ACHEMA Pulse 2021
••• 16••• Innovationen Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert. Da das BHKW Wärme sowie Strom erzeugt, wird das Erd- gas effizient genutzt. Die Einsparungen in Zahlen: Rund die Hälfte der not- wendigen Chemie sowie des eingesetzten Frisch- wassers und etwa ein Viertel der sonst üblichen CO 2 - Emissionen werden eingespart. In dem Beispiel sind es pro Jahr 770 Tonnen CO 2 . Gerechnet wurde mit ei- ner Amortisationszeit von 3 bis 4 Jahren. Gefördert wurde die Neuentwicklung der Anlage vom Bundes- umweltministerium im Rahmen des Umweltinnovati- onsprogrammes. Ressourceneffizienz in der Praxis Veranschaulicht wird das neue Verfahren im Film „Effiziente Oberflächentechnik im Leichtbau – Rei- nigung von Aluminiumteilen“ des VDI Zentrum Res- sourceneffizienz. Erstellt wurde er im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Abrufbar ist der Film auf dem YouTube-Kanal des VDI ZRE „Ressource Deutschland TV“. Weitere Impulse zur Umsetzung der betrieblichen Ressourceneffizienz bietet das VDI ZRE in Form von Publikationen, Online-Tools und weiteren Informati- onen unter www.ressource-deutschland.de kosten- frei an. Ready to go Weichen für European Coatings Show 2021 im September gestellt Die Bayerische Staatsregierung hat weitere Erleichterungen der Coro- na-Maßnahmen beschlossen und benennt eine klare Öffnungspers- pektive für die Messewirtschaft: Bei einer anhaltend günstigen Ent- wicklung des Infektionsgesche- hens ist die Wiederaufnahme des Messebetriebs bis spätestens zum 1. September 2021 möglich. Damit will Bayern Messen rechtzeitig zum Start der European Coatings Show vom 14. bis 16. September 2021 wieder erlauben. „Wir freuen uns sehr über die Ent- scheidung der Bayerischen Staats- regierung eines möglichen Messe- Restarts rechtzeitig zur ECS im September. Die Öffnungsperspek- tive sorgt für mehr Planungssicher- heit bei unseren Ausstellern und Be- suchern“, so Alexander Mattausch, Executive Director Exhibitions, NürnbergMesse. Amanda Beyer, Director Event Management Vin- centz Network, fügt ergänzend hinzu: „Die Signale aus der Branche zeigen uns klar, wie essentiell die ECS als Treffpunkt für die Lack- und Farbenindustrie ist. Umso mehr begrüßen wir die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, die mit ihrem Entschluss eine ech- te Perspektive für ein persönliches Wiedersehen in Nürnberg gibt.“ Planungen für ECS laufen auf Hochtouren Derzeit laufen die Vorbereitungen für die European Coatings Show 2021 auf Hochtouren. Rund 500 Aussteller haben sich bereits für die Leitmesse der internationalen Coatings-Industrie angemeldet. Ergänzt wird die Fachmesse auch in diesem Jahr durch die teilpar- allele European Coatings Confe- rence vom 13. bis 14. September sowie ein attraktives Rahmenpro- gramm. Ein umfassendes Hygie- nekonzept macht zugleich eine si- chere ECS im Herbst 2021 möglich. Mehr Infos hierzu unter: www. european-coatings-show.com/de/ Rund 500 Aussteller haben sich bereits angemeldet Foto: NuernbergMesse Fortsetzung von Seite 13 Neue Lasertechnologie für Nanopartikel Mit Laserdruck gewünschte Morphologien erzeugen E in interdisziplinäres Team vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung stellt im Fachmagazin Nature Communi- cations erstmals eine Lasertech- nologie vor, die es ermöglicht, Nanopartikel wie Kupfer-, Kobalt- und Nickeloxid herzustellen. Mit der üblichen Druckgeschwindig- keit entstehen auf diese Weise zum Beispiel Fotoelektroden für eine Vielzahl von Anwendungs- bereichen wie der Erzeugung von grünemWasserstoff. Bisherige Methoden erzeugen solche Nanomaterialien nur mit hohem Energieaufwand in klas- sischen Reaktionsgefäßen und in vielen Stunden. Mit der am Insti- tut entwickelten Lasertechnolo- gie können die Wissenschaftler geringe Mengen Material auf ei- ne Oberfläche aufbringen und gleichzeitig mittels hoher Tem- peraturen des Lasers in kürzes- ter Zeit eine chemische Synthese durchführen. „Als ich die Nano- kristalle unter dem Elektronen- mikroskop entdeckte, wusste ich, dass ich etwas Größerem auf der Spur bin“, sagt Junfang Zhang, Erstautorin der Studie und Doktorandin. Aus dieser Ent- deckung wurde eine neue und umweltfreundliche Methode zur Synthese von Materialien, die un- ter anderem auch Sonnenenergie effizient in Strom umwandeln kann. Ohne Umwege direkt mit Son- nenlicht zu Wasserstoff: „Heut- zutage wird der meiste grüne Wasserstoff aus Wasser mit Hilfe von Strom erzeugt, der von Solar- zellen kommt und in Batterien ge- speichert wird. Durch den Einsatz von Fotoelektroden können wir das Sonnenlicht direkt nutzen“, sagt Dr. Aleksandr Savateev. Das neu entwickelte Prinzip funk- tioniert mit sogenannten Über- gangsmetalloxiden, hauptsächlich Kupfer-, Kobalt- und Nickeloxid, die allesamt gute Katalysatoren sind. Die Besonderheit dieser Oxide liegt in der Vielzahl ihrer möglichen Kristallformen (Nano- kristalle wie z. B. Nanostäbe oder -sterne), die sich auf ihre Ober- flächenchemie auswirken. Jede Struktur kann einen anderen Ein- fluss auf katalytische Reaktionen haben. Daher ist es wichtig, dass diese Nanostrukturen gezielt – oder sogar ungezielt, aber wieder- holbar – hergestellt werden kön- nen. Die entwickelte Technologie könnte auch genutzt werden, um schnell und effizient neue Kata- lysatoren zu finden. „Laserpunkt für Laserpunkt können wir neben- einander durch einfache Variation der Zusammensetzung und der Bedingungen verschiedene Ka- talysatoren erzeugen und dann auch gleich parallel testen“, sagt Dr. Felix Löffler und fügt ergän- zend hinzu: „Wir müssen jetzt aber noch daran arbeiten, dass die Katalysatorsysteme in allen Anwendungsbereichen ausdau- ernder werden.“ DieMethode Ähnlich dem Prinzip einer Schreib- maschine, wird Material von ei- nem Donor- auf einen Akzeptor- Träger übertragen. Auf ersterem befindet sich die „Farbe“, ein fes- tes Polymer, was mit Metallsalzen vermischt ist, letzterer besteht aus einem dünnen Kohlenstoff- nitrid-Film auf einer leitfähigen Elektrode. Durch gezielte Laser- bestrahlung werden die Salze zusammen mit dem geschmol- zenen Polymer auf den Akzeptor übertragen. Die kurzzeitig hohen Temperaturen lassen die Salze innerhalb von Millisekunden re- agieren und sie wandeln sich in Metalloxid-Nanopartikel mit ge- wünschter Morphologie um. So funktioniert die neue Laser-Methode Foto: Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
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