15. November 2019 
 
12. September 2019

IAA 2019: Forschen für Fahrzeuge der Zukunft

Die Fraunhofer-Allianz autoMOBILproduktion sucht neue Lösungen für die Automobilindustrie, denn Mobilität werde zunehmend multimodaler, sagt Allianz-Sprecher Professor Dr. Matthias Putz. Wie das Auto der Zukunft aussehen könnte, erzählt er im Gespräch mit DIE MESSE.

Foto: Fraunhofer IWUFoto: Fraunhofer IWU
Die Fraunhofer-Allianz autoMOBILproduktion stellt auf der IAA den Horch Rennwagen „Silberhummel“ vor.
Herr Prof. Dr. Putz, die Fraunhofer-Allianz autoMOBILproduktion präsentiert sich auf der IAA in Halle 4.1 an Stand C12. Mit welchem Ziel wurde diese Allianz gegründet?
Die Allianz autoMOBILproduktion ist eine interdisziplinäre Kooperation von 16 Fraunhofer-Instituten, jedes mit spezifischer fachlicher Kompetenz und Infrastruktur, alle mit dem einen gemeinsamen Ziel: der Entwicklung neuer Lösungen für die Automobilindustrie.

Im Jahr 2010 gegründet, bestehen exzellente Kompetenzen unter anderem in den Geschäftsfeldern Antriebsstrang, Karosserie, Interieur, Fahrzeugmontage, Planung, Steuerung und Logistik. Um durch die aktuelle Transformation der Mobilität und die damit verbundenen Herausforderungen eine wettbewerbsfähige Automobilproduktion zu erhalten, wurde auch der strategische Handlungsraum der Allianz weiterentwickelt und hat derzeitig seine Schwerpunkte in den Forschungs- und Entwicklungsfeldern: Intelligente Automobil-Produktion; Elektrifizierung des automobilen Antriebsstrangs; Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft; Globale Wertschöpfungsketten und Footprint; Bilanzraum Automobil-Produktion; Produktionsherausforderungen durch autonomes Fahren, Shared Services.

Die Allianz autoMOBILproduktion bietet den Zugang zum gesamten Fraunhofer-Potenzial im Bereich Automobilproduktion. Zielgerichtete Identifizierung, Auswahl und Bündelung der lösungsrelevanten Kompetenzen und der dazugehörigen Infrastrukturen, das ist der Anspruch und der Mehrwert für Projektpartner und Kunden. Damit werden eine interdisziplinäre Integration bei Forschung und Entwicklung ermöglicht und schnell die benötigten neuen industrienahen Lösungen für aktuelle Herausforderungen der Automobilproduktion geschaffen.

Elektroautos, E-Bikes und -Scooter, autonome Fahrzeuge – Deutschland bereitet sich auf eine Verkehrswende vor. Welche Rolle spielt dabei das Automobil?
Motorisierte Mobilität wird zunehmend anders: multimodaler, flexibler, spontaner und situativer. Eines bleibt jedoch gleich, für die Umsetzung werden weiterhin Fahrzeuge benötigt. Wie diese aussehen, ob sie elektrisch oder durch fossile Brennstoffe angetrieben werden, ob sie automatisiert oder sogar autonom fahren und wann welcher Schritt erreicht wird, ist heute nicht mit Bestimmtheit vorhersagbar. Auch was die Nutzung der Mobilität betrifft, gibt es vielfältige Konzepte, die in Abhängigkeit von Generationen und geografischen Regionen zu unterschiedlichsten Szenarien führen.

Dennoch: Es geht um Fahrzeuge, und diese müssen auch zukünftig produziert werden. Automobilproduktion wird dabei verstärkt von vielfältigen Abhängigkeiten gekennzeichnet sein und muss noch weitere Herausforderungen meistern: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Diversifizierung, Nachhaltigkeit, globale Wertschöpfungsketten und Ambivalenzen zwischen Massenfertigung und Losgröße 1 wirken sich massiv auf deren konkurrenzfähige Realisierung aus.

Mit welchen Entwicklungen und Projekten kommen Sie angesichts dieser anstehenden Umwälzungen nach Frankfurt?
Basierend auf sich daraus ergebenden Herausforderungen, stellt die Fraunhofer-Allianz autoMOBILproduktion anhand der Technologieplattform des Horch Rennwagens „Silberhummel“ Handlungsoptionen und einen konkreten Lösungsraum vor. So werden neue Entwicklungen für den kosten- und ressourceneffizienten Karosseriebau der Zukunft vom Allianz-Mitglied Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) gezeigt, mit flexiblen Umform- und Fügetechnologien unabhängig von Losgrößen.

Darüber hinaus werden zwei Addenda zu den Themen Wertschöpfungsnetzwerke und Brennstoffzellenfahrzeuge erstmalig zur IAA veröffentlicht. Diese stellen anhand der zentralen Automobil-Treiber – Digitalisierung, Markt, Mensch, Antriebstechnologien – neue Erkenntnisse in diesen Handlungsfeldern dar und entwickeln damit das kürzlich erschienene und vielbeachtete Positionspapier der Allianz autoMOBILproduktion weiter.

Die Fraunhofer-Allianz autoMOBILproduktion teilt sich einen Gemeinschaftsstand mit weiteren Fraunhofer-Instituten. Können Sie etwas sagen zu deren Innovationen bei der IAA und zu den Synergie-Effekten, die sich aus dem gemeinsamen Messe-Auftritt ergeben?

Impulse geben für die steigenden Herausforderungen der Automobil- und Zulieferindustrie – diese Tradition setzt die Fraunhofer-Gesellschaft auch bei der IAA fort und liefert Antworten auf die Herausforderungen der Branche: durch wirtschaftliche und nachhaltige Anwendungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

Der Fraunhofer-Gemeinschaftsstand mit sieben Instituten aus ganz Deutschland sowie den beiden Fraunhofer-Allianzen autoMOBILproduktion und Verkehr zeigen den hohen Stellenwert automobiler Innovationen bei Europas größter anwendungsorientierter Forschungsgesellschaft. Umsetzbare neue industrienahe Lösungen mit Synergieeffekten für den gesamten Mobilitätsbereich und Fokus auf Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zeigen die Relevanz des Themas innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft.

Die IAA ist die bedeutendste Automobilmesse in Deutschland und gilt für die Branche als Leitmesse. Auf welche Trends sind Sie persönlich in diesem Jahr besonders gespannt?
Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs, kombiniert mit einem Energieträger, der aus regenerativen Quellen gewonnen oder erzeugt werden kann, ist ein entscheidendes Erfolgskriterium für die ökologische Wirksamkeit der weltweiten Substitution fossiler Energieträger durch CO2-freie Alternativen im Fahrzeugbereich. In diesem Zusammenhang bin ich besonders gespannt auf die Verwendung von Wasserstoff als CO2-freier Energieträger und dessen zunehmende Bedeutung in der Strategie führender Fahrzeughersteller und Energieversorger.

Denn neben den Vorteilen der Brennstoffzelle – schadstofffreie Mobilität und das im Vergleich zum Elektroauto schnelle Tanken – ist auch die Herstellung relativ günstig und ressourcenarm. Doch es gibt auch noch vielfältige Herausforderungen auf dem Weg zur wasserstoffbasierten Mobilität, Sicherheitsbedenken etwa, die neuartige produktionstechnische Anforderungen an qualitätsgesicherte, gleichförmige Einzelteile und deren Montage erfordern.

Auch werden für einen Markthochlauf neue Lösungen für eine Massenproduktion und die damit verbundene Automatisierung und das Upscaling benötigt. Schließlich fehlt, wie beim Elektroauto auch, die nötige Infrastruktur zum Laden respektive Tanken von Millionen Pkw. Hier bin ich sehr gespannt, ob sich die positiven Tendenzen intensivieren und zu einer Alternative im Fahrzeugbereich etablieren.

https://www.iaa.de


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