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EMO: Intelligenter produzieren

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31.08.2016

Unter dem Motto "Connecting systems for intelligent production" findet die EMO, die Weltleitmesse für die Metallbearbeitung, vom 18. bis 23. September 2017 wieder in Hannover statt.

 - Mit einem Laser-Auftragskopf lassen sich beim Additive Manufacturing beliebige Geometrien auf vorhandene Grundkörper aufbringen - die EMO legt vom 18. bis 23. September 2017 einen ihrer Schwerpunkte auf solche Verfahren.
© WFL Linz
Mit einem Laser-Auftragskopf lassen sich beim Additive Manufacturing beliebige Geometrien auf vorhandene Grundkörper aufbringen - die EMO legt vom 18. bis 23. September 2017 einen ihrer Schwerpunkte auf solche Verfahren.

Auf der EMO zeigen Hersteller von Produktionstechnik aus aller Welt, was zu tun ist, um den größtmöglichen Kundennutzen aus der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion zu generieren. Gleichzeitig geht es natürlich auch darum, die eigene Wettbewerbsfähigkeit mit diesen Angeboten zu verbessern. "Obwohl es kein Produkt Industrie 4.0 gibt, begegnet der Fachbesucher der Digitalisierung und Vernetzung auf der Messe in vielfältiger Weise", sagt Carl Martin Welcker, Generalkommissar der EMO Hannover 2017. "Die Macher der EMO Hannover haben die Nomenklatur der Veranstaltung erweitert, um dieses wichtige Thema für die Besucher transparent zu machen", so Welcker weiter. Entsprechend zeigen Aussteller Lösungen zu Predictive Maintenance sowie Softwareprogramme und Beratungsleistungen für Industrie 4.0 und Internet der Dinge auf.

Vorausschauende Wartung

Condition Monitoring und Predictive Maintenance etwa, die vorausschauende Wartung mittels Datenanalysen, sind wichtige Aspekte von Industrie 4.0. Sie bieten Anwendern ein beträchtliches Potenzial für Effizienzsteigerungen. Gleiches gilt für Simulationen, ökonomische Ressourcennutzung und weitere neue Möglichkeiten, die sich durch die Auswertung der immensen Datenmengen aus der Produktion ergeben. Hier kommen jeden Tag neue Lösungen auf den Markt. "Die EMO Hannover ist die ideale Plattform, um sich einen Gesamtüberblick über bis dahin verfügbare produktions-, beratungs- und serviceorientierte Geschäftsmodelle zu verschaffen, die sich aus Big Data und der Vernetzung der kompletten Wertschöpfungskette ergeben", sagt der Generalkommissar.

IT-Sicherheit und Kostenfaktor

Solche Best-Practice-Beispiele machen deutlich, welche Möglichkeiten die Digitalisierung und Vernetzung der Produktion vor allem auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) birgt. Damit soll ein Ruck durch diese Zielgruppe gehen, denn sie überschätzen häufig die Risiken von Industrie 4.0, wie etwa IT-Sicherheit oder auch den Kostenfaktor. So zumindest lautet das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP). In ihrem "Standpunktpapier Industrie 4.0" monierten sie, dass sich lediglich jedes zehnte deutsche produzierende Unternehmen intensiv operativ mit dem Thema beschäftigt. Der WGP-Standpunkt soll ein Weckruf für KMU sein, dies zu ändern.

Additive Verfahren in der Produktion

Nicht nur Industrie 4.0, auch Additive Manufacturing ist mittlerweile bei internationalen Produktionsspezialisten in aller Munde. Aufgrund des steigenden Interesses an dieser Technologie in der Metallbearbeitung wurde die EMO-Nomenklatur 2017 um vier neue Sektoren erweitert: Maschinen und Systeme, Materialien, Zusatzsysteme und Komponenten sowie Dienstleistungen für additive Verfahren. Mit hybriden Systemen positionieren sich auch klassische Anbieter in diesem Bereich.

3D-Druck als Chance

Additive Manufacturing ist nicht ohne Grund auf dem Vormarsch. Eine aktuelle Studie des VDW zeigt, dass der 3D-Druck in der Produktion heute zwar noch ein Nischendasein führt. Doch die Branche wächst exponentiell, und dies wird sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. "Man ist also gut beraten, sich auch im Maschinenbau mit der neuen Fertigungstechnologie zu befassen und die Fortschritte branchenspezifisch zu beobachten", rät Welcker. Als Gefahr für die Werkzeugmaschinenindustrie sollte die Technologie aber auf keinen Fall gesehen werden. Vielmehr sei sie eine Chance. "Die Hersteller sollten sich in jedem Fall mit neuen Komponenten für ihre eigenen Produkte auseinandersetzen. Sie sollten aber auch den Markt bezogen auf additive Verfahren beobachten, im Zweifel Umstellungen bei den Produkten ihrer Kunden ins Kalkül ziehen und ihre Angebote entsprechend anpassen", mahnte der EMO-Generalkommissar.

Die EMO Hannover 2017 wird aus diesen Gründen auch Einblick in neueste Entwicklungen des Additive Manufacturing geben und Besuchern Ideen vermitteln, welche potenziellen Nischenmärkte sich künftig erschließen lassen. Da das Verfahren in der industriellen Anwendung erst in den Anfängen steckt, haben Maschinenbauer laut Welcker beste Möglichkeiten, "sich auf die Technologie und Veränderungen in der Nachfrage einzustellen".

Höherer Grad an Automatisierung?

Noch gibt es sowohl in Bezug auf Additive Manufacturing als auch Industrie 4.0 vielfältigen Klärungsbedarf. Wird der 3D-Druck in absehbarer Zeit einen höheren Grad an Automatisierung für die Integration in industrielle Produktionsprozesse erreichen? Wie gestaltet man für sein Unternehmen individuell angepasste Funktionen aus der Vernetzung? Antworten auf derlei Fragen gibt es auf der EMO Hannover – einem Ort für fundierten Wissens- und Erfahrungsaustausch. Das gewährleisten nicht nur die Angebote der Aussteller, sondern auch vielfältige Foren und Begleitveranstaltungen. Eine Sonderschau zum EMO-Motto "Connecting systems for intelligent production" beispielsweise stellt Aspekte aus wissenschaftlicher Sicht mit praktischen Lösungsbeispielen heraus. So ist die Leitmesse ein Spiegel modernster Entwicklungen in der Produktionstechnik.

http://www.emo-hannover.de/