13. Mai 2021 
 
11. April 2021

KI in der Produktion – Qualitätskontrolle via Sound

An Modelle der Künstlichen Intelligenz trauen sich viele Unternehmen nicht heran, schließlich können diese schnell unübersichtlich werden. Damit lassen sie jedoch viel Potenzial für die Qualitätskontrolle brach liegen. Die neue Software IDMT-ISAAC ermöglicht es nun auch Anwendern ohne KI-Expertenwissen, von Künstlicher Intelligenz zu profitieren. Auf der Hannover Messe wird IDMT-ISAAC präsentiert.

Foto: PixabayFoto: Pixabay
Das neue Software-Framework IDMT-ISAAC des Fraunhofer IDMT liefert KI-basierte Audioanalyse-Werkzeuge, welche auch von Anwendern ohne KI-Expertenwissen genutzt werden können. Angepasst an spezifische Produktionsprozesse und Anforderungen im eigenen Unternehmen, können die Nutzer ihre Qualitätssicherung durch die Analyse von Audiodaten erweitern und optimieren.
Künstliche Intelligenz bietet viel Potenzial, etwa in der Qualitätskontrolle produzierender Betriebe. Doch ist das Trainieren der KI-Modelle schwierig und erfordert mathematisches Wissen, schließlich gibt es unzählige Parameter, die in eine solche Analyse fließen können. Die Einstiegshürden sind daher hoch – kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die nicht über eine eigene Entwicklungsabteilung verfügen, schrecken oft vor KI-Anwendungen zurück. Auch im laufenden Betrieb ist Expertise gefragt: Ist ein KI-Algorithmus angelernt und wird dann das Produktdesign oder die Geometrie des Bauteils leicht geändert, erkennt der Algorithmus dies zunächst als Fehler. Die KI muss in diesem Fall neu trainiert werden.

KMU horchen auf: Künstliche Intelligenz wird auch ohne Expertenwissen bedienbar


Die Software »IDMT-ISAAC« des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau hilft Anwendern ohne KI-Expertenwissen dabei, diese Hürden zu überwinden. IDMT-ISAAC steht dabei für Industrial Sound Analysis for Automated Quality Control. »Wir wollen KMU befähigen, die KI-Algorithmen selbst anzupassen und zu adaptieren«, sagt Judith Liebetrau, Gruppenleiterin Industrial Media Applications am Fraunhofer IDMT. »Sie können IDMT-ISAAC auf ihre eigenen Audiodaten anwenden, neu trainieren und somit schnelle und verlässliche Ergebnisse und Entscheidungshilfen für ihre Qualitätssicherung erhalten.«

Wie erfahrene Maschinenbetreiber wissen, kann man Fehler vielfach am Klang des Prozesses erkennen. Auch IDMT-ISAAC setzt auf die Akustik: Die Forscherinnen und Forscher haben das System mit aufgezeichneten akustischen Daten von Schweißprozessen trainiert. Die KI analysiert die typischen Prozessgeräusche und zieht aus den Audiodaten Rückschlüsse auf die Qualität der jeweiligen Schweißnaht. Herzstück von IDMT-ISAAC ist ein Framework, über das die Anwender mit wenigen Klicks verschiedene Parameter ändern können, um der KI etwa eine Geometrieänderung des Produkts beizubringen. Im Sommer 2021 soll die Software an den Live-Betrieb angepasst sein – dann könnte das System also Echtzeit-Daten aus der Produktion umgehend analysieren und die Qualitätssicherung optimieren. In drei bis vier Jahren soll es zudem aktiv in die Produktion eingreifen können.

Doch nicht nur beim Schweißen bietet das Framework neue Analysemöglichkeiten. »Wir haben im Baukasten diverse Methoden integriert, um andere Prozesse wie Fräsen relativ schnell abbilden zu können«, erläutert Liebetrau. Perspektivisch soll es für Unternehmen zudem möglich sein, ihre eigene Software zu nutzen und über eine Schnittstelle auf dem Server des Fraunhofer IDMT auf die KI des Instituts zuzugreifen. Doch egal ob die Unternehmen die KI über das Framework bei sich integrieren oder über eine Schnittstelle darauf zugreifen: Datenschutz und Datensicherheit werden stets beachtet, denn die Daten werden anonymisiert verarbeitet.

Entscheidungen der KI nachvollziehen


Über verschiedene Nutzerprofile lässt sich die Software an unterschiedliche Nutzergruppen anpassen: an KI-Einsteiger ebenso wie KI-Experten. So ist es beispielsweise für Entwickler von KI-Algorithmen sehr interessant, ein Gefühl dafür zu bekommen, auf welche Weise die KI ihre Entscheidung trifft und an welchen Geräuschen sie diese festmacht. »Wir gehen mit dem Framework daher auch ein Stück weit Richtung Explainable AI, um die KI nachvollziehbarer zu machen«, sagt Liebetrau.

Auf der Hannover Messe vom 12. bis 16. April 2021 stellen die Forscherinnen und Forscher ihre Entwicklung vor. Am virtuellen Messestand können Besucherinnen und Besucher mit IDMT-ISAAC Modelle der Künstlichen Intelligenz auf industrielle Audiodaten anwenden, um so deren Qualität zu überprüfen.

https://www.hannovermesse.de/de/

 

Weitere Nachrichten zu "HANNOVER MESSE":


20. April 2021

HANNOVER MESSE zeigt die Zukunft der Industrie…und der Messebranche

Jahr für Jahr ist die HANNOVER MESSE das Schaufenster der Industrie – mit Zukunftsthemen wie KI, nachhaltige Produktion oder 5G. Als rein digitale Veranstaltung wurde die diesjährige Messe zum doppelten Schaufenster und zeigte nicht nur die Zukunft der Industrie, sondern gab auch einen Ausblick darauf, in welcher Bandbreite Messen künftig ausgerichtet werden. (mehr …)



4. März 2020

HANNOVER MESSE 2020 wird verschoben

Die Hannover Messe wird verschoben. Das hat die Deutsche Messe AG heute bekannt gegeben. Wegen der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus wird die Messe nicht wie geplant am 20. April beginnen, sondern vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Die Industrieschau in Hannover ist mit mehr als 5.000 Ausstellern und rund 200.000 Besuchern die weltweit größte Messe für Automatisierung und Energietechnik. (mehr …)


22. November 2019

HANNOVER MESSE: Logistik im digitalen Umbruch

Die Entwicklungen rund um Industrie 4.0 und Digitalisierung betreffen sämtliche Branchen und werden auch die Logistik nachhaltig verändern. Auf der kommenden HANNOVER MESSE (20. bis 24. April 2020) präsentieren insgesamt rund 6.000 Unternehmen aus aller Welt Produkte und Lösungen, darunter eine Vielzahl an Logistiklösungen. (mehr …)


31. Mai 2019

CeMAT jetzt Teil der HANNOVER MESSE

Mit künftig sieben Ausstellungsbereichen stellt die HANNOVER MESSE die Weichen für weiteres Wachstum in den Kernsegmenten Industrie, Energie und Logistik. Die CeMAT ist nun auch ein Teil davon und zeigt 2020 in diesem Rahmen seine Lösungen für die Logistik-Branche. (mehr …)


24. Mai 2019

job and career at Hannover Messe zieht positive Bilanz

„Die Hannover Messe 2019 hat gezeigt, dass sie die international wichtigste Plattform für alle Technologien rund um die industrielle Transformation ist“, resümierte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG, zum Abschluss der diesjährigen Hannover Messe. (mehr …)


24. April 2019

Industrielle Transformation prägt Hannover Messe 2019

Die wichtigsten Themen der Hannover Messe 2019 waren der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie und Robotik, die Potenziale der neuen Mobilfunkgeneration 5G in der industriellen Anwendung, Leichtbau und die Zukunft der Arbeit in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung. (mehr …)


1. April 2019

Hannover Messe: Schweißroboter entlastet Werker

Bisher manuell durchgeführte Schweißarbeiten lassen sich mit sensorgeführten kollaborativen Robotern teilweise automatisieren. Dabei wird der Werker durch einen präzisen Roboterarm unterstützt, der ihm langwierige und körperlich ermüdende Arbeit abnimmt, erläutert Fraunhofer-Forscher Dr.-Ing. Christian Henke im Gespräch mit DIE MESSE. (mehr …)


1. April 2019

Hannover Messe: Smarte Weste stärkt den Rücken

Eine intelligente Softorthese, die Arbeitskräfte mit einer Echtzeit-Bewegungserkennung unterstützt, soll Erkrankungen des Rückens entgegenwirken. Mit ErgoJack präsentieren Fraunhofer-Forscher in Halle 17 am Stand C24 einen Prototyp der smarten Weste auf der Hannover Messe. (mehr …)


 

MESSENAVIGATOR
AUTOMATION
ALLE TERMINE

E-PAPER HANNOVER MESSE

NEWSLETTER
Bleiben Sie auf dem neuesten Stand: Nutzen Sie unseren exklusiven Newsletter "Automation" und erfahren Sie alles aus der Welt der internationalen Messewirtschaft - kostenlos, einmal monatlich.
Ihre E-Mail-Adresse:
 
© 2018 by Connex AG