17. Juni 2019 
 
5. Februar 2019

Intec: Werkzeugmaschine zum Hineinschauen

Auf der Intec zeigen die Maschinenbauer der TU Chemnitz ihr ganzes Können. So sind filigrane Bauteile zu sehen und eine Werkzeugmaschine zum Hineingucken. Im Gespräch mit DIE MESSE illustriert Dr.-Ing. Philipp Klimant, Geschäftsführender Oberingenieur an der TU Chemnitz, woran die Chemnitzer Ingenieure so tüfteln.

Foto: TU Chemnitz / Katja KlödenFoto: TU Chemnitz / Katja Klöden
Filigranste Teile aus Hochleistungswerkstoffen – hier Karbon – können mit einem neuartigen NC-Bearbeitungszentrum höchst effizient mit einem Wasser-Abrasivmittel-Strahl geschnitten werden.
Die TU Chemnitz ist gleich mehrfach auf der Intec vertreten, unter anderem in Halle 3, Stand B58. Was ist der Grund dieses umfangreichen Messeauftritts und welche Schwerpunkte setzen Sie?
Sehen und gesehen werden. Wir können zwar nicht für die gesamte TU Chemnitz sprechen, aber für uns Maschinenbauer ist die Intec die wichtigste regionale Messe. Auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 3 geben wir gemeinsam mit anderen Universitäten einen Überblick über unser wissenschaftliches Knowhow mit den Schwerpunkten Industrie 4.0 und deren Fertigungstechnologien. Außerdem sind wir auf anderen Messeständen mit unseren Industrie- oder Forschungspartnern sowie bei großen Allianzen, wie der Sächsischen Allianz für material- und ressourceneffiziente Technologien AMARETO, vertreten.

Wir möchten zum einen auf unsere Forschungsarbeiten aufmerksam machen und einen Beitrag zum Technologietransfer leisten. Zum anderen sind wir immer wieder auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern und zusätzlichen Mitgliedern für unsere Forschungsnetzwerke, wie das AVARE-Netzwerk für Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen oder das META-Netzwerk für die Entwicklung und den Transfer progressiver Automatisierungslösungen.

Auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ zeigen Sie einen Maschinendemonstrator. Was können Fachbesucher hier sehen und womöglich selbst ausprobieren? Was ist das Besondere an dieser Technologie und welche Anwendungsgebiete gibt es?
Wir zeigen quasi eine kleine Werkzeugmaschine, die wir selbst entwickelt und gebaut haben. Das Besondere an dieser Maschine ist, dass sie von einer gläsernen Umhausung umgeben ist. Der Besucher schaut somit direkt in die Maschine hinein. Wir können die Funktionsweise der Maschine und unsere aktuellen Forschungsthemen dadurch transparent und dennoch gefahrlos präsentieren. Das beginnt bei neuen Steuerungsalgorithmen, bis hin zum Maschinenständer aus Metallschaum und neuen Konzepten für Führungen der beweglichen NC-Achsen. Auch zusätzliche Sensorik und sogenannte Industrie-4.0-Komponenten, mit denen wir Bearbeitungsprozesse überwachen, optimieren und effizienter gestalten können, lassen sich damit demonstrieren. Diese IT-Lösungen reichen von einer durchgängigen Informationskette vom Vorschubantrieb über die Maschinensteuerung bis hin zur Cloud-basierten Lösung. An diesem Demonstrator können wir unsere entwickelten Algorithmen im Kleinen auf der Messe zeigen, die wir dann gemeinsam mit Industriepartnern später auf realgroße Maschinen und Prozesse überführen.

Welche weiteren Neuheiten werden Sie auf der Intec zeigen?
Unsere Besucher können sich 3D-gedruckte (SLM) metallische Werkstücke ansehen, die wir durch Fräsen und Glattwalzen so bearbeiten, dass wir einerseits Rauheiten von Rz kleiner 1µm erreichen und andererseits die Oberflächen lokal mit Druckspannungen beaufschlagen. Das ist in dieser Form bislang nur bei Werkstücken aus dem Hochleistungsbereich bekannt – wir schaffen das bei 3D-gedruckten Bauteilen! Basis dafür ist einerseits die Entwicklung einer völlig neuen Prozesskette mit virtuellem Zwilling, der uns die Übernahme der historischen Daten sowie Simulationen von einem Prozess zum nächsten erlaubt und andererseits die Verfahrenskombination von positionsgenauem Fräsen und kraftgesteuertem Glattwalzen auf einer Werkzeugmaschine. Durch den Virtuellen Zwilling kennt der nachfolgende Prozess die komplette Historie des Bauteils und passt Prozessparameter automatisch an. Materialschwankungen oder unterschiedliche Spannungen im Werkstück, die beispielsweise durch den 3D-Druckprozess im Werkstück vorhanden sind, können somit berücksichtigt werden.

Außerdem zeigen wir höchst filigrane Bauteile, die mit Hilfe der Wasserabrasiv-Suspensionsstrahltechnologie mit bisher unerreichter Präzision, Effizienz und Geschwindigkeit geschnitten wurden. Besonders großes Potenzial sehen unsere Kollegen in der Bearbeitung von dicken Faserverbundwerkstoffen und hochharten technischen Keramiken, die zum Beispiel in Katalysatoren, Chemieanlagen, Heizelementen oder Kaffeeautomaten verbaut sind. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass dank der neuen Technologie eine kostengünstigere, flexiblere und schnellere Produktion möglich ist. Wir haben damit eine Marktlücke entdeckt, die nun durch eine Ausgründung geschlossen werden soll.

Die TU Chemnitz ist sehr aktiv im Verbund mit anderen Hochschulen aus Sachsen: So stellen Sie die Sächsische Allianz für MAterial- und RessourcenEffizienteTechnOlogien (AMARETO) vor. Was sind die Ziele dieser Allianz?
Die Allianz AMARETO ist ein Forschungsprojekt, das aus den Spitzentechnologieclustern ADDE (Freiberg), ECEMP (Dresden) und eniPROD (Chemnitz) hervorgegangen ist. Ziel ist es, die Kompetenzen der metallischen Werkstoffentwicklung aus Freiberg mit dem Systemleichtbauwissen im Multi-Material-Design aus Dresden und dem Fertigungswissen aus Chemnitz zu bündeln, um neue Methoden und Transferlösungen für einzelne Teile der Wertschöpfungskette zu erarbeiten. Wir wollen den Produktlebenszyklus ganzheitlich betrachten und optimieren, beginnend mit der Werkstoffauswahl über die Produktion und Nutzung bis hin zum Recycling.

Am 08.02. findet auf der Intec der Fachkräftetag der VEMASinnovativ statt. Sie nutzen dies zur Suche nach wissenschaftlichem Nachwuchs. Hat die TU Chemnitz im Besonderen und der Maschinenbau allgemein Probleme, Nachwuchskräfte zu rekrutieren?
Die Gewinnung von wissenschaftlichem Nachwuchs ist für uns eine zentrale Herausforderung. Die boomende deutsche Wirtschaft in Kombination mit dem Rückgang der Studierendenzahlen in den MINT-Fächern ist sowohl für die Maschinenbau-Branche allgemein als auch für uns als Arbeitgeber spürbar. Nichtsdestotrotz ist dies kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Freiheit der Wissenschaft und Forschung sowie die Möglichkeit zur persönlichen Weiterqualifizierung in Kombination mit einer guten Bezahlung zeichnen uns als sehr guten Arbeitgeber aus. Vielen Jobsuchenden ist einfach nicht bewusst, dass man an einer Universität nicht nur studieren kann…

Ein Blick nach vorne: Wie weit ist der Umbau der deutschen Maschinenbauindustrie in Richtung Industrie 4.0 gediehen - auch im internationalen Vergleich -, und was liegt noch vor uns?
Die deutsche Maschinenbauindustrie ist hier auf gutem Weg. Vor allem die großen Maschinenbauer haben bereits sehr gute Industrie-4.0-Lösungen entwickelt, mit denen sie auch schon sehr gutes Geld verdienen. Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen tun sich immer noch schwer und müssen versuchen, Schritt zu halten. Hier haben wir sicherlich noch Verbesserungspotenzial. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Intec eine gute Möglichkeit bietet, sich über Neuerungen zu erkundigen.

Die Messe Intec gilt als Leistungsschau der Branche. Auf welche Innovationen sind Sie persönlich in diesem Jahr besonders gespannt?
Neben neuen Maschinenkonzepten, auf die ich sehr gespannt bin, rücken vor allem IT- und Dienstleistungslösungen immer mehr in den Fokus der Aussteller. Da freue ich mich besonders auf neue, clevere Lösungen – einige haben wir auch mitentwickelt. Das ist für uns immer das Schönste, wenn wir sehen, wie Lösungen aus der Wissenschaft den Weg in die Industrie geschafft haben.

https://www.messe-intec.de



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