Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Mobile Payment auf Euroshop

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26.10.2016

Mit Mobile Payment besetzt die EuroShop vom 5. bis 9. März 2017 eines der Themen, das die Prozesse im Handel nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren revolutionieren wird.

 - Die Retail-Fachmesse Euroshop rückt vom 5. bis 9. März 2017 das bargeldlose Bezahlen in den Mittelpunkt.
© Messe Duesseldorf / ctillmann
Die Retail-Fachmesse Euroshop rückt vom 5. bis 9. März 2017 das bargeldlose Bezahlen in den Mittelpunkt.

Zahlen mit dem Mobiltelefon gehe schnell, sei effizient für den Händler und bequem für den Kunden. Deshalb gebe es in der Branche kaum Zweifel, dass sich die bargeldlose Zahlmethode langfristig durchsetzen werde, heißt es bei den Veranstaltern.

Die Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmittel nehme weltweit zu. Auch der deutsche Kunde - traditionell dem Bargeld stark verbunden - zahle zunehmend mit Plastikwährung. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich das Volumen der Kartenzahlung mehr als verdreifacht, besagt die aktuelle Kartenstudie des EHI Retail Institute, Köln. Doch auch im Jahr 2016 fließen in Deutschland noch mehr als die Hälfte aller Umsätze als Bargeld in die Kassen. Das gilt vor allem für Kleinbeträge. Ein Großteil der Transaktionen im deutschen Einzelhandel liegt unter einem Betrag von 15 Euro. Das EHI hat über alle Branchen in Filialbetrieben des Handels einen Durchschnittseinkaufsbetrag von 21,18 Euro ermittelt.

Damit liegt dieser deutlich unter der 25-Euro-Schwelle, die für kontaktlosen Zahlen ohne zusätzliche Authentifizierung durch PIN oder Unterschrift gilt. So soll die Geschwindigkeit des Zahlungsvorgangs an der Kasse deutlich reduziert werden. Durchschnittszeiten von je nach Branche 15 bis 28 Sekunden für die Dauer eines Barzahlungsvorgangs, den das EHI ermittelt hat konnte die Kartenzahlung lange nicht erreichen. Mit dem kontaktlosen Zahlen mittels NFC-Technologie (Near-Field-Communication) wird dies nun ermöglicht.

NFC nimmt Fahrt auf

Die technischen Voraussetzungen für eine größere Verbreitung des Nahfunkverfahrens sind weitgehend gegeben. Kreditwirtschaft und Kreditkartenorganisationen sind dabei, die von Ihnen ausgegebenen Karten NFC-fähig zu machen. Auch auf der Akzeptanzseite sieht es bereits recht gut aus. Bis Ende 2016 werden, nach Erhebung des EHI, 60 Prozent der großen Handelsunternehmen in Deutschland kontaktlose Zahlungen akzeptieren können und damit auch NFC-basierte Zahlungen mit dem Mobiltelefon. Noch sind nicht alle Mobiltelefone mit der Nahfunk-Technologie ausgestattet. Auch neuere iPhones verfügen zwar über die NFC-Fähigkeit, die sich jedoch ausschließlich für das eigene Apple Pay Verfahren nutzen lässt. Will man bereits heute sämtliche Smartphone-Nutzer erreichen muss man auf Übergangstechnologien, wie den QR-Code setzen oder den NFC-Chip in Form eines Stickers nachrüsten.

Mangelndes Vertrauen

Dass die Nutzerzahlen in Deutschland bisher verschwindend gering sind liegt weniger an mangelnder technischer Ausstattung, sondern in erster Linie am mangelnden Verständnis und Vertrauen der Konsumenten. Für den Verbraucher ist die Lage unübersichtlich und wenig transparent. Die Verfahren unterscheiden sich sowohl in der Technik als auch in der Handhabung. Die Prozesse sind ungewohnt und noch nicht gelernt. Dazu kommen Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz. Die Kunden müssen die Vorteile der neuen, schnellen Zahlverfahren verstehen und annehmen, um diesen zum Durchbruch zu verhelfen. Zu diesem Schluss kommt die EHI-Studie. Dass Verbraucher grundsätzlich bereit sind, die neue Technologie zu akzeptieren zeigen internationale Beispiele. Eine aktuelle Studie von MasterCard besagt, dass 41 Prozent der Verbraucher in Großbritannien bevorzugt mobil zahlen wollen. Dort wird auch bereits jede fünfte Kartenzahlung kontaktlos durchgeführt.

Markt wächst international

Die größte Bereitschaft der Verbraucher erkennt der Zahlungsanbieter allerdings im Mittleren Osten, Afrika und Asien. Was die Summe der mobil bezahlten Beträge angeht, hat laut Euromonitor China im vergangenen Jahr mit 235 Milliarden Dollar das Volumen verdoppelt und die USA überholt. Dort wuchs der Markt der mobilen Zahlungssysteme um 42 Prozent auf 231 Milliarden Dollar. Weltweit werden die mobil getätigten Umsätze am Ende dieses Jahres rund 600 Milliarden Dollar betragen. Nach jetzigen Prognosen wird sich das Volumen in den kommenden fünf Jahren mindestens verdoppeln.

Das Smartphone begleitet die Verbraucher zunehmend beim Einkaufen. Sie speichern damit Einkaufslisten und vergleichen Preise, suchen nach Produkten und deren Bewertungen, sammeln Coupons und Gutscheine, kaufen online ein und wollen verstärkt auch damit zahlen. Händler müssen sich darauf einstellen um zukünftig keine Umsätze zu verlieren. Jetzt sei die richtige Zeit, die Voraussetzungen zu schaffen, mobile Zahlungen an den Kassen verarbeiten zu können, hieß es weiter. Die EuroShop 2017 bietet in ihrem Bereich Retail Technology (EuroCIS, Halle 6 und 7a) die Plattform, sich über die marktrelevanten Lösungen zu informieren.

Hintergrund Euroshop

Im Jahr 1966 wurde die EuroShop erstmals von der Messe Düsseldorf veranstaltet und findet im Drei-Jahres-Turnus statt. Ideeller Träger ist das EHI Retail Institute. Die letzte EuroShop im Jahr 2014 verzeichnete 2.229 Aussteller aus 56 Ländern auf über 116.000 Quadratmetern netto Ausstellungsfläche und über 109.496 Fachbesucher, davon 63 Prozent aus dem Ausland.

http://www.euroshop.de/