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Was ist eigentlich eine "internationale Messe"?

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02.02.2017

Nahezu jede Messe, die etwas auf sich hält, wirbt mit dem Begriff "international". Ab wie viel Aussteller oder Besucher ist dieser schillernde Begriff aber gerechtfertigt? Manche Veranstalter meinen ja, zwei oder drei Aussteller aus dem Auland müssten doch reichen. Dem ist nicht so.

 - Wenn man eine Messe international nennen will, sollte sie zehn Prozent ausländische Aussteller und fünf Prozent ausländische Besucher haben.
© FKM, electronica München/Munich
Wenn man eine Messe international nennen will, sollte sie zehn Prozent ausländische Aussteller und fünf Prozent ausländische Besucher haben.

FKM, die Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen, hat schon vor Jahren festgelegt: Wenn man eine Messe international nennen will, sollte sie zehn Prozent ausländische Aussteller und fünf Prozent ausländische Besucher haben. Das ist auch an die Definition des Weltmesseverbandes UFI angelehnt. Der AUMA Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft geht noch einen Schritt weiter: Es müssen nicht nur die Prozentsätze erfüllt sein, sondern auch mindestens 20 Aussteller und 100 Fachbesucher aus dem Ausland kommen.

Unterschiedliche Sichtweisen

Warum diese scheinbar kleinlichen Bestimmungen? Das Label "international" soll nicht nur werben, sondern auch Orientierung geben – ob Ausstellern, Besuchern oder Medienvertretern. Dabei ist die Sichtweise durchaus unterschiedlich. Der Besucher will wissen, ob er auf der Messe nennenswerte Angebote aus dem Ausland findet, und zwar nicht von Importeuren, sondern von Firmen, die ihren Sitz im Ausland haben und eine entsprechende Beratungskompetenz haben. Deshalb werden auch Firmen, deren Produkte von Importeuren präsentiert werden, nicht als ausländische Aussteller gezählt. Umgekehrt verbindet der Aussteller mit dem Begriff "international" ein Mindestmaß an Besuchern aus anderen Ländern, und nicht nur symbolische ein Prozent. Also, um beiden Seiten gerecht zu werden: Zehn Prozent Aussteller und fünf Prozent Besucher aus dem Ausland.

Und wenn diese Anteile von der FKM zertifiziert sind, umso besser. Denn ein Besucher kann zur Not im Katalog überprüfen, wie viele ausländische Aussteller da waren. Ein Aussteller dagegen kann über die Herkunft der Besucher selbst kaum etwas herausfinden. Und wer dann als Veranstalter Aussteller (ent)täuscht, sieht sie meistens nicht mehr wieder. Weitere Details zur FKM-Zertifizierung sind auf der FKM-Webseite im Bereich Zertifizierung zu finden.

www.fkm.de