20. April 2019 
 
6. Februar 2019

Fruit Logistica: Kompakter Foodscanner misst Reifegrad

Ist die Tomate noch genießbar? Mit einem mobilen Food-Scanner sollen Händler und Verbraucher künftig prüfen können, ob Nahrungsmittel verdorben sind. Wie das Gerät die Haltbarkeit von Obst, Gemüse & Co. ermittelt, erläutert Fraunhofer-Forscher Dr. Robin Gruna im Gespräch mit DIE MESSE.

Foto: Fraunhofer IOSBFoto: Fraunhofer IOSB
Kompakter Frische-Inspektor: Herzstück des Scanners ist ein Nahinfrarot-Sensor.
Herr Dr. Gruna, um den Frischegrad etwa von Obst und Gemüse zu bestimmen, haben Sie einen kompakten Foodscanner entwickelt. Wie ist das Gerät aufgebaut?
Der Demonstrator besteht aus einem NIR-Spektralsensor, einer integrierten Lichtquelle sowie einem Bluetooth-Modul, über das ein Smartphone mit dem Gerät kommunizieren kann. Die Komponenten sind in einem faustgroßen Gehäuse untergebracht, das über ein Messfenster für den NIR-Sensor und die Beleuchtung verfügt.

Herzstück des mobilen Scanners ist ein Nahinfrarot (NIR)-Sensor. Welche Aufgaben übernimmt der Sensor?
Mithilfe des NIR-Sensors wird die wellenlängenabhängige Wechselwirkung des eingestrahlten Lichts mit der Probe gemessen. Licht im Nahinfrarotspektrum regt kovalente Molekülbindungen in zumeist organischen Verbindungen an, daher eignet sich diese Art der Spektroskopie sehr gut für die Analyse von Lebensmitteln und wird dafür auch schon lange im Labor eingesetzt. Jedoch erst durch die Entwicklung kompakter und preisgünstiger Spektralsensoren sind neue Anwendungen wie zum Beispiel ein Lebensmittelscanner für Verbraucher möglich.

Um die Lebensmittelqualität mittels der Sensordaten und der gemessenen Infrarotspektren bestimmen zu können, setzen Sie auf intelligente Algorithmen. Was lernt die Software – etwa bei der Analyse einer Tomate?
Für jedes Lebensmittel sind andere Qualitätsparameter relevant. Im Fall der Tomate haben wir den Zuckergehalt und die Festigkeit untersucht, da diese von der Lagerzeit der Tomate abhängen. Um diese Parameter mittels NIR-Spektroskopie bestimmen zu können, muss zunächst der Zusammenhang zwischen dem gemessenem NIR-Spektrum und dem entsprechenden Qualitätsparameter mathematisch modelliert werden. Dies erfolgt mit Hilfe eines größeren Lerndatensatzes, mit dem ein Algorithmus so trainiert wird, so dass dieser Zusammenhang auch für neue Messungen wiedergeben kann. In unserem Fall haben wir dafür hunderte von Tomaten spektral vermessen und im Labor auf ihren Zuckergehalt und ihre Festigkeit untersucht.

In der Cloud werden die gemessenen Daten analysiert und danach über eine App visualisiert. Welche Informationen erhält hier der Anwender?
Dem Anwender wird angezeigt, wie lange die Tomate voraussichtlich noch gelagert werden kann, bis sie eine gewisse Qualitätsgrenze unterschreitet. Somit weiß der Anwender, welches Lebensmittel er in Kürze verbrauchen sollte und wie er Lebensmittelverschwendung vermeiden kann.

Aktuell planen Sie eine Testphase in der Praxis. Welche zusätzlichen Erkenntnisse wollen Sie daraus gewinnen?
Wir wollen sehen, welche Umgebungsbedingungen in der Praxis vorhanden sind und welche Störeinflüsse gegebenenfalls auf die NIR-Messung einwirken. Im Feld, außerhalb des Labors, kann zum Beispiel Fremdlicht oder eine verschmutze Probe die Messung stören. Auch der Anwender kann bei der Messung Fehler machen, schließlich ist dieser in der Regel kein Experte für NIR-Spektroskopie. Ziel ist es, unsere Verfahren einfacher bedienbar und robuster gegenüber Störeinflüssen zu machen.

Wie sehen Ihre weiteren Pläne für den Foodscanner aus?
Der Foodscanner ist nur eine Anwendung unter vielen für die miniaturisierte NIR-Spektroskopie. Wir sehen ein großes Anwendungspotential für diese Technologie innerhalb der gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmitteln. Angefangen in der Präszisionslandwirtschaft, zum Beispiel zur Feststellung des optimalen Erntezeitpunkts, über die Wareneingangskontrolle im Handel bis hin zu Küchengeräten für den Endverbraucher. Es gibt allerdings noch einige wichtige ungelöste Fragestellungen, für die wir aktuell an Lösungen arbeiten. Beispielsweise untersuchen wir, wie die aufwändig trainierten Auswertealgorithmen für andere Produkte „wiederverwendet“ werden können oder wie diese auf NIR-Spektalsensoren unterschiedlicher Hersteller übertragen werden können.

https://www.iosb.fraunhofer.de/

 


Weitere Nachrichten zu "Fruit Logistica":


6. Februar 2019

Zehn Nominierte für Fruit Logistica Innovation Award

Sie stehen fest: Die zehn Nominierten des Fruit Logistica Innovation Awards (FLIA) 2019. Der wichtigste Preis der Fruchthandelsbranche wird am 8. Februar 2019 in Berlin verliehen. Am 6. und 7. Februar 2019 haben mehr als 77.000 Fachbesucher aus über 130 Ländern die Gelegenheit, die Innovation des Jahres zu wählen. (mehr …)



21. November 2018

Fruit Logistica 2019 erstmals mit Start-up Day

Die Fruit Logistica will neue Impulse für junge, kreative und innovative Unternehmen bieten: Unter dem Motto "Disrupt Agriculture" findet am 8. Februar 2019 auf der Fachmesse auf dem Messegelände in Berlin für den globalen Fruchthandel der erste Start-up Day statt. (mehr …)


17. Mai 2018

Fruit Logistica: Trendreport zu Online-Handel

Fruit Logistica – die nächste Ausgabe findet vom 6. bis 8. Februar 2019 in Berlin statt – untersucht die Auswirkungen des Online-Handels auf das Angebot von frischem Obst und Gemüse in der Zukunft. Die Ergebnisse veröffentlicht der Veranstalter in dem Trendreport. (mehr …)


16. April 2018

Fruit Logistica präsentiert Trendreport Teil 2

Die Fruit Logistica stellt allen Interessenten aus der Branche eine ausführliche Lieferketten-Analyse, den zweiten Teil ihres Trendreports, zur Verfügung. Der zweite Teil „Disruption in der Distribution" konzentriert sich auf die Zusammenarbeit in der Branche. (mehr …)


4. April 2018

Billionen-Markt: Fruit Logistica legt Trendreport vor

Die weltweiten Verbraucherausgaben für Obst und Gemüse sollen sich bis 2030 der Fünf-Billionen-Euro-Schwelle nähern. Dies ist das Ergebnis einer neuen Marktstudie, die von einem Beratungsunternehmen erstellt und exklusiv von Fruit Logistica, der weltweit führenden Messe für die Obst- und Gemüsebranche, veröffentlicht wurde. (mehr …)


5. März 2018

Fruit Logistica mit neuer Leitung

Nach zehn Jahren Erfahrung im Fruit Logistica-Team übernimmt Madlen Miserius die Führung der Fachmesse für den Frischfruchthandel, teilt die Messe Berlin mit. Die nächste Fruit Logistica findet vom 6. bis 8. Februar 2019 statt. (mehr …)



24. Januar 2018

Zukunft des Fruchthandels auf Fruit Logistica 2018

"Wie sieht die Zukunft des Fruchthandels aus?" - Das ist eine der zentralen Fragen, die sich der Branche stellt. Im fachlichen Begleitprogramm der Fruit Logistica werden vom 7. bis 9. Februar 2018 Antworten, innovative Lösungen und aktuelle Trends präsentiert und diskutiert. (mehr …)

 

MESSENAVIGATOR
NAHRUNGS- / GENUSSMITTEL
25.04.2019 bis 28.04.2019 in Stuttgart
Slow Food
Markt des guten Geschmacks
30.04.2019 bis 02.05.2019 in Toronto, Ontario
SIAL Canada
International Food & Beverage Trade Show
04.05.2019 bis 09.05.2019 in Frankfurt / Main
IFFA
Die Nr. 1 der Fleischwirtschaft
04.05.2019 bis 05.05.2019 in Offenburg
Baden SPIRITS
Feine Spirituosen
04.05.2019 bis 05.05.2019 in Erfurt
Cake & Bake Germany
Deutschlands größte Tortenmesse
04.05.2019 bis 05.05.2019 in Offenburg
Badische Weinmesse
kulinarisch leben
ALLE TERMINE

E-PAPER FRUIT LOGISTICA

SAVE THE DATE
Nächster Termin der Messe Fruit Logistica: 05.02.2020 bis 07.02.2020

NEWSLETTER
Bleiben Sie auf dem neuesten Stand: Nutzen Sie unseren exklusiven Newsletter "Nahrungs- / Genussmittel" und erfahren Sie alles aus der Welt der internationalen Messewirtschaft - kostenlos, einmal monatlich.
Ihre E-Mail-Adresse:
 
© 2018 by Connex AG