21. Mai 2019 
 
1. Januar 2017

transport logistic 2017: E-Mobilität für die Zukunft

Die Elektromobilität steht in der Transportbranche hoch im Kurs: Angesichts der fortschreitenden Technik ist davon auszugehen, dass auf der nächsten transport logistic, vom 9. bis 12. Mai 2017 in München, Modelle für verschiedenste Einsatzgebiete präsentiert werden.

Foto: Messe MünchenFoto: Messe München
Bei der transport logistic 2017 steht Elektromobilität im Mittelpunkt.
E-Lkw fahren emissionsfrei, leise und verursachen oftmals niedrigere Betriebskosten als ihre mit Dieselkraftstoff angetriebenen Pendants, so die einhellige Meinung. Klar ist, dass Elektromobilität in jedem Falle viele Vorteile bietet. Auch die Bundesregierung fördert die Elektromobilität. Zwar gelte die Kaufprämie derzeit nur für Fahrzeuge bis zu einem Anschaffungspreis von 60.000 Euro, doch vom versprochenen Ausbau der Ladeinfrastruktur, in den man 300 Millionen Euro investieren will, profitieren auch elektroangetriebene Lkw, so der Veranstalter der transport logistic. Eines der Einsatzfelder für abgasarme Nutzfahrzeuge könnte die Citylogistik sein. Denn viele Innenstädte kämpfen gegen Lärm, Abgase und den Verkehrsinfarkt.

Effizient, aber hohe Anschaffungskosten

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund hat elektromobile urbane Wirtschaftsverkehre im Projekt „ELMO“ zwischen 2011 bis 2015 untersucht. Projektleiter Dr. Sebastian Stütz bewertet das Ergebnis: „Belieferungsverkehre sind in den laufenden Kosten – Fahrstrom versus Kraftstoff – deutlich günstiger“. Die Rede sei von 60 bis 65 Prozent Ersparnis. Vor allem, weil elektrische Antriebe wesentlich effizienter als Verbrennungsmotoren arbeiten und zudem Strom gegenüber Dieselkraftstoff mit weniger Steuern belegt ist. Die Fahrzeuge sind auch bei der Kraftfahrzeugsteuer begünstigt und werden bei der Mautberechnung mit keinerlei Kosten für Luftverschmutzung belegt.

Dennoch scheuen viele Transportunternehmen die hohen Anschaffungskosten, sagt die Messe. Denn Lkw mit Stromantrieb würden derzeit kaum von großen Herstellern produziert, sondern auf der Basis von Dieselfahrzeugen in Kleinserien umgebaut und elektrifiziert. Zusammen mit dem größten Kostenblock, der separaten Antriebsbatterie, bedeute dies eine Investition im sechsstelligen Bereich. Entsprechend dünn sei derzeit auch noch das Servicenetz. Steigt die Nachfrage, könnte dies aber Anlass für die großen Automobilhersteller sein, erschwingliche Modelle in Serie zu fertigen, was wiederum die Nachfrage ankurbeln würde.

„Ein klassisches Henne-Ei-Problem“, meint auch Stütz. „Sobald dieser Teufelskreis aufgebrochen ist, wird die Elektromobilität im Bereich Lkw einen Schub erleben.“ Hierzu könnten laut Stütz vor allem Fortschritte in der Batterietechnik beitragen, die sinkende Batteriekosten und wiederum günstigere Fahrzeuge ermöglichen. Derzeit beträgt die Reichweite eines 7,5-Tonners mit Elektroantrieb nach Untersuchungen des Fraunhofer IML noch keine 150 Kilometer und variiert stark, je nach Umgebungstemperatur.

Technik mit viel Potential

Auf der kurzen Distanz, im Nah- und Regionalverkehr, setzen KEP-Dienste (Kurier, Express und Paketdienste) bereits seit langem erfolgreich Elektro-Kleintransporter ein. Hier wächst die Angebotspalette ständig und alle großen Automobilhersteller sind in diesem Segment vertreten.

Bei allen berechtigten Zweifeln und allen Problemen, die es beim Einsatz von Elektronutzfahrzeugen noch zu lösen gilt, bietet die Technik doch enorm viel Raum für neue Ideen und Visionen. Auch im Rahmenprogramm der transport logistic wird „Elektromobilität“ Thema sein: Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML befasst sich am Mittwoch, den 10. Mai, mit „Elektromobilität in der Logistik: Aktueller Stand, Potenziale, Hemmnisse und Trends“. Ebenfalls am Mittwoch diskutiert der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen „Digitalisierung – Automatisierung – Elektromobilität. Wie kann die Schiene noch umweltfreundlicher und produktiver werden?“

http://www.transportlogistic.de

 

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