Hannover Messe 2017
••• 14••• Innovationen Prüfhelfer aus der erweiterten Realität Per Tablet oder Datenbrille: Augmented-Reality-Lösung unterstützt beim Blick ins Materialinnere D as neue Sensor- und Inspek- tionssystem „3D -Smar t- Inspect“ soll künftig Prüfer bei der industriellen Kontrolle mit Funktionen der Augmented-Rea- lity (AR) unterstützen. Ein erster Prototyp von 3D-SmartInspect ist bereits fertig: Auf der Hanno- ver Messe stellen Forscher des Fraunhofer IZFP ihn vor (Halle 2, Stand C22) – zunächst noch auf Basis eines Tablet-PCs. In einem weiteren Schritt arbeiten sie dar- an, das System auf AR-Brillen zu übertragen. Man kennt es vom Auto: Alle zwei Jahre überprüft der TÜV, ob das Fahrzeug noch sicher ist. Auch andere sicherheitskritische Ge- genstände müssen regelmäßig getestet werden – seien es Tur- binen, Generatoren und Hoch- druckbehälter. Dies gilt vor allem dann, wenn die eingesetzten Ma- terialien und Produkte bis an ih- re äußersten Leistungsgrenzen gebracht werden, um die Wirt- schaftlichkeit zu steigern. Die Prüfer bekommen beispiels- weise einen ausgedruckten Plan vom Betriebsgelände, an dem sie sich orientieren können. Haben sie die zu inspizierende Struktur er- reicht, etwa einen Hochdruckbe- hälter, überprüfen sie diese mit ei- nem Sensor. Die Schwierigkeit: Sie müssen die komplette Oberfläche kontrollieren. Doch welche Stellen haben sie mit dem Sensor bereits begutachtet und welche nicht? Die Tester müssen zudem eine lange Ausbildung absolvieren und brau- chen sehr viel Erfahrung, um den Zustand der unterschiedlichen Prü- fobjekte zuverlässig beurteilen zu können. Es ist daher schwer, erfah- rene Ingenieure zu finden. Künftig erhalten sie Unterstüt- zung: den 3D-SmartInspect – Intel- ligence in Inspection and Quality Control des Fraunhofer IZFP. „Der Prüfer weiß genau, wo er schon gemessen hat, welches Ergebnis die Messung hatte, und das Pro- tokoll liegt sofort in digitaler Form vor“, erläutert Prof. Bernd Vales- ke, Abteilungsleiter am IZFP und Leiter des Fraunhofer-Innovations- clusters Automotive Quality Saar (AQS). Im Vergleich zum heutigen Verfahren sei das ein Quanten- sprung. Es könnten daher künftig auch Prüfer eingesetzt werden, die noch nicht so erfahren sind. Zudem lässt sich die Ausbildung wesentlich verkürzen. Im Alltag sieht das folgendermaßen aus: Die Kontrolleure haben beispielsweise eine Augmented-Reality-Brille auf, das System funktioniert jedoch ebenso auf einem Tablet-PC oder einem Smartphone. Durch die Brille sieht der Mitarbeiter das zu prüfende Objekt, etwa den Hoch- druckbehälter. Fährt er mit dem Sensor darüber, färbt sich der ent- sprechende Bereich im Display der Brille grün, die anderen Stellen des Druckbehälters erscheinen weiter- hin in ihrer Originalfarbe. So kann der Tester sichergehen, dass er auch tatsächlich kein Stück- chen des Druckbehälters außer Acht gelassen hat. Zudem kont- rolliert das System umgehend, ob der Sensor die Daten korrekt auf- genommen hat. „Der Prüfer kann zum einen sichergehen, dass er die Daten zu 100 Prozent erfasst hat, zum anderen, dass alle Messungen gültig sind“, sagt Valeske. Ist die Datenaufnahme abgeschlossen, sieht der Kontrolleur über die AR- Brille sofort das Ergebnis. Berei- che, in denen etwas imArgen liegt, erscheinen im Display rot. „3D-SmartInspect“ ist ein Augmented-Reality-System zur manuellen oder roboterunter- stützten Prüfung von Bauteilen oder großen Oberflächen. Foto: Fraunhofer IZFP Anzeige IVD Aluminium-Vakuum-Beschichtung IVD (Ion Vapour Deposition) ist ein PVD-Verfahren, mit welchem sich auf verschiedene Substrate eine reine Aluminiumschicht aufbringen lässt. Die Korrosions- und Kontaktkorrosi- onseigenschaften werden durch die Beschichtung verbessert. Beschich- tete Bauteile können „as plated“ verwendet werden, oder, was häu- figer ist, die reine Aluminiumober- fläche wird durch eine chemische Konversionsbeschichtung in eine Aluminium-Chromat-Schicht umge- wandelt. Ein weiterer großer Vorteil der IVD-Aluminium-Beschichtung ist, dass sie mit sehr wenig Oberflä- chenvorbehandlung lackiert werden kann. Die Oberfläche eignet sich für viele Lacke einschließlich allgemein vorgeschriebener flüssigkeitsdichter Primerlacke auf Epoxidharz-Basis sowie Trockenfilm-Schmierstof- fe. Sie dient oft als Ersatz für eine Cadmium-Schicht. Die Korrosions- beständigkeit ist mindestens der von Cadmium gleichwertig. Die Beschichtung wird derzeit in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Wehrtechnik an kritischen Bautei- len eingesetzt, wo Korrosionsbestän- digkeit mit elektrischer Leitfähigkeit vorrangig ist, oder wo die Gefahr von Kontaktkorrosion besteht. Ty- pische Bauteile, die gegenwärtig mit IVDAluminium beschichtet werden, sind Befestigungselemente für Mo- tor und Flugwerk (Stahl und Titan), Flugwerkteile aus hochfestem Stahl, Lagerschalen aus Titan, Fahrwerks- komponenten, Sintermetall-Magnete und elektrische Steckverbinder. Halle 6, Stand B40 (17) AHC Oberflächentechnik GmbH Boelckestraße 25 – 57 D-50171 Kerpen Tel.: +49 (0) 2237502-0 Fax: +49 (0) 2237502-100 info@ahc-surface.com www.ahc-surface.com Befestigungselemente mit einer IVD-Aluminiumbeschichtung www.ahc-surface.com Wir laden Sie ein: Halle 6 Stand B40 (17)
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