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Preiswürdig: Fahrrad ohne Speichen

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Hochschule Karlsruhe: für Kreativwettbewerb alternativen Antrieb entwickelt

30.08.2017

Was passiert eigentlich, wenn man die Speichen und das Kettengetriebe eines Fahrrads einfach weglässt? Dieses Experiment haben Studenten der Hochschule Karlsruhe gewagt und damit einen Kreativwettbewerb zum 200-jährigen Fahrradjubiläum gewonnen. Radbegeisterte Bastler waren aufgerufen, selbst ein Fahrrad zu gestalten und zu bauen.

 - Der „Imperator“: speichenlos dank Zahnkranzantrieb und eigens entwickeltem Getriebe
© Hans Herbig/Red Bull Contentpool
Der „Imperator“: speichenlos dank Zahnkranzantrieb und eigens entwickeltem Getriebe

Ob im Retro-Kult oder innovativem High-Tech, Mini- oder Maxirad: Hauptsache war, der Entwurf ist phantasievoll und auch fahrbar. Es ging also um außergewöhnliches Styling, überraschende Elemente und ausgefallene Lösungen, aber auch um Ingenieurskunst: Welches Material? Alu oder Bambus, Carbon oder Zirbel? In den Kategorien Kreativität und Ingenieurskunst überzeugte das Siegerteam mit dem speichenlosen Fahrrad „Imperator“ die Jury.

Die Gewinner Nicolas Detzel (BA Fahrzeugtechnologie) und Mechaniker Stefan Spangenberg hatten für den „Imperator“ einen alternativen Antrieb konstruiert, der aus einem Zahnkranz an den Felgen und einem eigens dafür entwickelten Getriebe besteht. Als Preis darf das Siegerteam einen bekannten US-Fahrradhersteller in Kalifornien besuchen, wo sie einen exklusiven Blick hinter die Design- und Entwicklungskulissen der Kult-Radmarke erhalten.

„Das ist nicht nur ein absolut genialer Preis“, freute sich Nicolas Detzel, „sondern wir gewinnen auch zahlreiche neue Kontakte zu kreativen Designern und Ingenieuren. Ich hatte schon mehrfach Ideen zu eigenen Fahrrädern und wollte auch schon immer mal eines bauen. Meine CAD-Kenntnisse sind nun weitaus besser als am Anfang des Studiums und so konnte ich den Entwurf zu einem speichenlosen Fahrrad zunächst am Computer in einem 3D-Modell entwickeln. Von diesem konnten wir dann sämtliche Schnittkurven und technische Zeichnungen anfertigen.“ In weiteren Projektarbeiten könnte das Fahrrad dann in Sachen Gewicht, Gangschaltung, Laufruhe und auch Marketing optimiert werden, denn Nicolas Detzel denkt auch über ein eigenes Start­Up-Unternehmen nach.