RETTmobil 2017

•••8••• Branchennews Bei Lebensgefahr: europaweit 112 Was ist ein Notfall? Wann hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst? Wofür ist der Giftnotruf zustän- dig? Wenn Menschen in Not sind, muss es schnell gehen. DRK-Bun- desarzt Prof. Peter Sefrin: „Die 112 muss gewählt werden, wenn es lebensgefährlich wird. Dazu gehören schwere Unfälle, Vergif- tungen, Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall, Kreislaufkol- laps, schwere Atemnot, starker Blutverlust und andere lebensbe- drohliche Situationen. Die 112 ist kostenfrei und kann europaweit auch vom Handy aus ohne Vor- wahl gewählt werden.“ Die Rettungsleitstelle fragt die wichtigsten Daten ab: Was ist wo geschehen? Welche Verletzungen oder Erkrankungen? Wer meldet? Danach sollte man nicht aufle- gen, sondern Rückfragen der Leitstelle abwarten. Wer nicht sprechen kann, sollte sich durch Klopfen oder andere Geräusche bemerkbar machen und eine Weile nicht auflegen. Der Anruf kann zurückverfolgt werden. Sefrin: „Bitte keine Bagatellen an die 112 melden, diese blockie- ren sonst die echten Notfälle. In Deutschland hilft bei nicht le- bensbedrohlichen Beschwerden der Hausarzt oder, wenn dieser nicht dienstbereit ist, der Ärztli- che Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117). Er ist für Patienten gedacht, die außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes eine dringende ambulante Behandlung benöti- gen, sich aber nicht in einer le- bensbedrohlichen Situation be- finden.“ Gut gewarnt ist halb gerettet: Neues Bund-L nder-Projekt Unter der Leitung des Bundes- amts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) soll eine weitere Verbesserung der Krisen- kommunikation zwischen den Ge- fahrenabwehrbehörden und der Bevölkerung erreicht werden. Hierfür haben sich Bund und Län- der nun gemeinsam ein neues Pro- jekt zur Optimierung der Warnung in Deutschland vorgenommen. Neu an dem Vorhaben ist, dass nicht nur technische Möglichkei- ten ausgelotet werden, sondern dass durchgehend auch Fachleute aus dem Bereich Psychosoziales Krisenmanagement dabei sind. Sie ergänzen die technische Expertise um Erkenntnisse zumWarnbedarf der Bevölkerung. Für das Projekt stehen in den nächsten drei bis fünf Jahren 14 Millionen Euro zur Verfügung, von denen ein Viertel Bund und Länder übernehmen, 75 Prozent des Geldes stammen aus dem Innere-Sicherheit-Fonds (ISF) der Europäischen Union. Für ein wirksames Krisenmanagement seien eine schnelle und umfassen- de Information und eine situati- onsgerechte Warnung der Betrof- fenen (Bevölkerung, Behörden, Ministerien sowie Schlüsselsekto- ren der Wirtschaft) unverzichtbar, hieß es. Nicht für Bagatellen gedacht: die Notruf-Nummer 112 Photo Foto: Paulwip / pixelio.de

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