan Advanced Medical Technology Association (TAMTA) to facilitate collaboration between the two organizations. Under the MOU, AdvaMed and TAMTA agree to work together to “identify and implement projects and activities” to advance patient care, improve health care systems and sup- port the medical technology industry in the U.S. and Taiwan. “Taiwan is one of Asia’s most influential health care markets, serv- ing as a reference point for clinical practice and health care policy throughout Northeast Asia,” said Stephen J. Ubl, president and CEO of AdvaMed. “Taiwan’s health care system is facing significant challenges as a result of an aging population and cost-containment pres- sures. Medical technology can provide solu- tions to these challenges, which makes this MOU all the more important.” Formed in August 2013, TAMTA was estab- lished by representatives of multinational medical technology companies who have a presence in Taiwan. “TAMTA is devoted to the advancement and promotion of the medi- cal technology industry, innovation in the interests of patients and health care profes- sionals, a commitment to an agreed set of ethical business practices, and the continual advancement of health care in the public in- terest in Taiwan,” said James Hsiao, chairman of TAMTA. “We serve as an advocate and a partner with the Taiwanese government, and we look forward to close engagement with AdvaMed on these efforts.” AdvaMed mem- ber companies produce the medical devices, diagnostic products and health information systems that are transforming health care through earlier disease detection, less inva- sive procedures and effective treatments. Taiwan – one of Asia’s most influential health care markets Photo: Karl-Heinz Schack / pixelio.de Ma geschneidert Neue Broschüre stellt Forschungsarbeiten vor Mit der Broschüre „PaCE – Pa- tient Customized Engineering“ stellt der Aachener F&E-Verbund „innovating medical technolo- gy in.nrw“ seine aktuellen For- schungsarbeiten im Themenfeld der personalisierten Medizintech- nik vor. Personalisierte, das heißt indi- vidualisierte Produkte, sind aus dem heutigen Leben kaum mehr wegzudenken. Der Begriff „Mass Customization“ ist in aller Munde und die Tatsache, Produkte zu be- sitzen, die exakt an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse ange- passt sind, ist längst kein Luxus mehr, ob das selbst zusammenge- stellte Müsli mit den Lieblingszu- taten, das eigenhändig gestaltete Hemd oder die Schokolinse, be- druckt mit dem eigenen Namen. Mittlerweile hat dieser Trend auch in der Medizin Einzug gehalten: Die personalisierte Medizin steht für eine maßgeschneiderte, an das individuelle genetische Mus- ter eines Patienten angepasste Arzneimitteltherapie. So sollen zum Beispiel diagnostische Bio- marker vorab zeigen, ob und wie ein Medikament beim Patienten wirkt. Das Spektrum der Persona- lisierung muss jedoch wesentlich weiter gefasst werden, denn pa- tientenadaptierte Lösungen und Therapien sind mittlerweile auch in medizintechnischen Applikati- onen immer mehr auf dem Weg zum Patienten. Seit September 2010 arbeiten rund 40 Partner aus Industrie, Klinik und Wissenschaft der Aa- chener Region im Rahmen des Ziel2-Projekts „innovating medi- cal technology in.nrw (medtec-in. nrw)“ daran, maßgeschneiderte medizintechnische Lösungen für Herz-Kreislauf-Patienten zu ent- wickeln. Ziel ist, die medizinische Behandlung durch patientenindi- viduelle Adaption effektiver und nebenwirkungsärmer zu gestal- ten. Die Berücksichtigung der spezifischen anatomischen und physiologischen Besonderheiten des Patienten bei der Herstellung von Medizinprodukten spielt hier eine zentrale Rolle. In der Broschüre „PaCE“ wird je- des der Forschungsprojekte im Detail beleuchtet und vorgestellt.

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