••• 8 ••• Innovationen Ganzheitliche Technologien Nachhaltige Verarbeitungsprozesse und innovative Verpackungskonzepte duktschutz und Tiefziehfähigkeit in einem recyclingfähigen Monomaterial-Konzept – ohne Prozess- oder Qualitätseinbußen und geeignet für den sicheren und lebensmittelkonformen Einsatz von Rezyklaten bei PP und PET in tiefgezogenen Verpackungen. Kreislauffähige Verpackungslösungen: faserbasiert, funktional, PPWR-konform Mit dem neuen Fügeverfahren „Papure“ können 100 % recycel- und kompostierbare und gleichzeitig 100 % sicher gesiegelte Papierverpackungen hergestellt werden. „Papure“ ermöglicht erstmals das Fügen von Papier ohne Fremdstoffe wie Kunststoffschichten oder Kleber. Dabei wird Papier mittels Laser vorbehandelt und anschließend mithilfe eines speziellen Wärmekontaktsiegelverfahrens gefügt. Darüber hinaus zeigt das Fraunhofer IVV mit einer Auswahl innovativer, faserbasierter Verpackungsdemonstratoren seine Expertise bei der Entwicklung neuer kreislauffähiger Verpackungslösungen. Dazu zählen tiefgezogene Papierverpackungen mit funktionierender Barrierebeschichtung, sich autonom trennende Multimaterialverpackungen, alternative Verpackungskonzepte aus regionalen Moorpflanzen sowie Beutelverpackungen mit funktionalen Barrieren. Um ultradünne anorganische Barriereschichten auf Papier und biobasierten Folien aufbringen zu können, hat das Fraunhofer IVV eine spezielle Transferfolie konzipiert. Mit einem indirekten Metallisierungsverfahren werden stabile, reproduzierbare Barriereeigenschaften auch auf unebenen Oberflächen ermöglicht. Die Barriere wird durch einen Transferprozess von der wiederverwendbaren Trägerfolie auf das faserbasierte Material übertragen. Dadurch können selbst anspruchsvolle Produkte zuverlässig geschützt werden. Rezyklierbarkeit und Biobasiertheit bleiben vollständig erhalten, da nur minimale Kunststoffanteile erforderlich sind. Das Verfahren ist mit bestehenden Anlagen kompatibel und erfordert keine hohen Investitionen. Digitale Lösungen für Unternehmen: Wissen sichern, strukturiert aufbereiten und intuitiv nutzen Gemäß dem Motto „Ask your company’s chatbot“ wurde am Fraunhofer IVV ein digitales Wissensmanagementsystem erarbeitet, damit die wertvolle Ressource Wissen für Unternehmen nicht durch Personalfluktuation oder Renteneintritte verloren geht. Die konkreten Wissensinhalte und -beziehungen werden mithilfe ingenieurpsychologischer Methoden systematisch erfasst und strukturiert. Ein unternehmensspezifisches Wiki mit integriertem Chatbot stellt das Wissen im Bedarfsfall allen Mitarbeitenden einfach und passgenau zur Verfügung. Zur automatisierten optischen Qualitätsüberwachung und lückenlosen Dokumentation in der Produktion stellt das Fraunhofer IVV das Bedienerassistenzsystem „imageSAM“ vor. Damit lassen sich Abweichungen und Fehler im Produktionsprozess automatisch erkennen, Fehlerursachen identifizieren und mit digitalisiertem Anwendungswissen verknüpfen. Bedienende erhalten bei Störungen in Echtzeit passgenaue Handlungsanleitungen zur Fehlerbeseitigung, sodass auch weniger erfahrenes Produktionspersonal Maschineneinstellungen sicher und fehlerfrei vornehmen kann. Eine weitere digitale Lösung zur Qualifikation von Produktionspersonal sind die am Fraunhofer IVV entwickelten VR-Trainings. In der virtuellen Realität lassen sich Maschinenfunktionen, Prozesszusammenhänge sowie Störungsbeseitigungen zeitlich flexibel und abseits der Produktion trainieren. Individuell angepasste didaktische Konzepte tragen dazu bei, Fehlbedienungen zu reduzieren und Rüstzeiten zu verkürzen. Ein zusätzlicher Editor ermöglicht es zudem, VR-Trainings auch ohne Informatikkenntnisse zu erstellen, zu aktualisieren und zu erweitern. Datengestützte Messung von Effizienz und Ressourcenverbräuchen sowie Vorhersagen von Produkthaltbarkeiten Zur datengestützten Erhebung von Energie- und Ressourcenverbräuchen in Verbindung mit der Anlageneffizienz im Herstellungs- und Verpackungsprozess stellt das Fraunhofer IVV das Datenerfassungssystem „VERA“ vor. Es kombiniert Verbrauchsmessungen mit den Betriebszuständen der Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinen, sodass Verbrauchsdaten pro Verpackung, Maschine bzw. Verfahrensschritt bis auf eine Sekunde genau möglich sind. Damit liefert es Realdaten für Nachhaltigkeitsberichte, z. B. die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und zeigt Optimierungspotenziale auf. Auch für die komplexe Verpackungsentwicklung liefern digitale Tools für die Haltbarkeitsprognose des Fraunhofer IVV belastbare Entscheidungsgrundlagen. Schon kleine Änderungen an Material, Folienstärke oder Design können Haltbarkeit und Produktqualität beeinflussen. Mithilfe spezieller Simulationen lassen sich verschiedene Szenarien noch vor der industriellen Produktion der Materialien durchspielen, um zu entscheiden, wie die Verpackung konzipiert werden muss, damit Produktschutz und Kunststoffreduktion optimal ausbalanciert werden. Hochgeschwindigkeits-Impulsschweißen für Monofolien Foto: Fraunhofer IVV Young Talents Day Der Einstieg in die Verpackungsindustrie Bachelor, Master oder Ausbildung in der Verpackungsindustrie – die interpack bringt junge Talente mit Unternehmen zusammen, die an den Verpackungslösungen von morgen arbeiten. Sie zeigt, welche Wege es in diese vielfältige Branche gibt. Dafür steht der letzte Tag der interpack 2026 unter dem Motto „Young Talents“, denn hier dreht sich alles darum, dem Nachwuchs die passende Orientierung fürs Studium oder die Ausbildung in der Verpackungsindustrie zu geben. Der Tag richtet sich demnach gezielt an junge Menschen, die nach einer passenden Ausbildung, einem Studiengang, einem Praktikum, einem Traineeprogramm oder nach Möglichkeiten für ein duales Studium suchen. Hier finden Interessierte alle Informationen direkt aus der Praxis. Im Dialog mit dem Nachwuchs Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann Fortsetzung von Seite 3
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