••• 3 ••• Messewelten die Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), wächst der Druck, Mikroplastik zuverlässig zu erfassen und zu vermeiden. Genau hier setzt das 2024 gegründete Start Up ZAITRUS aus Bayreuth/Deutschland an: Ein sensorgestütztes Durchfluss-System identifiziert Kunststoffpartikel in Flüssigkeiten in Echtzeit – von Abwasser bis hin zu Getränken. Die Lösung identifiziert, kategorisiert, charakterisiert und quantifiziert die Stoffe frühzeitig – direkt an der Quelle. „Für kommunale Kläranlagen oder Lebensmittelhersteller bietet sich so ein effektiver Mechanismus zur Prävention und Qualitätssicherung, der vor Schäden schützen kann“, sagt ZAITRUSGeschäftsführer Till Zwede. Das Verfahren befindet sich in der Pilotphase. Auf der IFAT Munich möchte das Unternehmen neue Partner für weitere Pilotprojekte suchen. Ab dem Jahreswechsel 2026/27 soll es ein vollwertiges Monitoring as a Service geben. KI-gestützte Sensortechnologie findet Batterien und Gaskartuschen Versteckte Lithiumbatterien sorgen in Abfallsortier- und Recyclinganlagen weltweit täglich für Brände – und das mit steigender Tendenz. Um diese und andere gefährliche Objekte wie Lachgas-Kartuschen im Abfallstrom sicher zu erkennen und auszuschleusen, entwickelte das norwegische Startup Litech AS eine KI-gestützte Sensortechnologie. Das kompakte und nachrüstbare System basiert auf der Magnetischen Induktionsspektroskopie (MIS). Es nutzt elektromagnetische Felder mit mehreren Frequenzen, um metallische Objekte anhand ihrer einzigartigen Signalsignaturen zu identifizieren. In Kombination mit künstlicher Intelligenz (KI) kann das Verfahren Lithiumbatterien und Druckgasbehälter von ungefährlichen Metallobjekten auf einem laufenden Förderband unterscheiden. Das funktioniert auch, wenn sich die Störstoffe in Plastiktüten befinden oder von anderen Abfällen verdeckt werden. „Wir haben die reine Pilotphase bereits hinter uns gelassen“, berichtet Synne Sauar, Geschäftsführerin des im Jahr 2021 in Oslo gegründeten Unternehmens. So ist nach ihren Angaben zum Beispiel ein Sensor der ersten Generation schon seit 2024 in einer kommunalen Abfallanlage der norwegischen Hauptstadt erfolgreich im Einsatz. Hauptsächliche Zielgruppen sind die Betreiber von Sortier- und Recyclinganlagen, kommunale Entsorgungsunternehmen sowie OEMs und Systemintegratoren im Bereich Sortier- und Recyclingtechnik. Zu den aktuellen Schwerpunktmärkten gehören die nordeuropäischen Länder, die DACH-Region und Frankreich. Intelligenter Greifer optimiert E-Schrott-Recycling KI ist auch eine der beiden Kerntechnologien, die beim schwedischen Startup Enodo Robotics eingesetzt werden. Die andere ist ein zum Patent angemeldetes robotisches Greifsystem, das unterschiedlich geformte und strukturierte Objekte hoch flexibel erfassen kann. Zusammen bilden sie ein System, das in der Lage ist, die bisher meist manuelle Sortierung von Elektronikschrott und Nichteisenmetallen abzulösen. Bioabfälle in Plattformchemikalie umwandeln EveryCarbon, ein Biotech-Startup mit Sitz in Tübingen/Deutschland, nutzt organische Abfälle – zum Beispiel aus Haushalten, der Landwirtschaft oder der Lebensmittelindustrie – um zusammen mit Abwasser und genmodifizierten Bakterien 2,3-Butandiol – einen Ausgangsstoff für Hochleistungspolymere – herzustellen. „Unsere Vision ist eine Zero-Waste-Produktion, bei der Abfallstoffe zum Ausgangspunkt neuer Materialien werden“, erläutert Dr. Sebastian Beblawy, Geschäftsführer des 2024 aus der Technischen Universität Hamburg ausgegründeten Unternehmens. Aktuell betreibt EveryCarbon eine erste kleine Pilotanlage auf dem Gelände einer Kläranlage in der Nähe von Stuttgart. Dort fährt das Gründerteam seinen kontinuierlichen Fermentationsprozess unter realen Bedingungen hoch und validiert sein erstes Produkt, einen Hartschaum für strukturell und thermisch anspruchsvolle Bauanwendungen. „Die IFAT Munich ist für uns eine strategisch wichtige Plattform, weil sie genau den Schnittpunkt abbildet, an dem wir arbeiten: organischer Abfall-Kohlenstoff aus Haushalten, Industrie und Abwasser trifft auf industrielle Materialwirtschaft“, betont Beblawy und fährt fort: „Unsere Zielgruppen sind zum einen Bioenergiebetriebe, kommunale Ver- und Entsorgungsbetriebe sowie Kläranlagen, die organischen Kohlenstoff bislang unzureichend verwerten und nach neuen Wertschöpfungswegen streben. Zum anderen wollen wir mit Materialherstellern in Kontakt treten, die nach leistungsstarken Alternativen zu petrochemischen Materialsystemen suchen. Und schließlich freuen wir uns auf einen Austausch mit Technologieunternehmen, die Lösungen im Bereich Material- und Prozesstechnik anbieten.“ Startup Area als Innovationsmotor der Branche Die Beispiele zeigen: Innovation in der Umwelttechnologie entsteht zunehmend an den Schnittstellen von Digitalisierung, Biotechnologie und Kreislaufwirtschaft. Die IFAT Munich bringt diese Entwicklungen zusammen – und vernetzt Startups gezielt mit kommunalen Betrieben, Industrie und Technologieanbietern. Weitere Details zur Startup Area, den anderen Sonderausstellungsbereichen sowie den Themenbühnen der IFAT Munich finden sich unter www.ifat.de. Von KI bis Biotech Rund 50 Start Ups präsentieren auf der IFAT Munich neue Lösungen Knapp 50 Jungunternehmen präsentieren sich auf der Start Up Area der IFAT Munich Foto: Messe München GmbH Fortsetzung von Seite 1 Das All-in-one Paket von Swan für die sichere und ganzheitliche Fällung von Orthophosphaten aus Abwässern. 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