Sonntag, 19. November 2017
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Fachdental: Moderne Praxen

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21.09.2016

Bei der heutigen Praxisausstattung kommt High-Tech zum Einsatz, Ergonomie und Workflow spielen in modernen Behandlungskonzepten eine Rolle - zu sehen auf der Fachdental in Stuttgart.

 - Auf den Fachdental-Messen gibt es ganzheitliche Praxiskonzepte zu sehen.
© Messe Stuttgart
Auf den Fachdental-Messen gibt es ganzheitliche Praxiskonzepte zu sehen.

Den technologischen Fortschritt erlebbar machen – das haben sich die Fachdental-Messen in Leipzig und Stuttgart zur Aufgabe gemacht. Mehr als 230 Aussteller präsentierten (vom 23. bis 24. September 2016 in Leipzig) und präsentieren vom 21. bis 22. Oktober 2016 in Stuttgart ihre Produktneuheiten und Branchentrends rund um die Zahngesundheit. Insgesamt erwartet die Messe Stuttgart über 11.000 Zahnärzte, Zahntechniker, Laborbesitzer und zahnmedizinische Fachangestellte zu den beiden Veranstaltungen.

Etwa 90 Prozent aller Zahnärzte leiden im Laufe ihres Berufslebens an Schmerzen im Nacken-, Schulter- und Wirbelsäulenbereich. Bis zu 7,55 Prozent müssen sich sogar der Berufsunfähigkeit stellen – ein enormer Risikofaktor in der von Selbstständigkeit geprägten Branche. Somit ist es kein Wunder, dass der Komfort in den Behandlungszimmern immer mehr in den Fokus rückt. Gleichzeitig werden auch die Patienten anspruchsvoller: sie vergleichen, wollen sich fachlich und menschlich gut aufgehoben fühlen - die Zahnarztpraxis erhält ein Ambiente der Entspannung und Erholung. Dies beginnt bei der Wandfarbe sowie dem Interieur Design und endet bei ergonomischen Behandlungsstühlen, deren Hard- und Softwarekomponenten sich nahtlos in den digitalen Workflow einfügen.

Neue Praxiskonzepte

Mit der Praxisgründung gilt es, ein klar definiertes, individuelles Praxiskonzept als Leitfaden zu entwickeln, um auch langfristig erfolgreich zu sein. Das ganzheitliche Praxiskonzept fängt mit gesetzlichen Vorgaben wie den RKI-Richtlinien und DIN-Normen an, geht über die Planung der Räumlichkeiten inklusive der Farbauswahl, die sich in vielen Details und im Interieur der Praxis widerspiegeln, und endet bei den Behandlungswerkzeugen und -instrumenten. Lichtplaner und Architekten unterstützen bei der oprimalen Kundenausrichtung. Mit Liebe zum Detail wird der oft sterilen, kühlen Atmosphäre einer klassischen Zahnarztpraxis ein Wellnesscharakter verliehen. Ein breites Angebot vom Konzept bis hin zur modernen Einrichtung der eigenen Praxis zeigten die Dentaldepots und Unternehmen auf der Fachdental-Messe in Leipzig und präsentieren diese auch im Oktober in Stuttgart.

Ergonomie und Workflow als Trend

Im Schnitt ist eine Behandlungseinheit 17 Jahre lang im Einsatz, umso bedachter sollte die Entscheidung für das richtige Gerät ausfallen. Die Fachdental-Messen zeigen, wie sich hierbei Funktionalität, Komfort und neueste Technologien im Behandlungszimmer kombinieren lassen. Bei modernen Behandlungseinheiten lässt sich hierfür nicht nur die Nackenstütze motorisch verstellen, sondern auch die Sitzfläche für besonders große Patienten anpassen. Somit ist auch eine sogenannte „12-Uhr-Behandlung“ – ein Behandlungskonzept, das es dem Zahnarzt ermöglicht, in einer ergonomischen und rückenfreundlichen Behandlungsposition zu arbeiten – die auf minimaler Anstrengung beruht, mit den praktikablen Stühlen möglich. Grundlage für die Arbeitsweise ist eine natürliche und stabile Körperhaltung. Ob mit Werkzeugfächern in der Rückenlehne oder Tray-Anordnungen, die nur eine Armlänge entfernt das Behandlungsbesteck bereithalten – die natürliche Arbeitshaltung hält Einzug in den Praxen.

Doch auch der Komfort für Zahntechniker und Laboranten kann dank des digitalen Workflows erhöht werden: Im 3D-Druck werden ganze Kieferprothesen in kürzester Zeit gefertigt und das mit Materialien, die in herkömmlichen Gussverfahren nicht einmal einsetzbar wären. Die Forschung geht noch einen Schritt weiter und druckt bereits Knochen, die lebende Zellen enthalten oder Gewebe mit feinsten Blutgefäßen. Hierdurch lassen sich zukünftig Prothesen fertigen, die nicht nur auf ästhetische Weise dem natürlichen Vorbild gleichen.