28. Oktober 2020 
 
7. Oktober 2020

virtual.MEDICA präsentiert Spitzenthemen der Labormedizin und spiegelt Bedeutung des Fachgebiets in der Corona-Krise

Wie können Diagnosen mit Hilfe topaktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse noch sicherer und schneller erfolgen? Und wie lassen sich eine Vielzahl von Informationen so verknüpfen und auswerten, dass sich daraus neue Therapieoptionen ergeben? Um diese und viele weitere Fragen geht es beim MEDICA LABMED FORUM, das in diesem Jahr pandemiebedingt digital und für registrierte Online-Besucher kostenfrei ein hochkarätiges Programm mit Top-Speakern bietet – zugänglich in der `Conference Area´ der virtual.MEDICA (https://virtual.MEDICA.de) an allen Veranstaltungstagen vom 16. – 19. November 2020.

Foto: Messe DüsseldorfFoto: Messe Düsseldorf
Die englischsprachigen Sessions des Forums setzen thematisch die Schwerpunkte Mikrobiologie und Infektiologie, Kardiologie und Onkologie sowie Covid-19. Darüber hinaus werfen junge Wissenschaftler gemeinsam mit der Industrie einen Blick in die Zukunft und stellen vielversprechende Trends der Laboratoriumsmedizin vor. Organisator der Veranstaltungsreihe ist Prof. Dr. Georg Hoffmann vom medizinischen Fachverlag Trillium in Kooperation mit dem Deutschen Herzzentrum München.

Tag 1: Mikrobiom-, Infektionsdiagnostik und Breathomics

Gestartet wird die Veranstaltungsreihe am 16. November (ab 12 Uhr) mit den Themen Mikrobiom-/Infektionsdiagnostik und Breathomics unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Beniam Ghebremedhin (Universität Witten/ Herdecke, HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal).

Mikrobiom-Analytik meint vor allem die genomische Analyse aller im menschlichen Organismus lebenden Bakterien und Viren. Die Faszination der Mikrobiom-Forschung liegt einerseits im rasanten Wissenszuwachs der letzten zehn Jahre und andererseits in den vielfältigen Querverbindungen zu einer Vielzahl von Volkskrankheiten – von der Adipositas bis zur Depression. Die Beiträge widmen sich den ersten diagnostischen und therapeutischen Nutzanwendungen.

Nach einer Einführung in das Thema mit Ausführungen zu analytischen Standards durch Prof. Dr. Andrè Gessner erläutert Prof. Dr. Ernst Holler, beide Universitätsklinikum Regensburg, den Einsatz in der Onkologie. Die Bedeutung von Mikrobiotika für die zentrale körperliche Kommunikationsachse, die sogenannten Darm-Hirn-Achse, und die Gastroenterologie führen die beiden anschließenden Beiträge aus. Referenten sind Prof. Dr. Jonathan Swann, Imperial College / London, und Prof. Dr. Simona Cristescu, Institute for Molecules and Materials / Nijmegen.

Dann geht es weiter unter dem Zeichen der Breathomics. Hierbei analysiert man das sogenannte „volatile Metabolom“, also die charakteristischen Stoffwechsel-Eigenschaften der Ausatemluft. Diese enthält viele gasförmige Substanzen, die vorwiegend aus der Lunge und dem Blut des Patienten stammen. Bekanntes Beispiel ist die Bestimmung des Blutalkohols über die Atemluft bei Polizeikontrollen.

Breathomics unter dem Blickwinkel der Mikrobiologie geben aber auch Aufschluss über Infektionen der Atemwege sowie eine etwaige bakterielle Fehlbesiedelung des Darms. Prof. Dr. Agnieszka Smolinska, Universität Maastricht, belegt den Einsatz dieser Analysentechnik in der Gastroenterologie. Dr. Wolfgang Vautz, ION-Gas GmbH, stellt in seinem Beitrag neue Verfahren der Atemgasanalyse vor. Prof. Dr. Jonathan Swan und Prof. Dr. Wieland Vogt, Steinbeis-Hochschule Berlin, erläutern die Rolle flüchtiger Metaboliten im Rahmen der Darm-Hirn-Achse und Anwendungen zur Verlaufskontrolle bei Influenza.

Tag 2: Digitalisierung, Bioinformatik und Genetik in der Kardiologie und Onkologie

Der zweite virtuelle Veranstaltungstag am 17.11. (ab 12 Uhr) steht unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Stefan Holdenrieder vom Deutschen Herzzentrum München und widmet sich in der ersten Hälfte der digitalen Kardiologie. Das „papierlose Krankenhaus“ möchte alle Informationen, die im Prozess der Patientenbehandlung und Diagnostik anfallen, digital erfassen und effektiv nutzen. Im Vortrag von Dr. Dr. Moritz von Scheidt, Deutsches Herzzentrum München, geht es um die Organisation von Datenströmen und um innovative Netzwerke für personalisierte Formen der Gesundheitsversorgung speziell bei der Koronaren Herzerkrankung. Prof. Dr. Markus Krane, ebenfalls vom Deutschen Herzzentrum München, wird anschließend neue Ansätze zur Digitalisierung in der Herzchirurgie vorstellen.

Blutdruck, Herzschlag, Stressniveau – immer mehr digitale Messgeräte liefern gesundheitsbewussten Menschen jede Menge Daten zu zahlreichen Körperfunktionen. Wie diese „private data“ für Breitensportler, Athleten und Patienten im Rehabilitationsbereich nutzbar gemacht werden können, erläutert der Sportmediziner Prof. Dr. Billy Sperlich von der Universität Würzburg.

Das führt zwangsläufig zur nächsten Fragestellung: Wie lässt sich die Komplexität wachsender Datenmengen vereinfachen? Dieser Biostatistik-Frage geht Prof. Dr. Frank Klawonn, Helmholtz Zentrum HZI Braunschweig, nach. `IVDR´ steht für In-vitro-Diagnostika Regulation. Nach einer fünfjährigen Übergangszeit müssen ab 2022 alle Medizinprodukte, darunter auch Softwareprodukte, vorgeschriebene Qualitätsprüfungen durchlaufen. Wesentliche Aspekte der Verordnung präsentiert Dr. Sebastian Grömminger vom Johner-Institut in Konstanz.

Weiter geht´s im MEDICA LABMED FORUM mit der Onkologie, wobei der Fokus auf der Blutanalytik liegt (Schlagworte: Liquid Biopsy und Exosomen). Im Vortrag von Dr. Frank Diehl, wissenschaftlicher Berater aus Hamburg, geht es um neue Entwicklungen bei der Untersuchung zellfreier Tumor-DNA (ctDNA) im Blutplasma zur frühzeitigen Diagnostik von Tumoren. Zum Nachweis einer Vielzahl von tumor-spezifischen Mutationen und epigenetischen Veränderungen auf ctDNA spielen zunehmend die NGS-basierte Tiefensequenzierung und die Kombination mit Tumor-assoziierten Proteinen eine wichtige Rolle.

Der Bioinformatik-Spezialist Dr. Niroshan Nadarajah, MML Münchner Leukämielabor, spricht zu den Möglichkeiten, mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Diagnose von Leukämie zu verbessern, durch graduelle Unterschiede eine bessere Klassifizierung vorzunehmen und die prognostische Aussagekraft zu erhöhen. Prof. Dr. Michiel Pegtel, Leiter des Liquid Biopsy Centers an der Universität Amsterdam, beschäftigt sich in seinem Beitrag mit extrazellulären Vesikeln und Exosomen, die unter anderem von Tumorzellen an ihre Umgebung abgegeben werden. Er geht der Frage nach, wie diese die Tumorbiologie widerspiegeln und für die Krebsdiagnostik und -therapie eingesetzt werden können. Das Thema greift Prof. Dr. Bernd Giebel, Universität Essen, auf und erläutert neue Therapieansätze der Immunmodulation mit Hilfe von Exosomen, die aus Stammzellen gewonnen werden.

Tag 3: Zentrale Rolle der Labormedizin bei der Covid-19-Pandemie

„Noch nie stand die Labormedizin so im Fokus des öffentlichen Interesses wie in der Corona-Krise. ‘Testen, testen, testen‘ wird allseits gefordert. Deshalb setzen wir hier am Mittwoch, 18. November, einen Tagschwerpunkt auf diagnostischen und klinischen Aspekten der Covid-19-Pandemie“, erklärt Prof. Dr. Hoffmann.

Die Beiträge des dritten Tages (erneut ab 12 Uhr) unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Gunther Hartmann, Universität Bonn, konzentrieren sich zum einen auf die Covid-19-Diagnostik, das breite Screening der Bevölkerung und um die erforderliche Qualitätskontrolle. Zum anderen geht es um neue Entwicklungen von Technologien zur Covid-19-Testung wie auch aktuelle Möglichkeiten zur Testung der Immunität gegen SARS CoV-2. Deutschland gilt mit einer Kapazität von über einer Million Corona-Tests pro Woche (Stand Oktober 2020) weltweit als Musterland auf diesem Sektor.

Weiterhin wird die Rolle der labormedizinischen Diagnostik zum Monitoring der Covid-19-Erkrankung und zur Abschätzung des Auftretens von schweren Verläufen beleuchtet. Auch Erkenntnisse zur genetischen Anfälligkeit für eine schwere Covid-19-Erkrankung stehen zur Diskussion; genauso wie Modelle, wie eine mögliche (lokale) Überlastung des Gesundheitssystems vorhergesehen werden kann.

Tag 4: Junge Wissenschaftler und Labormediziner treffen innovative Industrie

Zum Abschluss des Forums treffen zwei Welten aufeinander. Junge Wissenschaftler und Labormediziner berichten am 19.11. über ihre Forschungsprojekte rund um Biobanking, Liquid Biopsy und andere Trends in der Labormedizin und Diagnostica-Unternehmen stellen innovative Testverfahren für COVID-19 vor. Dieser Tag steht unter Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik (DGKL,Sektion Junges Labor) und der Verbands der Diagnostica-Hersteller (VDGH, Life Science Research Group).

Das komplette Programm der virtual.MEDICA 2020 (16. – 19. November) mit täglich einem deutschsprachigen und einem englischsprachigen Stream ist ab Mitte Oktober online abrufbar. Online-Besucher können sich ab sofort registrieren für eine kostenfreie Teilnahme unter: https://virtual.MEDICA.de.

 

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