29. November 2020 
 
13. Januar 2020

imm cologne 2020: „Flexible Nutzung beginnt im Kopf“

Die Sonderschau „Future Interiors – designed in Germany“ beschreibt die Stärken deutschen Designs im Kontext gesellschaftlicher Megatrends und zeigt dabei eine Auswahl aktueller Produkthighlights in inspirierender Atmosphäre. DIE MESSE im Gespräch mit Katrin de Louw, Gründerin von Trendfilter und Kuratorin der Sonderschau.

Foto: SudbrockFoto: Sudbrock
Viele Firmen sind mit multifunktionalen Möbeln wie diesem Raumteiler vertreten.
Welche Zielgruppen möchten Sie mit der Ausstellung Future Interiors erreichen?
Ziel ist es, international das Profil für Einrichtung aus Deutschland zu schärfen und ausländische Besucher anzusprechen: Möbelhandel, Projekteinrichter, Innenarchitekten. Gleichzeitig wird auch den deutschen Besuchern bei einem Besuch bewusst werden, was uns von anderen Ländern unterscheidet.

Was zeichnet Produkte „desig­ned in Germany“ aus – wenn man das so sagen kann?
Bei unserer Analyse stellten sich fünf Aspekte heraus, die bei deutschem Design eine besondere Rolle spielen: Multifunktionalität, Ecological Materials, Universal Design, Long-Living Quality und Sustained Colors. Deswegen werden alle fünf Themen an den Wänden mehrsprachig erläutert und erklären dem Besucher die Stärken deutschen Designs in der Einrichtung und warum diese fünf Aspekte zukunftsweisend sind – und vor allem eines: nachhaltig!

Warum müssen Möbel in Zukunft multifunktional sein?
Um die Lebensdauer eines Möbels möglichst lang zu halten, ist eine flexible Nutzung notwendig, die mich in meinem Leben mit wechselnden Bedürfnissen begleitet. Zusätzlich führt die Verknappung des Wohnraumes im urbanen Kontext dazu, dass wir solche Multifunktionalitäten verstärkt suchen als Lösung für langlebige Einrichtung. Flexible Nutzung beginnt im Kopf und kann zum Beispiel durch clevere Funktionsbeschläge in Serie gehen. Auf der Fläche sehen wir etwa ein zunächst eher unscheinbares, kleines Sofa der Firma Bali, welches dann doch mit seiner Wandlungsfähigkeit überrascht. Aber wir hinterfragen auch streng einseitige Nutzungsrituale nach dem Motto: Inwieweit ist ein Esstisch heute noch ein Esstisch oder doch auch etwas anderes, wie zum Beispiel Arbeits- und Familienspieltisch? Es zeigt sich, dass Multifunktionalität für den Käufer einen echten Mehrwert darstellt und im Zuge des gesellschaftlichen Wandels an Bedeutung gewinnen wird.

Sehen Sie eine Veränderung in der Akzeptanz für Möbel, die unter dem Aspekt des Universal Designs entwickelt worden sind?
Nein, umgekehrt: Ich glaube, dass Universal Design sich neu erfinden muss und Produkte für die ältere Generation attraktiv und auf die Höhe der Zeit bringen muss. Neben dem Down­aging, das in unserer Gesellschaft stattfindet, sind ältere Generationen auch mobiler und online aktiv. Mode ist zwar nicht relevant für diese Zielgruppe, Zeitgeist und Design aber sehr wohl.

Was verstehen Sie unter Long-Living Quality und wie wichtig wird das Thema Nachhaltigkeit beim Möbelkauf werden?
Die in Deutschland produzierten Möbel weisen einen enorm hohen Standard aus – vom Material über Beschläge und Zusatzfunktionen bis zur Verarbeitung. Die Lebensdauer in Deutschland produzierter Möbel ist weltweit führend. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt weltweit an Bedeutung, denn wir sitzen alle auf dem gleichen Planeten. Natürlich sind Grundbedürfnisse für die Menschen vorrangig, aber wer sich eine Einrichtung leistet, wird zunehmend nach Umweltaspekten schauen. Materialität gewinnt zum Beispiel in den nächsten Jahren stark an Bedeutung. Die deutschen Hersteller und auch Konsumenten setzen wieder mehr auf Echtholzprodukte, insbesondere auf Massivholz. Dabei steht regionale Holzgewinnung im Fokus. Wir sehen also heimische Holzarten. Für den Konsumenten wird Nachhaltigkeit immer wichtiger, das sehen wir in der Lebensmittelindustrie, wo Bio und Fairtrade Marktanteile gewinnen. Möbel kaufen wir nicht so häufig ein, und es ist an uns allen, den Mehrwert ökologischer und nachhaltiger Produkte zu transportieren.

Sie haben mit Colornetwork eine „Sustained Color“ – also eine nachhaltige Farbe – mit dem Namen „be rooted !®“ definiert. Wie setzen Sie eine eher dunkle Farbe wie „be rooted !®“ auf der Sonderschau ein?
„be rooted !®“ bildet das Farbkonzept, deshalb ist es dunkel. Aber dunkle Ambiente gewinnen auch an Bedeutung. Auf der Sonderschau macht es zusätzlich die Möbel edel und emotional in der Präsentation, da wir über Licht die Augen lenken. Das COLORNETWORK® feiert Weltpremiere auf der imm 2020. Das erst im Jahr 2019 gegründete Netzwerk namhafter Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, über nachhaltige Farben zu sprechen, die Sustained Colors. In einem Expertengremium wird jedes Jahr eine solche langlebige, zeitlose und kombinationsfreudige Farbe gewählt, die dann den Herstellern für ihre Produktentwicklung als Muster zur Verfügung gestellt wird. Eine „Sustained Color“ liegt im Zeitgeist des kommenden Jahrzehntes, passt sich neuen Einrichtungsideen an und spielt sich nicht in den Vordergrund, sondern begleitet die Ideen der Innenarchitekten.

www.imm-cologne.de

 


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