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Ist die Kühlkette unterbrochen?

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Umweltfreundlich und innovativ: Thermochrome Bio-Pigmente für die Lebensmittelindustrie

27.03.2017

Biobasierte thermochrome Kunststoffe haben in Verpackungsfolien für temperatursensitive Produkte der Medizin- und Pharmatechnik sowie in der Lebensmittelbranche ein hohes Marktpotenzial. Die Abteilung „Chromogene Polymere“ des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP forscht daran seit Januar 2017 am Hauptstandort des Instituts in Potsdam-Golm.

 - Mit den biobasierten thermochromen Farbstoffen von Dr. Christian Rabe sollen künftig auch reine Biokunststoffe ihre Farbe wechseln können.
© Fraunhofer IAP / Till Budde
Mit den biobasierten thermochromen Farbstoffen von Dr. Christian Rabe sollen künftig auch reine Biokunststoffe ihre Farbe wechseln können.

Chromogene Materialien verändern ihre Farbe oder ihre Transparenz je nach Temperatur, elektrischer Spannung, Druck oder durch Lichteinfall. Bei thermochromen Materialien löst eine vorbestimmte Temperaturänderung den Farbwechsel aus. Thermochrome Verpackungen könnten beispielsweise in der Lebensmittelindustrie anzeigen, ob die Kühlkette unterbrochen wurde. Die dafür notwendigen temperatursensitiven Pigmente sind auf dem Markt bisher jedoch nur erdölbasiert verfügbar.

„Insbesondere Biokunststoffe – die zukünftig unseren Alltag begleiten werden – würden durch den Zusatz kommerzieller thermochromer Farbstoffe ihre Biobasiertheit verlieren“, erklärt erklärt Abteilungsleiter Dr. Christian Rabe. Dass die Idee thermochromer Biokunststoffe funktionieren kann, habe seine Abteilung bereits in der Vergangenheit zeigen können.

„Deshalb möchten wir diese Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen in Hinsicht auf die unterschiedlichsten Anwendungen weiterentwickeln“, betont der Forscher. Mit dem Umzug nach Potsdam-Golm kann die achtköpfige Gruppe nun noch stärker von der 25-jährigen Expertise des IAP in der Biopolymerforschung profitieren und Synergien nutzen. Dies betrifft einerseits den Zugriff auf Technologien und Charakterisierungsmethoden, andererseits den intensiveren fachlichen Austausch mit den Mitarbeitern des Forschungsbereiches „Biopolymere“.