19. Mai 2019 
 
15. Mai 2019

Photovoltaik: Installation an Fassaden rechnet sich

Der überwiegende Anteil der Photovoltaikanlagen in Deutschland ist mit Befestigungssystemen auf Dächern montiert. Warum auch in Fassaden und Dachflächen vollständig integrierte Solarmodule Gebäudeeigentümern große Vorteile bieten können, erläutert Fraunhofer-Forscher Dr. Tilmann E. Kuhn im Gespräch mit DIE MESSE.

Foto: Fraunhofer ISE / Michael EckmannFoto: Fraunhofer ISE / Michael Eckmann
Prototyp eines farbigen Moduls für die Integration in die Fassade eines neuen Laborgebäudes des Fraunhofer ISE
Herr Dr. Kuhn, der Anteil bauwerk­integrierter Solarmodule ist in Deutschland bisher noch klein. Woran liegt das?
Technisch gibt es kein Problem. Es gibt zunehmend mehr Produzenten und der BIPV-Markt wächst Stück für Stück. Nach unserer Wahrnehmung sind das größte Hemmnis für einen Massenmarkt die vielen kleinen „Stolpersteinchen“, die eventuell auftauchen können. Ein Beispiel dafür sind möglicherweise fehlende Zulassungen als Bauprodukt, die dann zu zeitaufwändigeren Zustimmungen im Einzelfall (vBG) führen. Ein anderes Hindernis sind höhere Kosten, die durch Kleinserienfertigung verursacht sind. Hier haben wir ein klassisches Henne-Ei-Problem: Weil der Markt klein ist, haben die vorhandenen Firmen Schwierigkeiten, ihre Produktion signifikant auszuweiten. Wenn die Kosten stärker sinken würden, würde sich der Markt ausweiten.

Welche Vorteile bieten vertikal eingebaute Module gegenüber herkömmlichen Anlagen auf Dächern oder Freiflächen?
Vertikal eingebaute Module ermöglichen insbesondere bei höheren Gebäuden, bei denen die Dachfläche relativ zur Nutzfläche klein ist, Solarerträge zur Reduktion der CO2-Emissionen. Eine Dissertation, die das Fraunhofer ISE gemeinsam mit dem KIT durchgeführt hat, zeigt, dass es an Dächern und Fassaden sehr große Flächen gibt, bei denen sich eine PV-Installation rentieren würde (positive TCO, total cost of ownership). Rund 22 Prozent der rentablen Flächen befinden sich an Fassaden.

Fraunhofer ISE hat bereits einsatzfähige Prototypen bauwerkintegrierter Solarmodule – kurz BIPV (Building Integrated Photovoltaics) – mit variablen Zell- und Modulformaten entwickelt. Welche Bandbreite decken Sie dabei ab?
Gemeinsam mit Industriepartnern entwickeln wir alle Arten von BIPV-Modulen und Systemen. Bei BIPV-Modulen liegt der Schwerpunkt auf Modulen aus langlebigem kristallinem Silizium, wir arbeiten aber auch an Perowskit- und OPV-Lösungen für Spezialfälle. Die Produktentwicklung reicht von hocheffizienten farbigen Modulen bis zu neuartigen transparenten Modulen mit ansprechender Optik.

BIPV ist aktuell noch ein Nischensegment. Welche Hebel sind anzusetzen, damit daraus ein Massenmarkt wird?
Wie schon bei Frage eins ausgeführt ist es wichtig, dass die BIPV-Module so qualifiziert sind wie andere Bauprodukte auch, dass die Planung von BIPV-Systemen vereinfacht wird und dass man zuverlässige und effiziente digitale Schnittstellen zwischen dem Bauprozess und den Herstellungsprozessen beim Modulhersteller etabliert (BIM-CAM). Im konservativen Bausektor sind weitere erfolgreiche Referenzprojekte ebenfalls von hoher Bedeutung.

Fraunhofer ISE präsentiert sich auf der Intersolar am Stand A1.540. Welche weiteren Schwerpunkte setzen Sie in München?
Das Fraunhofer ISE zeigt neue Entwicklungen aus dem Bereich der Solarzellenproduktion, unter anderem mono- und bifaziale Schindelsolarzellen. Bei der Modulfertigung steht die Integrierte Photovoltaik im Vordergrund, also BIPV, aber auch in PKW und LKW integrierte Module. Weitere Schwerpunkte auf dem Messestand sind das Thema Solar Forecasting mit Einstrahlungssensoren, Leistungselektronikentwicklung sowie Batterie-Stack- und System­entwicklung.

https://www.ise.fraunhofer.de/
https://www.thesmartere.de/

 


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