24. September 2020 
 
13. Mai 2016

Automatica: Roboter macht die Haare schön

Der Industrie-Roboter „Balthazar“ erobert die Beauty-Branche und ist damit Pionier eines ganz neuen Automatisierungsbooms. Auf der Automatica vom 21. bis 24. Juni in München ist „Balthazar“ live zu sehen.

Foto: Tim Reckmann/pixelio.deFoto: Tim Reckmann/pixelio.de
Dank individueller Roboter-Fertigung kann man zukünftig vielleicht seine selbst entwickelten Beauty-Produkte fürs Haarstyling per Mausklick im Internet bestellen.
Ein slowenischer Start-up-Betrieb entdeckte das ungewöhnliche Talent des Doppel-Arm-Droiden. Als Industrie-Roboter der 4.0-Generation arbeitet „Balthazar“ mit dem Internet vernetzt. Seine Spezialität: Beauty- und Wellnessprodukte komponieren – ganz nach individuellem Verbraucherwunsch auf Knopfdruck aus dem Online-Shop. „Der flexible Einsatz des Roboters Balthazar steht exemplarisch für einen neuen Automatisierungstrend, der jetzt für kleine und mittlere Unternehmen offensteht“, sagt Dr. Martin Lechner, Leiter Technologiemessen der Messe München, zuständig für die AUTOMATICA. „Mit der digitalen Vernetzung günstiger Industrie- oder Serviceroboter wird der Wunsch nach maßgeschneiderten, personalisierten Produkten und Diensten kosteneffizient verwirklicht.“

Beauty per Mausklick

Im Anwendungsfall von „Balthazar“ stellen Internet-Käufer ihre individuelle Wunschrezeptur im Online-Shop per Mausklick zusammen. Größe und Inhaltsstoffe der Produkte werden von den Verbrauchern selbst bestimmt und mithilfe eines Online-Assistenten an die persönlichen Bedürfnisse angepasst. Vor der Auslieferung haben sie zudem die Möglichkeit, das Verpackungsdesign zu gestalten sowie den Fertigungsprozess von „Balthazar“ per Live-Stream nachzuverfolgen.

Chance für kleinere und mittlere Unternehmen

Der Roboter folgt dabei dem Konzept „Built-to-Order“ der nächsten Automatisierungswelle – erst nach der Bestellung erfolgt die Fertigung. Der Wunsch nach Individualisierung in der Massenproduktion (Mass Customization) wird zudem in ganz neuer Weise durch die kooperativen Roboter der jüngsten Generation ermöglicht. Eine solche begrenzte Serienproduktion ist ein Trend in zahlreichen Anwendungsfeldern, wie heute schon in der Automobilindustrie. Unterschiedliche Produktvarianten werden dabei jeweils nahtlos hintereinander hergestellt. Aufwendige und kostenintensive Fertigungsanpassungen entfallen. Bildverarbeitungssysteme und Sensoren lassen erste Roboter praktisch „sehen“ und „fühlen“ und so mit der umgebenden Infrastruktur kommunizieren. Damit bilden sie beispielsweise in der Fertigung eine zentrale Stütze für die vernetzte Produktion.

„Den Industrie-Roboter Balthazar und viele seiner Pionier-Kollegen sollten sich vor allem mittelständische Unternehmensentscheider auf der Automatica in München nicht entgehen lassen.“, sagt Dr. Martin Lechner.

 

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