21. April 2018 
 
28. Mai 2015

GIFA 2015 – Ressourcenschonung und Energieeffizienz

Das Metallmessen-Quartett GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST lädt vom 16. bis 20. Juni in Düsseldorf zur „Bright World of Metals“ ein. Thematisch wird nachhaltiges Wirtschaften noch stärker als bisher im Vordergrund stehen: Insgesamt werden sich 22 Unternehmen unter dem Motto „Effiziente Prozess-Lösungen“ an der ecoMetals-Kampagne beteiligen.

Foto: Messe Duesseldorf / ctillmannFoto: Messe Duesseldorf / ctillmann
Viele metallische Funktionsteile lassen sich nur durch Gießverfahren wirtschaftlich oder überhaupt herstellen. Die Gießerei-Industrie ist eine wichtige Zulieferbranche für andere Industriezweige, hat großen Anteil am technischen Fortschritt und ist dementsprechend bedeutend für viele Volkswirtschaften. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigt sie Produktionsmittel, mit denen Betriebskosten reduziert und individuelle Stärken ausgebaut werden können. Einen Einblick in den Stand der Gießereimaschinen-Technik und alle Bereiche der Fertigungstechnologie gibt die internationale Gießerei-Fachmesse GIFA 2015, die vom 16. bis 20. Juni 2015 in Düsseldorf stattfindet.

Weltweit werden jährlich Gussprodukte, Teile aus Eisen-, Stahl- und Temperguss (EST-Guss) sowie aus Nichteisenmetallen (NE-Metall-Guss), mit einer Gesamtmasse von mehr als 100 Millionen Tonnen erzeugt. Gemäß der jüngsten Weltstatistik belief sich die Gesamtmenge im Jahr 2013 auf 103,2 Millionen Tonnen, die sich wiederum wie folgt aufgliedert: EST-Guss 84,8 Millionen Tonnen, Aluminium 15,4 Millionen Tonnen und andere NE-Metalle 3 Millionen Tonnen.

Abgesehen von politischen Entwicklungen und deren Folgen, ist die Gießereibranche stark von der Entwicklung der Automobil-Industrie, des Maschinenbaus, des Bausektors und des Energiemarktes abhängig. Nach Ermittlungen des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie (bdguss), Düsseldorf, fließen beispielsweise gut 50 Prozent der in Deutschland erzeugten Gussproduktion in die Fahrzeugindustrie und knapp 25 Prozent in den Maschinenbau.

Der Präsident des Committee of Associations of European Foundries, Luis Filipe Villas-Boas, verwies anlässlich des International Foundry Forums (IFF) im September 2014 in Venedig auf unsichere geopolitische Situationen, die in vielen Bereichen der Industrie die Bereitschaft zu Investitionen hemmen, der NE-Sektor würde sich aber besser entwickeln als der Eisen-Sektor. Diese Ansicht teilt auch Dr. Ioannis Ioannidis, Vizepräsident der European Foundry Equipment Suppliers Association und Vorstandsvorsitzender des VDMA Fachverbandes Gießereimaschinen, der im Dezember 2014 bekräftigte: „Bei den Stahl- und Eisengießern sieht es verhalten aus, während bei den Druck- und Kokillengießern eine positivere Geschäftsentwicklung zu beobachten ist.“

Großen Einfluss auf die geographische und technische Entwicklung des Gießerei-Sektors hat seit je her die Automobilindustrie. Dr. Heinz Büchner von der IKB Industriebank erwartet aus der Automobilindustrie für die nächste Dekade eine generell anziehende Nachfrage nach Gussprodukten. Auf dem Pkw-Markt dürfte der steigende Wohlstand in den aufkommenden Märkten als Wachstumstreiber wirken, während im europäischen Markt schärfere gesetzliche Vorgaben hinsichtlich Energieeffizienz und Emissionen zu einem Absatzplus führen sollte. Ab dem Jahr 2018 dürfte beim Wechsel auf neue Fahrzeugmodelle bei bestimmten Teilen auch eine Substitution von EST-Guss durch Leichtmetallguss erfolgen. Nach Ansicht von Dr. Ioannidis werden immer kleinere Motoren entwickelt, die immer größere Leistungen aushalten müssen. Gießereien und ihre Zulieferer sind gefragt, hierzu wichtige Komponenten zu entwickeln. Künftig werden auch mehr Werkstoffe miteinander kombiniert werden. Ziel ist, Teile mit besseren Eigenschaften, aber niedrigeren Produktionskosten herzustellen. Hohes Wachstum darf die Gießerei-Industrie auch im Maschinenbau, in der Chemie, der Nahrungsmittelindustrie und der Energieerzeugung erwarten. Generell wird das Thema „Ressourcen- und Energieeffizienz“ noch deutlich stärker an Bedeutung gewinnen.

Wie aus der IKB-Marktuntersuchung hervorgeht, werden sich die Abnehmermärkte der europäischen Gießerei-Industrie stärker nach Osteuropa und nach Ostasien verschieben. China hat als Absatzmarkt für Gießereimaschinen wieder an Bedeutung gewonnen, was mit dem erwarteten Ausbau der Gusskapazitäten in wechselseitigem Zusammenhang steht. Die Situation in Russland dürfte infolge der politischen und wirtschaftlichen Sanktionen und deren Auswirkungen auf Projektfinanzierungen deutlich schwieriger werden. Auf dem IFF wies Andrew Dibrov, Vizepräsident der Russian Association of Foundrymen, darauf hin, dass russische Gießereien moderne Ausstattung unter anderem für den Formguss sowie Mittelfrequenzöfen benötigten, deutete aber auch an, dass die derzeitigen politischen Sanktionen dazu führen würden, dass sich das Land wirtschaftlich stärker nach Osten orientieren wird. Bei der Unterstützung von Unternehmen durch russische Banken würden dann asiatische Zulieferer bevorzugt, zum Zug kämen aber auch europäische Hersteller, die in Russland oder in Asien Fertigungsstätten unterhielten.

Als generell günstig kann man die Lage im NAFTA-Raum bezeichnen, der eine Re-Industrialisierung infolge günstiger Energiekosten erlebt. Ein großer Teil des Wachstums findet in Mexiko statt. Diese Entwicklung zieht eine höhere Nachfrage nach Produktionskapazitäten bei Guss und dementsprechenden Fertigungseinrichtungen nach sich.

Stärken, die zugunsten der Gießerei-Branche sprechen, sieht CAEF-Präsident Villas-Boas in den Formgebungsmöglichkeiten, mit denen sich die Leichtbau-Forderung der Automobil-Industrie umsetzen lässt. Außerdem ermunterte er auf dem IFF die Unternehmen, elektronische Netzwerke zu bilden, die das Potential haben, betriebliche Abläufe noch erfolgreicher und profitabler zu machen. Dr. Büchner empfiehlt den Herstellern von Gießereimaschinen, weiterhin in Forschung, Entwicklung und qualifizierte Mitarbeiter zu investieren, laufend den eigenen Technologievorsprung zu überprüfen sowie Strategien zu entwickeln und in dieser Hinsicht beispielsweise Vertriebskooperationen auszubauen. Sehr wichtig sei auch die Teilnahme an Fachmessen. Nicht nur in der Gießerei-Maschinen-Branche arbeiten führende Hersteller daran, Maschinen anzubieten, die technologisch möglichst genau auf die Anforderungen der Anwender und Einsatzmärkte abgestimmt sind.

Um effizient sein zu können, benötigen Gießereien innovative Maschinen, Anlagen und Software-Systeme. Darüber und über die zukunftsweisenden Entwicklungen informiert die internationale Gießerei-Fachmesse GIFA, die parallel zu den thematisch benachbarten Fachmessen METEC, THERMPROCESS und NEWCAST unter dem gemeinsamen Leitgedanken „The Bright World of Metals“ stattfindet. Das Ausstellungsprogramm umfasst Gießereianlagen und -einrichtungen, Schmelzanlagen und -einrichtungen, Feuerfesttechnik, Anlagen und Maschinen zur Form- und Kernherstellung, Formstoffe und Formereibedarf, Sandaufbereitung und Regenerierung, Anschnitt- und Speisertechnik, Gießmaschinen und -einrichtungen, Ausleeren, Putzen, Rohguss-Nachbehandlung. Modell- und Formenbau, Leittechnik und Automation, Umweltschutz und Entsorgung sowie Informationstechnologien. Die GIFA 2015 findet vom 16. bis 20. Juni 2015 in Düsseldorf statt.

 

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