15. Juni 2019 
 
27. Mai 2019

Ligna: Ende der babylonischen Sprachverwirrung

Ende der Sprachverwirrung im Cluster Wald und Holz: Mit einer neuen IT-Infrastruktur unterstützt das RIF Institut für Forschung und Transfer die Beteiligten bei Datenaustausch und Kommunikation. „ClusterWIS ist als Infrastruktur im Prinzip universell einsetzbar“, betont RIF-Experte Oliver Stern im Gespräch mit DIE MESSE.

Foto: RIFFoto: RIF
Workshop für die Akteure im Cluster Wald und Holz: Das RIF hat eine IT-Lösung für effizienten Datenaustausch entwickelt.
Herr Stern, die Akteure in der Wald- und Forstwirtschaft in NRW nutzen bisher die unterschiedlichsten IT-Systeme. Wozu kann diese „babylonische Sprachverwirrung“ im Cluster Wald und Holz führen?
Wir erleben, dass Insellösungen entstehen, die jeweils einzelne Probleme lösen und die Problemlösungen im Detail optimieren, aber mangels Datenaustausch untereinander wichtige Aspekte ausblenden. Bei den komplexen Aufgabenstellungen, denen wir im Wald gegenüberstehen, geraten Einzelne so schnell auf den sprichwörtlichen „Holzweg“. Anders gesagt: Verloren geht der Blick für das große Ganze. Für ein durchgängiges, nachhaltiges Rohstoffmanagement und eine effiziente Holz- und Biomassemobilisierung benötigen wir jedoch Systeme, die schnell und unkompliziert miteinander in den Austausch treten können.

Das RIF Institut für Forschung und Transfer hat mit dem Forschungsprojekt ClusterWIS nun eine Softwarelösung entwickelt, über die die Beteiligten untereinander kommunizieren und Daten austauschen können. Auf welche Standards setzen Sie dabei?
ClusterWIS ist eine IT-Infrastruktur, die auf offene internationale Standards setzt. Eine solide Basis bilden die ISO-Normen für alle technischen Dimen­sionen. Bezogen auf Geodaten setzen wir auf die OGC-Standards, die vom Open Geospatial Consortium herausgegeben werden und weltweit im Einsatz sind. ClusterWIS organisiert über diese Standards nicht nur die Modellierung und Speicherung von Daten sondern auch den verschlüsselten Datenfluss zwischen den Teilnehmern – und damit zwischen den Anwendungsprogrammen und ihren Endgeräten.

Welche Aufgaben lassen sich mit dem Softwaresystem lösen?
ClusterWIS ist als Infrastruktur im Prinzip universell einsetzbar. Clientsysteme können auf dieser Basis ganz unterschiedliche Aufgaben effizient lösen. Wir haben einige praktische Anwendungen in Form von Referenzszenarien exemplarisch umgesetzt. So haben wir etwa demonstriert, wie Bestandesattribute für einzelne (Klein-)Flächen automatisiert aus Fernerkundungsdaten hergeleitet werden können. Oder wie Holzerntemaßnahmen ohne Systembrüche geplant und durchgeführt werden – bis hin zur on-demand-Lieferung für Bestellungen aus dem Holzverkauf.
Forstliche Dienstleister können die Qualität ihrer Beratungsleistungen verbessern und zum Beispiel Entscheidungen in der biologischen Produktion in verschiedenen Szenarien simulieren. Für Waldbesitzer, Dienstleister, Unternehmer und Holzkäufer stellen wir Auftrags- und Planungsdaten via ClusterWIS über Webportale bereit. Der Komfortgewinn für alle Seiten ist enorm. Sehr deutlich geworden ist das, als wir konkrete Hinweise zu Förderprogrammen integriert haben, die jetzt sehr gezielt und dosiert angezeigt werden können.

ClusterWIS ist ein offenes System. Warum ist das wichtig?
Wichtig war uns von Anfang an, dass jeder Herr seiner Daten bleiben kann. Daher erlaubt das System sowohl zentrale als auch dezentrale Datenhaltungen. Die Anwendungsprogramme und Dienste bisheriger Softwareanbieter im Cluster Wald & Holz lassen sich in dieser offenen Infrastruktur mit überschaubarem Aufwand integrieren. Das gilt auch zukünftig für neue Anwendungen und Dienste zum Beispiel in den Bereichen Baumartenklassifika­tion, Holzvorratsberechnung oder Simulation der Bestandesentwicklung.

Welche Vorteile kann die Softwarelösung im Cluster Wald und Holz hinsichtlich Nachhaltigkeit und Effizienz bringen?
In Sachen Nachhaltigkeit schaffen wir mit ClusterWIS zentrale Voraussetzungen dafür, um die stetig steigende Nachfrage nach dem Rohstoff „Holz“ mit den Anforderungen des Klimawandels, des Umweltschutzes und der Gesellschaft auf der Basis sorgfältiger und solide begründeter Abwägungen in Einklang bringen zu können. Effizienzgewinne für einzelne Stakeholder ergeben sich daraus, dass die Prozesse vom Kunden bis zum Produzenten besser verzahnt und aufeinander abgestimmt werden können. Letztlich helfen die durch die ClusterWIS-Infrastruktur allen Beteiligten verfügbar gemachten Anwendungen, teure Fehlplanungen und Risiken in einer komplexen Realität auf ein Minimum zu begrenzen.

Das RIF Institut für Forschung und Transfer präsentiert sich auf der Ligna im Pavillon P35, Erdgeschoss, Stand A01. Welche weiteren Schwerpunkte setzen Sie in Hannover?
Wir stellen mit dem Kompetenzzentrum Wald und Holz 4.0 vor, wie Methoden aus der Industrie 4.0 in die Forstwirtschaft übertragbar sind. Messebesucher können unsere Smart Forest Labs erleben: Das sind Szenarien, ebenfalls basierend auf den Branchenstandards, in denen Hersteller von Maschinen, Geräten und Software gemeinsam mit Fachleuten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung neue Produkte und Verfahren für die Forstwirtschaft testen oder Anwender schulen können.

https://www.rif-ev.de/
https://www.ligna.de/

 


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