21. November 2019 
 
10. November 2019

AGRITECHNICA 2019: Neue Datenquellen nutzen

Im Projekt AgriFusion der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sollen bisher unzureichend genutzte Datenquellen für Landwirtschaftsbetriebe nutzbar gemacht werden. Im Gespräch mit DIE MESSE erläutert Agrarsystemtechniker Prof. Dr. Patrick Ole Noack, wie das funktioniert.

Foto: Claudia Georgi / GFZFoto: Claudia Georgi / GFZ
Dieses Weizenfeld dient als Referenzregion für AgriFusion in Norddeutschland.
Sie arbeiten mit ihrem Team am Projekt „AgriFusion“. Worum geht es dabei genau?
Im Projekt geht es um die Erstellung von Ertragspotenzialkarten. Wir arbeiten hier an einem Teilprojekt unter Leitung des GeoForschungsZentrums in Potsdam, gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft. Pflanzen entwickeln sich auf einem Schlag unterschiedlich. Die Gründe dafür liegen einerseits im Aufbau und dem Nährstoffgehalt des Bodens und andererseits in Unterschieden bei der Bewirtschaftung. Am Ende erntet man unvermeidlicherweise an der einen Stelle mehr und an der anderen Stelle weniger.

Die Erntemenge, die an einem Standort unter idealen Bedingungen erzielt werden kann, wird als Ertragspotenzial bezeichnet. Das Ertragspotenzial ist eine wichtige Stellgröße bei der Ausbringung von Dünger, die mit solchen Karten sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht optimiert werden kann: Bei geringem Ertragspotenzial wird weniger Stickstoff gedüngt, sodass kein überschüssiger Dünger in das Grundwasser gelangt. Bei hohem Ertragspotenzial wird mehr gedüngt, mehr geerntet und mehr verdient.

Sie geben den Landwirten einen „digitalen Werkzeugkasten“ an die Hand. Was heißt das für den Anbau und die Einzelflächen?
Mit Werkzeugen kann man Maschinen reparieren und optimal auf eine Maßnahme im Feld abstimmen. Digitale Werkzeuge sind GNSS (GPS), der ISOBUS, geographische Informationssysteme und Spektralsensoren (N-Sensor, Gülle-Sensor). Mit diesen Werkzeugen lassen sich unterschiedliche Lösungen umsetzen: automatische Lenksysteme, Teilbreitenschaltungen, teilflächenspezifische Mengenregelung, eine optimierte Stickstoffdüngung. Sie entlasten den Fahrer, die Kosten für Betriebsmittel wie Dünger und Pflanzenschutzmittel werden reduziert und die Umwelt entlastet. Natürlich kosten die Werkzeuge Geld und der Umgang damit will erlernt sein. Das „System“ funktioniert nur, wenn Landwirte sich auf die Investition und eine gewisse Einarbeitungszeit einlassen. Die Wirtschaftlichkeit hängt stark von der Fruchtfolge, der Standortvielfältigkeit sowie den Schlag- und Betriebsgrößen ab.

Wie stehen Sie und die anderen am Projekt beteiligten Wissenschaftler zum Thema teilflächenspezifisches Verfahren (Precision Farming)?
Positiv. Ertragspotenzialkarten sind ein Baustein des Werkzeugkastens Precision Farming.

Bedeutet der digitale Pflanzenbau weniger Arbeit für die Landwirte?
Ja und nein. Ein Betriebsleiter kann mit Lenksystemen, Teilbreitenschaltungen, Stickstoffsensoren und Applikationskarten guten Gewissens auch einen unerfahrenen Mitarbeiter ins Feld schicken. Und es wird immer schwerer, überhaupt Mitarbeiter zu finden. Gleichzeitig kommen bei der Analyse von Ertragskarten, Bodenkarten und Satellitendaten Fragen auf, die man sich bisher nicht gestellt hat. Dann muss man sich die Zeit nehmen, draußen auf dem Feld an den entsprechenden Stellen den Ursachen für Besonderheiten auf den Grund zu gehen. Man kann sich die Zeit mit digitalen Methoden sicher besser einteilen. Das Wichtigste ist, dass ein Betriebsleiter überzeugt ist, dass das digitale Produkt ihm hilft, Kosten oder Zeit zu sparen oder Erträge zu steigern. Ohne Vertrauen wird das nichts.

Bringt die Digitalisierung die Landwirtschaft nach vorn?
Das hängt von der Technologie und dem Betrieb ab. Dass automatische Lenksysteme viele Betriebe weiterbringt, steht nicht mehr in Frage. Bei vielen anderen Technologien haben wir bisher noch zu wenig Erfahrung. Der Anbau von Zuckerrüben bringt aber wahrscheinlich auch nicht jeden Betrieb weiter. Die Frage lässt sich also nicht mit 0 oder 1 beantworten.

https://www.agritechnica.com/de



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