26. Januar 2021 
 
14. März 2018

GrindTec: Sogar Tausendstel-Millimeter wird gespalten

Die Genauigkeit, mit der Werkstücke heutzutage bearbeitet werden können, ist faszinierend: "Dabei wird mittlerweile sogar der Tausendstel-Millimeter gespalten", sagt FDPW-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Wilfried Saxler. DIE MESSE sprach mit ihm über seine Erwartungen an die GrindTec.

Foto: FDPWFoto: FDPW
Prof. Dr.-Ing. Wilfried Saxler, Geschäftsführer Fachverband Deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer (FDPW)
Herr Prof. Dr. Saxler, die GrindTec findet erstmals in neun Messehallen statt. Wie erklären Sie sich das Wachstum?
Dies hat mehrere Gründe. Einerseits haben wir – und damit meine ich die Messegesellschaft AFAG und unseren Fachverband FDPW – wieder deutlich mehr in Werbung für die Messe investiert. Andererseits arbeiten wir ständig am Profil der GrindTec. Als Werkzeug dafür nutzen wir das Produktgruppenverzeichnis, die sogenannte Nomenklatur. In diesem Verzeichnis stehen alle zugelassenen Produkte und aber auch Dienstleistungen, die als erlaubte Exponate auf der GrindTec ausgestellt und beworben werden dürfen. Das Verzeichnis wächst mit jeder GrindTec ein wenig, aber wir achten streng darauf, dass die Themen immer etwas mit Schleif-, Hon- und Läpptechnik zu tun haben. Ich denke, dieses scharfe fachliche Profil gefällt den Ausstellern und auch den Besuchern.

Der FDPW Fachverband Deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer präsentiert sich in diesem Jahr im Tagungscenter der Messe Augsburg. Welche Schwerpunkte setzt Ihr Verband?
Unser Verband versteht sich als fachliches und auch politisches Sprachrohr für die Branche des Schneidwerkzeugmechaniker-Handwerks. Wir vertreten die Interessen unserer Betriebe und nutzen dazu unser großes Netzwerk. Ebenso bieten wir unseren Mitgliedern ein tolles Netzwerk innerhalb der Branche, was auch zunehmend Anerkennung findet. Die Betriebe verstehen sich zwar immer noch als Wettbewerber, merken aber, dass sie ganz alleine auf dem Markt nur schwer existieren können. Und hier vermitteln wir. Selbstverständlich nutzen wir die GrindTec auch als Werbeplattform für die Gewinnung neuer Mitglieder und zur Mitgliederpflege. So präsentieren wir unsere Dienstleistungen wie eine zentrale Qualitätsmanagement-Matrix, Energie- und Umweltmanagement, Arbeitssicherheit, verschiedene Beratungsleistungen, unsere Fachzeitschrift FORUM, um nur einige zu nennen. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal der Datenschutz und die Informationssicherheit.

„Schleiftechnik 4.0 – Excellence in Digital Grinding“ ist ein Sonderthema auf der GrindTec. Welche neuen Optionen eröffnen sich durch die Digitalisierung und die konsequente Vernetzung von Prozessen?
Dieses Thema darf natürlich nicht auf der GrindTec fehlen und tut es auch nicht. Aber so manch einer fühlt sich von den vielen 4.0-Berichten aus allen Branchen überflutet. Ich denke, wir müssen behutsamer mit Industrie 4.0 umgehen. Die Schleiftechnik hat zwar sehr viel dazu zu bieten, aber wir haben uns dazu entschieden nur eine – ich nenne es mal – begrenzte Sonderschau zu präsentieren. Der Konradin-Verlag organisierte mit seiner Fachzeitschrift mav einen Kompetenzführer zusammen mit der AFG und dem FDPW für die GrindTec. Dieser spezielle Katalog zur Schleiftechnik 4.0 führt den Besucher zu den Ausstellern, die Besonderheiten zur Digitalisierung und Vernetzung präsentieren werden. Parallel dazu kann man auf dem Stand der mav auch diverse Hardware zum Thema sehen und anfassen. Das GrindTec-Forum bietet eine Vortragsreihe hierzu an.

Wichtiger Bestandteil Ihrer Verbandsarbeit ist die Nachwuchspflege. Wie ist es darum bestellt? Was planen Sie hier für Augsburg?
Einerseits bieten wir zur Messe wieder den Wettbewerb „Werkzeugschleifer des Jahres“, der durch dem mi-Verlag organisiert und durchgeführt wird. Desweiteren ist auf unserem Messestand die Jakob-Preh-Berufsschule vertreten, die bundesweit einzige Schule, die die schulische Ausbildung unseres Handwerks übernimmt. Darüber hinaus ist das Thema Ausbildung immer ein wichtiger Sprechpunkt – wenn nicht sogar der wichtigste – eines Verbandes bzw. einer Branche. Der FDPW bietet seinen Branchenbetrieben einen „Messestand zum Ausleihen“, um selbst Werbung auf hiesigen Ausbildungsmessen zu machen. Ein toll designter und für junge Menschen ansprechender Stand.
Außerdem haben wir passend zur GrindTec das Verfahren zur Neugestaltung des Berufsbildes des Schneidwerkzeugmechanikers abschließen können. Aktuell wurde die Ausbildungs- und Prüfungsordnung sowie der Ausbildungsrahmenplan in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Deutsches Handwerk ZDH und dem Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB, verschiedenen Bundesministerien und einem Stab von Sachverständigen neugestaltet. Das modernisierte Berufsbild wird sicherlich nochmals einen Schub zur Gewinnung von Ausbildungsinteressenten generieren. Auch die Industrie interessiert sich mittlerweile für diesen Ausbildungsberuf. Sie haben auch gemerkt, dass sie es beim Schneidwerkzeugmechaniker mit einem passgenauen Beruf für das Schleifen von Zerspan- und Schneidwerkzeugen zu tun haben. Das ist eine tolle Entwicklung, auf die ich mir persönlich sehr freue.

Auf welche Messe-Neuerungen sind Sie persönlich in diesem Jahr gespannt?
Einerseits fasziniert mich bei der Zerspanung mit geometrisch unbestimmter Schneide immer wieder die Genauigkeit, mit der Werkstücke bearbeitet werden können. Dabei wird mittlerweile sogar der Tausendstel-Millimeter gespalten. Das bezieht sich nicht nur auf die Maßgenauigkeit, sondern auch auf die Form und Lage. Auf meine persönliche „Lieblingsbranche“ bezogen, das Werkzeugschleifen, freue ich mich besonders auf die Neuentwicklungen der Bearbeitung der hochharten Schneidstoffe CBN und Diamant. In diesem Bereich dürfen wir auf tolle Weiterentwicklungen freuen, denn der Bedarf an spanenden Werkzeugen aus diesen Materialien steigt. Nicht zuletzt dürfen wir uns auch von „smarten“ 4.0-Funktionen und Produkten überraschen lassen.

Der FDPW ist fachlicher Träger der GrindTec. Welche Bedeutung hat die Messe für die Schleiftechnik-Branche insgesamt?
Wie bereits anfangs erwähnt ist die GrindTec mittlerweile zur Weltleitmesse der Schleiftechnik herangewachsen. Die GrindTec wächst von Beginn an immer weiter und der Grad der Internationalisierung nimmt weiter zu – auf der Besucher- und der Ausstellerseite. Die Besucher- und Ausstellerbefragungen, die immer von namhaften Instituten durchgeführt werden, bestätigen hohe Anerkennung in der Schleifbranche. Dies ist einerseits eine Wertschätzung der Arbeit der GrindTec-Organisatoren, andererseits zeigt es aber auch, dass Spezialisierung auch im Messewesen ein erfolgversprechender Weg ist. Wir denken, dass uns die Schleiftechnologie noch lange erhalten bleibt, trotz der rasanten Entwicklung neuer Technologien wie die Additive Fertigung. Somit wird auch die GrindTec von uns als sehr bedeutend eingeschätzt. Viele Aussteller nennen mir bei persönlichen Gesprächen ein prägendes Argument für die Bedeutsamkeit dieser Erfolgsmesse: „Auf der GrindTec sprichst du einen Besucher an. Zu 99 Prozent handelt es sich um einen Schleifer!“. Das spricht doch für sich, oder?

http://www.grindtec.de/

 

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