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Notfallnetz für ganz Deutschland

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TraumaNetzwerk DGU: Rettungsdienst kann Behandlungsraum innerhalb von 30 Minuten erreichen

04.05.2016

Jährlich erleiden in Deutschland circa 35 000 Menschen schwere Verletzungen bei Verkehrs-, Arbeits- oder Freizeitunfällen. Ihre Rettung und Behandlung ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem jeder Handgriff stimmen muss. Der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ist innerhalb von zehn Jahren mit der Initiative TraumaNetzwerk DGU die Etablierung einer bundesweit hochwertigen Schwerverletztenversorgung gelungen.

 - Wettlauf gegen die Zeit: Ein Notfallnetz der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie gewährleistet, dass der Rettungsdienst bundesweit innerhalb von 30 Minuten einen Notfall-Behandlungsraum eines Traumazentrums erreichen kann.
© W. Broemme / pixelio.de
Wettlauf gegen die Zeit: Ein Notfallnetz der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie gewährleistet, dass der Rettungsdienst bundesweit innerhalb von 30 Minuten einen Notfall-Behandlungsraum eines Traumazentrums erreichen kann.

Über 600 Traumazentren erfüllen die DGUQualitätsvorgaben und sind in 52 zertifizierten TraumaNetzwerken (TNW) zusammengeschlossen. Mit dem Netzwerk sollten die unterschiedlichen Behandlungskonzepte und die Ausstattung an Personal, Geräten und medizinischem Zubehör in Deutschlands Unfallkliniken standardisiert werden. Ziel ist es, jedem Schwerverletzten an jedem Ort zu jeder Zeit bestmögliche Überlebenschancen zu bieten und auch außerhalb von Ballungszentren eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Die Teilnahme der Kliniken an der Initiative führte zu Änderungen in deren Organisations- und Personalstrukturen: Beispielsweise wurden Schockraumleitlinien etabliert, Dienstpläne hinsichtlich der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit eines kompetenten Notfallteams verändert oder Ärzte im Schockraummanagement geschult. In vielen Kliniken wurde zudem die Ausstattung optimiert: Zum Beispiel wurden Röntgenanlagen und Ultraschallgeräte für den Notfall- Behandlungsraum nachgerüstet und die Bereitstellung von Instrumenten für Notfalloperation und Blutkonserven vorgenommen.

Regionale und lokale Traumazentren

Die Kliniken werden bei der Qualitätsprüfung in Form einer Vor-Ort-Begehung durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle entsprechend ihrer Ausstattung und Kompetenz einer von drei unterschiedlichen Versorgungsstufen zugeordnet. Überregionale Traumazentren verfügen über die Kompetenz zur Behandlung besonders schwerer, komplexer oder seltener Verletzungen. Dazu zählen etwa Verletzungen der Hauptschlagader oder schwere Gesichtsverletzungen. Die regionalen Traumazentren bieten eine umfassende Notfallversorgung – beispielsweise auch die Behandlung schwerer Schädel-Hirn-Verletzungen. Die lokalen Traumazentren hingegen sichern die unfallchirurgische Grund- und Regelversorgung ab.

Um regional eine bestmögliche Versorgung zu sichern, kooperieren die Traumazentren. Durchschnittlich besteht ein TNW aus 14 Kliniken mit acht lokalen, vier regionalen und zwei überregionalen Traumazentren. Das Notfallnetz gewährleistet, dass der Rettungsdienst einen Notfall- Behandlungsraum eines Traumazentrums innerhalb von 30 Minuten erreichen kann – nicht nur in Ballungszentren, sondern auch in dünn besiedelten Gebieten.