24. August 2019 
 
20. März 2019

Roboter als mobiler Fassaden-Pfleger

Die aufwändige und teure manuelle Pflege von Fassadenbegrünungen wollen Forscher am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA überflüssig machen: Künftig soll der sogenannte Green Wall Robot alle anfallenden Arbeiten erledigen.

Foto: Fraunhofer IPAFoto: Fraunhofer IPA
Das modulare Konzept der automatisierten Fassadenbegrünung soll es dem Roboter ermöglichen, sämtliche Pflegearbeiten an der Fassade zu übernehmen.
„Mit dem Green Wall Robot möchten wir neue Potenziale für vertikale Begrünungen und den Pflanzenanbau im urbanen Umfeld schaffen“, fasst Kevin Bregler vom Fraunhofer IPA das Ziel seiner Forschungsarbeit zusammen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Reisinger vom Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) an der Universität Stuttgart entwickelt er derzeit ein Konzept für neuartige, vollautomatisierte Fassadenbegrünungen.

Es beinhaltet einen intelligenten, schienenbasierten Roboter, der sich autonom bewegt und sämtliche Pflanz-, Pflege- sowie Instandhaltungsarbeiten übernehmen soll. Der Green Wall Robot ist mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in der Lage, die Fassade optimal zu bewirtschaften. Mit einer speziellen Bildverarbeitungssoftware soll der Green Wall Robot in die Lage versetzt werden, die einzelnen Pflanzen voneinander zu unterscheiden. „Damit kann er den Zustand der Vegetation bestimmen, Schädlings- oder Pilzbefall detektieren und Bonituren durchführen“, erklärt Bregler.

Mit seinem Roboterarm kann der Green Wall Robot außerdem sämtliche mechanische Aufgaben übernehmen: Pflanzen säen, schneiden oder vollautomatisch austauschen. „Unsere Fassadenbegrünung ist aus Modulen und Submodulen aufgebaut“, erläutert Bregler. „So kann der Green Wall Robot gezielt einzelne Submodule mit kranken oder abgestorbenen Pflanzen entnehmen und durch neue ersetzen.

„Bewässert werden die Pflanzen über ein Leitungssystem, das in die Module integriert ist. „Im industriellen Kontext kann Abwärme für die Fassadenbegrünung nutzbar gemacht werden“, erklärt Reisinger, der mit seinem Team auch zu Ultraeffizienzfabriken forscht. „Dadurch könnten Fabriken im urbanen Umfeld aktiv zur Luftreinhaltung beitragen, anstatt die Situation für Anwohner durch Emissionen weiter zu verschärfen.“

https://www.ipa.fraunhofer.de/

 


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