EMO 2019 Ausgabe 2
•••20••• Branchennews Ein Software-Entwickler bei der Arbeit Foto: Arif Riyanto on Unsplash Informatiker dringend gesucht Der Arbeitsmarkt für Ingenieure bleibt praktisch unbeeindruckt von Konjunkturaute T rotz der spürbaren Konjunkturabküh- lung, zeigt sich der Arbeitsmarkt in den Ingenieur- und Informatikerberufen weiter stabil. Im zweiten Quartal 2019 waren mo- natsdurchschnittlich 129 290 offene Stel- len zu besetzen – wie im Vorjahresquartal. Der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit verschärft darüber hinaus die anhaltenden Schwierigkeiten für Arbeitgeber, offene Stellen zu besetzen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Ingenieurmonitor, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des VDI vierteljährlich erstellt. Der Arbeitskräfteengpass im Ingenieurbe- reich hat speziell im deutschen Mittelstand noch nichts an Brisanz verloren. Dement- sprechend zeigt sich auch die Situation in sämtlichen Ingenieurberufskategorien wei- ter angespannt. Im Durchschnitt aller Inge- nieurberufe nahm der Engpass im Vergleich zum Vorquartal noch einmal um ein Prozent zu. Auch in den kommenden Quartalen ist nicht mit geringerer Nachfrage zu rechnen. Die Informatikerberufe bilden im zweiten Quartal 2019 mit monatsdurchschnittlich jeweils rund 562 offenen Stellen je 100 Ar- beitslosen den zweitgrößten Engpass hin- ter den Bauingenieurberufen mit einer Relation von 621 je 100. Ebenfalls große Engpässe zeigen sich in der Energie- und Elektrotechnik (507) sowie in der Maschi- nen- und Fahrzeugtechnik (387). Erneut besonders gravierend ist die Situation im Süden der Republik. So zeigten sich die stärksten Engpässe in den Informatikerbe- rufen in Baden-Württemberg (953) sowie in den Bauingenieurberufen in Bayern (975). Im Vergleich zum Vorjahresquartal konnten vier der neun im Ingenieurmonitor betrach- teten Berufskategorien Zuwächse bei der Arbeitskräftenachfrage verzeichnen. Der Rückgang im Bereich Maschinen- und Fahr- zeugtechnik sowie Technische Forschung und Produktionssteuerung spiegelt die Ein- trübung in der Automobilindustrie und im Maschinenbau wider. Auch die Energie- und Elektrotechnik sowie die Kunststofftechnik hatten Rückgänge zu verzeichnen. Dr. Volker Kefer , Präsident des VDI – Verein Deutscher Ingenieure e. V. Foto: VDI / Catrin Moritz www.internorm.de INTERNORM Kunststofftechnik GmbH Robert-Bosch-Str. 5 · 49401 Damme · Telefon +49 (0) 54 91 / 96 91 - 0 Von der Idee bis zur Serie – wir entwickeln Pro dukte für Ihren Erfolg. I HR HAUPT L I EFERANT FÜR KUNSTSTOF FPRODUKTE WA L Z E N · RO L L E N · G I E S S A RT I K E L · S P R I T Z GU S S A RT I K E L Maschinenstillst nde Fraunhofer-Forscher entwickeln Analysetool Forscher des Fraunhofer IPA ha- ben ein Analysetool entwickelt, das dank selbstlernender Algo- rithmen Defekte in schnelltak- tenden Fertigungsanlagen fin- det, bei der Fehlerbehebung unterstützt und ein automati- siertes Maschinen-Benchmar- king durchführt. Nun machen sich die Wissenschaftler damit selbstständig. Vor allem die Pharma- und Kon- sumgüterindustrie arbeitet mit kapitalintensiven Fertigungsan- lagen und ist darauf angewie- sen, die Produktivität stets zu maximieren. Andernfalls drohen Kostendruck und Finanzierungs- lücken. Allerdings gilt in der Praxis: „Je komplexer die Anla- ge, desto geringer die Produk- tivität.“ So sagt es Felix Müller, Gruppenleiter Autonome Pro- duktionsoptimierung am Fraun- hofer IPA. Hinzu kommt, dass viele Fertigungsanlagen eine Vielzahl an Stationen umfassen und so schnell arbeiten, dass Fehlerursachen mit bloßem Au- ge nicht erkennbar sind. Mit der „Smarten Systemopti- mierung“ haben Müller und sein Team deshalb ein Analysetool entwickelt, das Fehler und deren Ursache in schnelltaktenden, verketteten Fertigungsanlagen kontinuierlich erkennt: Ein leis- tungsstarker Konnektor greift dazu über das jeweilige Herstel- lerprotokoll hochfrequent auf die Daten in der Maschinensteu- erung zu. So entsteht eine kon- tinuierliche Datenbasis, die meh- rere selbstlernende Algorithmen zeitsynchron auswerten. Diese erkennen detailliert, wo Feh- ler im Fertigungssystem vorlie- gen, wie sie zusammenhängen und welche Prioritäten sie bei der Behebung haben. Auf diese Weise können Defekte, die zum Ausfall des gesamten Systems führen, schneller behoben oder gar vorhergesagt werden.
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