19. März 2019 
 
20. Juni 2018

The smarter E Europe: Hohe Bereitschaft für Investitionen

Photovoltaik auf Wachstumskurs: „2017 wuchs die Binnennachfrage um rund 15 Prozent auf gut 1,75 Gigawatt – das erste zweistellige prozentuale Marktwachstum seit sieben Jahren“, sagt Carsten Körnig, Chef des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. Auch für 2018 rechnet der Verband mit einem wachsenden Markt.

Foto: BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V.Foto: BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
Unübersehbarer Trend: Photovoltaik ist in Deutschland auf Wachstumskurs.
Herr Körnig, die Nachfrage nach Solarstromanlagen ist zuletzt wieder kräftig angezogen. Wie macht sich dies in Zahlen fest?
2017 wuchs die Binnennachfrage um rund 15 Prozent auf gut 1,75 Gigawatt – das erste zweistellige prozentuale Marktwachstum seit sieben Jahren. Auch dieses Jahr rechnen wir mit einem wachsenden Markt. Erstmals seit vielen Jahren könnte bei einem weiteren Aufhellen des Investitionsklimas zumindest das Ausbauziel der Bundesregierung von 2,5 GWp/Jahr erreicht werden. Die in Deutschland installierten 1,66 Millionen Photovoltaik-Anlagen produzierten 2017 fast vierzig Milliarden Kilowattstunden klimafreundlichen Strom, damit erreichten sie einen Anteil von rund sieben Prozent an der Stromerzeugung.

Welche Gründe gibt es für die gestiegene Nachfrage?
Photovoltaik lohnt sich! In Deutschland kosten Photovoltaik-Module heutzutage rund neunzig Prozent weniger als im Jahr 2006. Bei den diesjährigen Ausschreibungen der Bundesnetzagentur wurden im Kraftwerksmaßstab schon unter fünf Cent für die Kilowattstunde Solarstrom und damit sogar weniger als für Strom aus Windkraftanlagen an Land geboten. Und auch auf dem Dach lässt sich bereits ab zehn Cent pro Kilowattstunde klimafreundlicher Solarstrom erzeugen. Noch vor wenigen Jahren haben selbst die größten Optimisten ein derartig niedriges Preisniveau kaum für möglich gehalten.

Angesichts der positiven Marktsignale fordern Sie, der Energiewende noch deutlich mehr Schwung zu verleihen. Welche Hebel sind hier anzusetzen?
Für einen wirksamen Klimaschutz führt kein Weg daran vorbei. Der jährliche Ausbau der Photovoltaik muss auf ein Niveau von jährlich rund zehn Gigawatt vervielfacht werden, um den wachsenden Ökoenergiebedarf im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor zu decken. Die im Koali­tionsvertrag beschlossene Aufstockung der Auktionen für Freiflächenanlagen im Rahmen von Sonderausschreibungen muss schnell kommen, kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Rund die Hälfte der Sonnenernte muss künftig in Solarparks eingefahren werden. Dies erfordert nicht nur eine entsprechend dauerhafte Anhebung der Auk­tionsvolumina, sondern auch den bundesweiten Abbau von Restriktionen bei der Standortwahl. Die mehrfachen Überzeichnungen der bisherigen Ausschreibungen zeigen die hohe Bereitschaft, in Solarkraftwerke zu investieren. Auch im Gebäudebereich muss der Solarausbau noch deutlich stärker an Fahrt aufnehmen. Das große Potenzial der Solarenergie, den Strom direkt dort zu erzeugen, wo er auch verbraucht wird, darf nicht verschenkt werden.

Wie ist dies zu erreichen?
Eigenverbrauch und Direktversorgung, etwa in Mieterstrommodellen, entlasten die Stromnetze und lassen breite Teile der Bevölkerung an der Energiewende teilhaben und von günstigen Solarstrompreisen profitieren. Als Treiber der Energiewende gebührt Prosumenten hohe gesellschaftliche Anerkennung und keine Diskriminierung. Die Streichung der „Sonnensteuer“ auf solare Selbst- und Direktversorgung ist deshalb längst überfällig. Das EEG ist in die Jahre gekommen, der notwendige Förderbedarf sinkt stetig und neue selbsttragende Geschäftsmodelle werden sich im nächsten Jahrzehnt durchsetzen. Noch hat das EEG jedoch eine wichtige Absicherungsfunktion, für deren Erhalt wir gemeinsam kämpfen müssen! Der 52 GW-Förderdeckel muss noch in diesem Jahr fallen.

Zum ersten Mal finden in diesem Jahr mit „The Smarter E Europe“ die Fachmessen Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power unter einem gemeinsamen Dach statt. Wie bewerten Sie das neue Konzept?
Der Schritt, die Intersolar Europe und die ees Europe mit den beiden neuen Fachmessen Power2Drive und EM-Power unter dem Dach The Smarter E Europe zu vereinen, kommt genau zur richtigen Zeit. Die Solarenergie ist auf dem besten Weg, sich zu einer tragenden Säule der Energieversorgung zu entwickeln – man kann sie nicht mehr isoliert betrachten, ohne das Gesamtsystem und die vielen Wechselwirkungen, Herausforderungen und Chancen im Blick zu haben. Die Kombination Elektromobilität und Photovoltaik erscheint sehr vielversprechend, ebenso die digital unterstützte Integration der Solarenergie in das Gebäude der Zukunft.

Auf der Smarter E Europe präsentiert sich der Bundesverband Solarwirtschaft in Halle B2, Stand-Nummer 309. Welche Schwerpunkte setzen Sie in München?
Wir werden wieder mit einem vielfältigen Angebot rund um Solarenergie und Speicherung vertreten sein, aber auch das erweiterte Spektrum der Messen in unserem Messeauftritt berücksichtigen. Unter anderem werden wir beim Intersolar Forum am 22. Juni 2018 mit Experten diskutieren, wie die Solarbranche von der Verkehrswende profitieren kann. Gemeinsam mit der Alliance for Rural Electrification und der Intersolar Europe werden wir eine Off-Grid-Konferenz anbieten. Einen Überblick über alle Veranstaltungen und Aktionen, die wir rund um die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner geplant haben, bieten wir auf der Seite https://www.solarwirtschaft.de/intersolar.

Herr Körnig, vielen Dank für das Gespräch.

https://www.solarwirtschaft.de
https://www.thesmartere.de/de/home.html

 


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