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NUFAM: Damit der Trucker aktiv und gesund bleibt

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Interview mit Alexandra Gwiazdowicz, Projektleiterin Truckers Life Stiftung

28.09.2017

Die Gesundheit der professionellen Fernfahrer hat sich die gemeinnützige Truckers Life Stiftung auf die Fahnen geschrieben. „Seit 2013 bauen wir Outdoor-Fitnessanlagen an Autohöfen, Raststätten, Logistikzentren in ganz Europa. Die Anlagen sollen den Fahrern helfen, deren Form und Konzentration zu verbessern“, sagt Projektleiterin Alexandra Gwiazdowicz.

 - Mit Outdoor-Fitnessanlagen will die Stiftung bei Fernfahrern für Fitness sorgen.
© Truckers Life Stiftung
Mit Outdoor-Fitnessanlagen will die Stiftung bei Fernfahrern für Fitness sorgen.

Frau Gwiazdowicz, die Truckers Life Stiftung ist auf der Messe NUFAM am Stand BG 21 zu finden. Welche Schwerpunkte setzen Sie in Karlsruhe?
Sitzen Sie oft im Auto? Fahren Sie viele Stunden am Tag? Fühlen Sie sich oft übermüdet und verkrampft? Damit ist jetzt Schluss. Wir haben für Sie Outdoor-Fitnessanlagen an Autohöfen und Raststätten. Auf der Messe zeigen wir Ihnen unsere Mobile Fitnessanlage, wo Sie mit unserem Trainer ein Ganzkörpertraining machen können. Die Anlage besteht aus sieben Geräten. Zusätzlich werden Wettbewerbe auf der Fitnessanlage mit tollen Preisen und viele andere Attraktionen für Sie organisiert.

Sie bezeichnen sich selbst als erste Stiftung für Berufskraftfahrer. Wann und wie ist die Idee zur Gründung entstanden?
Wir sind die erste Stiftung für Berufskraftfahrer in Europa. Die Stiftung wurde 2013 in Polen gegründet. Der Hauptstifter ist die Trans.eu. Trans.eu ist eine Internetplattform, die die Transportgemeinschaft integriert. Es gibt über 38.000.000 Berufskraftfahrer in ganz Europa. Lkw-Fahrer haben deutlich höhere gesundheitliche Belastungen als andere Berufsgruppen, dazu fühlen Sie sich alleingelassen. So kam die Idee mit dem Projekt Truckers Life.

 - Alexandra Gwiazdowicz, Projektleiterin der Truckers Life Stiftung
© Truckers Life Stiftung
Alexandra Gwiazdowicz, Projektleiterin der Truckers Life Stiftung

Ihr Motto lautet: „Wir vereinen die aktive Fahrergemeinschaft. Wir helfen den Fahrern gesund und aktiv zu leben.“ Was heißt das konkret, wie unterstützen Sie die Kraftfahrer?
Seit 2013 bauen wir Outdoor-Fitnessanlagen an Autohöfen, Raststätten, Logistikzentren in ganz Europa. Die Anlagen sollen den Fahrern helfen, deren Form und Konzentration zu verbessern. Wir glauben, dass Änderungen ihres Lebensstils einen großen Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben. Zusätzlich vergeben wir Ratgeber mit Übungen, die die Fernfahrer nicht nur auf unserer Fitnessanlage machen können, sondern im und vor dem Truck. Jedes Jahr machen wir mit den Fahrern eine Körperanalyse, bei der Sie mehr über ihre aktuelle Körperzusammensetzung erfahren.

Aufgrund seiner spezifischen Bedingungen ist der Beruf des Kraftfahrers sehr anstrengend. An welcher Stelle sehen Sie den größten Verbesserungsbedarf?
In Deutschland arbeiten 900.000 Menschen in der Güter- und Personenbeförderung, 80 Prozent davon als Lkw-Fahrer. Der Gesundheitszustand der Fahrer gibt zu denken. Ein Großteil ist Raucher, hat Übergewicht, zu wenig Bewegung und ernährt sich unausgewogen. Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Infarkt und Schlaganfall sind die Folgen. Die Fahrer brauchen mehr Bewegung. Wir zeigen, dass regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivitäten zu den wichtigsten Einflussfaktoren der Lebensqualität gehören und diese einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden der Fahrer leisten. Wir glauben daran, dass ein gesunder und starker Fahrer sicherer am Steuer ist und dadurch auch weniger Verkehrsunfälle verursacht. Wir sind überzeugt, dass die Verkehrssicherheit durch die Änderung des Lebensstils beeinflusst werden kann.

Sie sind derzeit in drei Ländern aktiv: Polen, Deutschland und Tschechien. Gibt es zwischen diesen Ländern Unterschiede in den Arbeitsbedingungen für Kraftfahrer? Und wollen Sie in weiteren Ländern aktiv werden?
Leider gibt es keine Unterschiede. LKW-Fahrer arbeiten im Schnitt 40 bis 60 Stunden wöchentlich. 42 Prozent arbeiten sogar 61 bis 80 Stunden. In allen diesen Ländern gibt es auch Mangel an Fahrern. Grund dafür: zu wenig Freizeit und somit auch zu wenig Zeit für Familie und Freunde. Dazu führen das ständige Sitzen am Steuer und das unregelmäßige Essen bei den Fahrern zu vielen Erkrankungen. In jedem Land sind die fast gleich, dazu gehören Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, Bluthochdruck, etc. Der Job ist für die jungen Leute so uninteressant. Mit unserer Tätigkeit möchten wir zeigen, dass wir uns um sie kümmern und ihre Arbeit interessanter machen. Wir werden uns um die Fahrer in ganz Europa kümmern.

Messebesucher drücken ja gerne selbst auf Knöpfe. Was kann man an Ihrem Stand ausprobieren ?
Bei unserem Stand können Sie in Bewegung kommen. Auf unserer Mobilen Fitnessanlage unter den Augen des Trainers machen Sie sich fit für die Messe-Tour.

Die NUFAM gilt als Leistungsschau der Branche. Was erwarten Sie sich vom Messeauftritt in Karlsruhe für die Truckers Life Stiftung?
Unser Ziel ist es, 1.000 Outdoor-Fitnessanlagen für Berufskraftfahrer in ganz Europa zu bauen. Ohne die Sponsoren wäre das nicht möglich. Wir hoffen sehr, dank der Messe viele Partner zu treffen und mit diesen neue Anlagen in Deutschland zu bauen.