06. Dezember 2023 
 
12. November 2023

Landtechnikhersteller kommen mit Rekordergebnis nach Hannover

Die Landtechnikindustrie am Standort Europa zeigt sich in bester Verfassung. „Wir kommen mit einem Rekordergebnis nach Hannover“, sagte Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Landtechnik, auf der Vorpressekonferenz zur weltgrößten Landtechnikmesse Agritechnica. „Kontinuierlich hohe Zuwachsraten im Auftragseingang haben dafür gesorgt, die Landtechnikindustrie über mehr als drei Jahre in der Spitzengruppe der Wachstumsbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus positionieren.“

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Die Auftragsbücher im ersten Halbjahr meldeten einen neuen Höchstwert
Für das Gesamtjahr 2023 erwartet der VDMA ein Umsatzvolumen aus deutscher Produktion von erneut mehr als 12 Milliarden Euro. Die Landtechnikindustrie bewegt sich damit weiterhin auf Spitzenniveau.

Sehr gutes Ergebnis im ersten Halbjahr
Das erste Halbjahr 2023 bescherte der Branche ein sehr gutes Ergebnis. Segmentübergreifend gelang es den Landmaschinen- und Traktorenherstellern, ihren Umsatz im hohen zweistelligen Prozentbereich auf knapp 6 Milliarden Euro zu steigern. Die Hersteller freuten sich über volle Auftragsbücher; der Auftragsbestand lag im Frühjahr bei nahezu 7 Monaten, was einen Höchstwert darstellt. Die branchenweite Hochkonjunktur spiegelt sich entlang der gesamten landwirtschaftlichen Produktionskette wider.

Gute Geschäfte machte die Industrie in sämtlichen Techniksegmenten:
„Ob Bodenbearbeitung oder Düngung, Pflanzenpflege oder Ernte, Melken oder Füttern – überall sind moderne Technologien gefragt, die höchsten Standards gerecht werden“, resümierte der Verbandsgeschäftsführer das Nachfragehoch der vergangenen Monate. Den Landtechnikherstellern gelang es, mit ihrem Innovationsportfolio auch auf internationalem Parkett souverän zu punkten.
Mit einer Ausfuhrquote von durchschnittlich 75 Prozent sind die heimischen
Hersteller erneut Exportweltmeister im internationalen Landtechnikgeschäft.

Entspannung auf der Lieferseite
Die lange Zeit angespannte Situation auf den internationalen Rohstoff- und Zuliefermärkten entspannte sich im Laufe des Frühjahrs in hohem Tempo.
„Gut gefüllte Händlerlager haben aktuell eine bremsende Wirkung auf das Bestellverhalten, weshalb sich die Nachfrage des Landmaschinenhandels zuletzt verlangsamt hat“, sagte Ehrhard. Auf der Habenseite der Industrie steht die anhaltend gute Einkommenssituation der Landwirte. „Auf nahezu allen Schlüsselmärkten profitieren wir von der hohen Liquidität, Investitions- und Innovationsfreude der Landwirte und Lohnunternehmer“, sagte Ehrhard.

Zuhause in aller Welt
Die Branche, die auf mehr als 130 Märkten rund um den Globus zuhause ist, spielt eine wichtige Rolle für die Welternährung. Schließlich sind lückenlos verfügbare Nahrungs- und Futtermittel von guter Qualität im globalen Maßstab keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Naturräumliche, wetter- und klimabedingte, aber auch geopolitische und ökonomische Faktoren begrenzen vielerorts das Handlungsfeld. „Fakt ist: Es gibt weltweit immer weniger Flächen, die ackerbaulich bewirtschaftet werden können. Innovative Landtechnik ist daher eine entscheidende Größe, um Effizienz und Output in der Landwirtschaft weiter steigern zu können“, erläuterte Ehrhard.

Da Innovation aber nur im offenen Wettbewerb fruchtbar gedeihen könne, sei leistungsfähige Technik allenfalls eine notwendige, nicht aber eine hinreichende Bedingung: „Wir brauchen offene Märkte ohne Abstriche, gerade heute, wo Abschottung in vielen Weltregionen wieder salonfähig zu werden scheint. Priorität haben für den VDMA multilaterale Abkommen, bilaterale Lösungen sind allerdings besser als gar keine Lösung“, sagte Ehrhard. Die Politik dazu zu bewegen, das EU-Mercosur-Handelsabkommen endlich zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, ist daher ein Kernanliegen des Industrieverbandes.
„Für die Landtechnik ist das Zukunftspotential der Länder Südamerikas immens. Ungeachtet aller noch bestehenden Friktionen müssen wir darauf hinarbeiten, im Süden des Doppelkontinents deutlich präsenter zu werden“, sagte Ehrhard.

Neue Stufe der digitalen Evolution im Ackerbau
Digitale Vernetzungslösungen, aber auch innovative Antriebs- und Kraftstoffoptionen sieht der Branchenverband als „Attraktivitätsfaktor und Nachhaltigkeitsbooster“ für das Agribusiness weltweit. „Pflanzenschutzmittel minimalinvasiv am Bedarf der einzelnen Pflanze orientiert auszubringen, wie es beispielsweise das Spot Farming mittels modernster Sensor-, Video- und Softwaretechnologie ermöglicht, ist eine neue Stufe der digitalen Evolution im Ackerbau“, erläuterte Ehrhard. Ähnlich schonend und effektiv präsentieren sich punktgenaue Verfahren der Düngemittelausbringung, aber auch der Trend zur mechanischen Unkrautbekämpfung mittels der Hacktechnik ist ungebrochen.

Verbunden ist die aktuelle Technologieentwicklung branchenweit mit einem rasant wachsenden Automatisierungsgrad, der perspektivisch bis zu vollständig autonom abgewickelten Prozessen reicht. „Autonome Landmaschinen und Traktorenkonzepte haben in den Entwicklungsressorts der Industrie längst die Erprobungsphase erreicht. Für unsere Industrie sind sie ein wichtiger Bestandteil des Lösungsraums von morgen. Aufgrund der Heterogenität landwirtschaftlicher Produktionsformen bin ich mir allerdings sicher, dass wir in Zukunft, abhängig vom Einsatzort und -zweck, sowohl fahrergestützte als auch autonome Maschinen in der landwirtschaftlichen Praxis erleben werden“, betonte Ehrhard.

Nachhaltige Kraftstoffstrategie für die Landwirtschaft
Unmittelbaren Handlungsbedarf sieht der VDMA in der Dekarbonisierung landwirtschaftlicher Fahrzeugflotten. „Eine nachhaltige Kraftstoffstrategie für die Landwirtschaft ist längst überfällig. Dabei gilt es, spürbare Anreize für den Einsatz biogener und synthetischer Kraftstoffe zu setzen. Denn für den Betrieb leistungsstarker Landtechnik ist der Verbrennungsmotor auch künftig unverzichtbar“, sagte Ehrhard. Um CO2-Emissionen schnellstmöglich reduzieren zu können, sind klimaneutrale flüssige Kraftstoffe die beste Lösung. Dazu müssten alle aktuell verfügbaren Kraftstoffoptionen gezogen werden.

Eine vielversprechende, unmittelbar verfügbare Möglichkeit sind hydrierte Pflanzenöle aus Reststoffen – HVO genannt. „Mit ihnen könnten schon heute bis zu 90 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilen Treibstoffen eingespart werden“, sagte Ehrhard. „Batterieelektrische Antriebe werden für begrenzte Anwendungsfelder im Leistungsbereich bis 100 Kilowatt ebenfalls als valide Option gesehen. „Der CO2-freie Energiemix von morgen ist vielfältig – und er hat eine unmittelbare Wirkung, gerade auch auf die Bestandsflotte“, resümierte Ehrhard.






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