21. Mai 2018 
 
16. Mai 2018

RETTmobil: Mehr Respekt für Rettungskräfte!

Während Rettungskräfte Tag für Tag eine außerordentlich verantwortungsvolle und herausfordernde Arbeit leisten, „erfahren sie dafür längst nicht die Anerkennung in der Öffentlichkeit, die sie verdienen“, kritisiert RETTmobil-Schirmherr Frank-Jürgen Weise. Im Gespräch mit DIE MESSE fordert er mehr Respekt für Retter.

Foto: Paul HahnFoto: Paul Hahn
Mehr Respekt für Einsatzkräfte fordert Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und Schirmherr der RETTmobil 2018.
Herr Dr. Weise, Sie sind in diesem Jahr Schirmherr der RETTmobil. Was bedeutet dies für Sie?
Die Johanniter-Unfall-Hilfe zählt zu den großen Rettungsdienstorganisationen in Deutschland. Rund 650?000 Mal waren unsere Rettungskräfte im vergangenen Jahr im Einsatz. Die RETTmobil ist daher für uns einer der wichtigsten Branchentermine im Jahr. Die Entwicklung, die die Messe seit ihrer Gründung genommen hat, ist mehr als beachtlich. Sehr wahrscheinlich wird sie auch dieses Jahr wieder mit einem Besucher- und Ausstellerrekord abschließen. Als Teilnehmer der ersten Stunde haben die Johanniter diese Erfolgsgeschichte von Anfang an mitverfolgt und begleitet. Daher war es mir eine besondere Freude, in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die RETTmobil zu übernehmen.

Welche Schwerpunkte setzt die Johanniter-Unfall-Hilfe in Fulda?
Die RETTmobil bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Johanniter-Unfall-Hilfe als starken Partner im Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz zu präsentieren, vor allem aber als attraktiven Arbeitgeber. Denn wie alle Einsatzorganisationen stehen auch wir vor der Herausforderung, Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden. Wir müssen alles dafür tun, auch in Zukunft junge Menschen für den Retterberuf zu begeistern. Die Besucher unseres Standes erfahren, was die Johanniter als Arbeitgeber zu bieten haben, und werden praxisnah beraten zur Arbeit im Rettungsdienst und im Katastrophenschutz, aber auch zu ehrenamtlichen Tätigkeiten, Ausbildungsberufen und zu unseren Angeboten im Bereich des Freiwilligen Sozialen Jahrs und des Bundesfreiwilligendienstes.

Aus- und Weiterbildung ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Vereinsarbeit. Was erwartet hier die RETTmobil-Besucher?
Ein attraktives Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten spielt bei der Nachwuchsgewinnung wie bei der Bindung von Fachkräften eine wichtige Rolle. Auf unserem Stand können sich die Besucher über die große Bandbreite an Aus- und Weiterbildungsangeboten in der Johanniter-Unfall-Hilfe informieren. Als fachkundige Berater stehen Mitarbeiter der Johanniter-Akademie und unserer Bildungsinstitute mit Standorten in ganz Deutschland bereit.

Welchen neuen Herausforderungen müssen sich Rettungs- und Sanitätsdienste heute stellen?
Neben dem bereits genannten Fachkräftemangel stehen Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Deutschland vor zahlreichen weiteren Herausforderungen – den Umgang mit neuartigen Großschadensereignissen und Bedrohungslagen, aber auch Selbstschutz und Gewaltprävention im Rettungsdienst, um nur einige zu nennen. Nicht umsonst spiegeln sich diese Themen, die für die tägliche Arbeit unserer Retter von großer Bedeutung sind, auch im Fachprogramm der Messe wieder.

Welche Bedeutung kommt dem Ehrenamt zu?
Ohne das Engagement der mehr als eine Million ehrenamtlichen Einsatz- und Rettungskräfte wäre das System des Bevölkerungsschutzes in Deutschland nicht denkbar. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich, wir müssen es angemessen wertschätzen und in jeder erdenklichen Weise fördern. Erfreulicherweise erleben wir nach wie vor eine hohe Bereitschaft in der Bevölkerung, sich ehrenamtlich zu engagieren. Nur haben sich die Lebenskonzepte und damit auch die persönlichen Vorstellungen von einem solchen Engagement im Laufe der Zeit verändert. Wir befinden uns in einem Wettbewerb mit unzähligen anderen Angeboten der persönlichen Entfaltung und Freizeitgestaltung. Wir müssen daher heute mehr Aufwand betreiben, um Helfer zu gewinnen und über das klassische Ehrenamt im Bevölkerungsschutz hinaus neue Möglichkeiten bieten, sich bei uns einzubringen.

Wo sehen Sie im Rettungswesen aktuell Handlungsbedarf?
Unsere Rettungskräfte leisten Tag für Tag eine außerordentlich verantwortungsvolle und herausfordernde Arbeit. Leider erfahren sie dafür längst nicht die Anerkennung in der Öffentlichkeit, die sie verdienen. Schlimmer noch: Immer wieder werden sie in ihrer Arbeit behindert und sehen sich verbalen oder sogar körperlichen Angriffen ausgesetzt. Dieses Phänomen ist nicht neu, aber es hat in den vergangenen Jahren eine neue Qualität angenommen. Ich sehe es als gemeinsame Aufgabe aller Rettungsdienstorganisationen an, unsere Einsatzkräfte vor solchen Attacken zu schützen und uns dafür stark zu machen, dass sie den Respekt erfahren, der ihnen zusteht.

Eine Einschätzung: Welchen Stellenwert hat die RETTmobil für die Branche?
Die RETTmobil ist heute die internationale Leitmesse für Rettung und Mobilität. Zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen hat ohne Zweifel, dass sie sich nicht nur als Leistungsschau der Retter versteht, sondern immer auch als Forum des fachlichen Austauschs, und dabei stets die aktuellen Herausforderungen in den Blick nimmt, vor denen das Rettungswesen in Deutschland steht. Das macht die RETTmobil für die gesamte Branche zu einer der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres.

http://www.johanniter.de/
http://www.rettmobil.org/

 


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