11. Dezember 2018 
 
8. Oktober 2018

EXPO REAL: Planungsmängel frühzeitig erkennen

Insbesondere bei Großprojekten haben klassische Planungsmethoden ihre Schwächen, daran lässt DVP-Vorstand Prof. Dr.-Ing. Norbert Preuß im Gespräch mit DIE MESSE keine Zweifel. Mittels Gebäudedatenmodellierung (Building Information Modeling, BIM) dagegen lassen sich auch äußerst komplexe Projekte meistern.

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Um hochkomplexe Großprojekte effektiv zu meistern, bietet sich die Gebäudedatemodellierung (Building Information Modeling, BIM) als Instrument an.
Herr Prof. Dr. Preuß, die Anforderungen an Bauvorhaben wachsen stetig, die Komplexität der Projekte steigt rasant. Warum kommen hier klassische Planungsmethoden an ihre Grenzen?
Die Abwicklung einzelner Großprojekte zeigt große Schwächen, die in der Presse hinreichend beschrieben wurden und auch in der Reformkommission „Bau von Großprojekten“ des BMVI ihren Niederschlag fanden. Der DVP war als Mitglied dort vertreten. Die Gründe des Scheiterns sind vielfältig und liegen häufig in unzureichendem Projektmanagement, mangelnder Daten- und Prozesstransparenz sowie einer zu schwachen Leitung der Projekte.
BIM kann dies nicht verhindern, ist aber ein wirksames Instrument zur Unterstützung der vielfältigen koordinativen Prozesse in der Planung, vor allem aber im Übergang zur Ausführung. Die Daten- und Prozesstransparenz der Methodik kann bei durchgängiger Anwendung klassische Schnittstellenfehler minimieren, auch weil eine gemeinsame Kommunikationsbasis für alle Projektbeteiligten gegeben ist.

Unter dem Begriff Gebäudedatenmodellierung (Building Information Modeling, BIM) wird eine IT-basierte, kooperative Arbeitsmethodik zusammengefasst, mit der auch äußerst komplexe Projekte gemeistert werden können. Welches Potenzial hat BIM-basiertes Planen für die Bau- und Immobilienwirtschaft?
Der große Effektivitätsvorteil der BIM-Methodik liegt in der unmittelbaren und kontinuierlichen Verfügbarkeit aller projektrelevanten Daten, die Planungsmängel frühzeitig erkennen lässt und teure Nachträge so minimiert.
Beispielsweise verhindern automatisierte Kollisions- und Qualitätsprüfungen in der Praxis häufig auftretende Projektstörungen; die Qualität von Ausschreibungen steigt, Mengen- und damit Kostenermittlungen werden präziser, Kosten- und Terminfolgen notwendiger Planungsänderungen werden zeitnah erfasst, der Bauablauf kann simuliert werden, durch die Verknüpfung mit dem Gebäudemodell werden Leistungsmeldungen bei der Baufortschrittskontrolle erfasst. Diese Liste könnte man noch weiter fortsetzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gebäudemodell die Grundlage für das Facility Management bildet.

Welche technologischen Hürden sind derzeit bei BIM noch zu meistern?
Momentan existieren unterschiedlichste Softwareprodukte für spezialisierte Planungsaufgaben nebeneinander. Es fehlen durchgängig standardisierte BIM-Objekte sowie für alle Anwendungsfälle geeignete und verlustfrei arbeitende Schnittstellen.
Hier besteht noch erheblicher Entwicklungsbedarf für die Softwareindustrie und ein großer Schulungsbedarf für die Anwender. Ich sehe aber neben der technologischen Weiterentwicklung der unterstützenden Softwarelösungen insbesondere die Notwendigkeit in der Erlangung von Sicherheit in der Anwendung. Dort ist zwischenzeitlich sehr viel passiert.
Die Analyse der rechtlichen Auswirkung kann als geklärt angesehen werden. Die Einführung von BIM in den Projekten unter Anwendung der HOAI für die Planer und der AHO-Leistungsbilder für die Projektsteuerer ist möglich, alle Leistungsbilder sind methodenneutral. Nun gilt es, Standards für die Anwendung in den Projekten zu entwickeln, zu schulen und in geeigneten Regelwerken zu verankern.

Wie unterstützt der DVP seine Mitgliedsunternehmen bei der Vorbereitung und Realisierung BIM-basierten Projektmanagements?
Für unsere Mitglieder stellt sich die Frage, wie Building Information Modeling die Arbeit des Projektsteuerers verändert. Der DVP hat daher seit 2015 die Leistungsbilder des Projektmanagements auf die Anwendung mit BIM untersucht und fortgeschrieben. Der DVP-Arbeitskreis „BIM-Standards im Projektmanagement“ beschäftigt sich mit Methoden und Werkzeugen für die Projektsteuerung in BIM-Projekten und erarbeitet konkrete Vorgehensweisen und Hilfestellungen erarbeitet, die von Projektsteuerern bei der Arbeit in BIM-Projekten verwendet werden können.
Außerdem haben wir im Jahre 2017 in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum eine Schulung für Projektmanager entwickelt, die das notwenige Wissen in der Bauherrnsicht vermittelt, um Projekte mit BIM zielsicher zu steuern. Hier erfahren die Teilnehmer, wie sich die Projektsteuerungsleistungen unter Anwendung der Arbeitsmethode BIM verändern, speziell im Hinblick auf das Standardleistungsbild AHO-Heft Nr. 9. Auf unseren Frühjahrs- und Herbsttagungen informieren wir regelmäßig über aktuelle Trends und vermitteln das digitale Handwerkszeug für ein effizientes Projektmanagement in disruptiven Zeiten.

Der DVP präsentiert sich auf der Expo Real in Halle B1 am Stand 342. Welche Schwerpunkte setzt Ihr Verband in diesem Jahr in München?
Vorrangiges Ziel des Messeauftritts ist die weitere Steigung des Bekanntheitsgrades des DVP und unserer Weiterbildungsmarke DVP-ZERT. Unser Gemeinschaftsstand, auf dem verschiedene Mitgliedsunternehmen vertreten sind, bietet unseren über 370 Mitgliedern und Partnern eine Plattform, miteinander in Kontakt zu treten und neue Kunden und Interessenten zu treffen. Für den DVP gilt das hinsichtlich der Gewinnung von Mitgliedern und Weiterbildungsteilnehmern. Die Messe ist für uns aber auch ein wichtiges Instrument, neue Trends zu entdecken und Impulse für die Weiterentwicklung des Verbandes zu bekommen.

Vielen Dank für das Gespräch.

http://www.dvpev.de/
https://www.exporeal.net/

 


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