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CeBIT: Flüssige 3D-Visualisierung auf jedem Gerät

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Interview mit Dr. Johannes Behr, Abteilungsleiter „Visual Computing System Technologies“, Fraunhofer IGD

20.03.2017

Wie mit einer webbasierten Streaming-Lösung auch extrem große 3D-Modelle ganz flott auf unterschiedlichen Endgeräten visualisiert werden können, zeigt Fraunhofer IGD auf der CeBIT. Über die neue Lösung "instand3DHub" sprach DIE MESSE mit Dr. Johannes Beer.

 - Die Softwareplattfom "instant3Dhub" visualisiert die 3D-Daten des Schiffs im Browser.
© Fraunhofer IGD
Die Softwareplattfom "instant3Dhub" visualisiert die 3D-Daten des Schiffs im Browser.

Herr Dr. Behr, komplexe 3D-Datenmengen auf allen Endgeräten – vom Smartphone bis zur VR-Brille – verfügbar zu machen, ist äußerst anspruchsvoll. Warum?

3D-Visualisierungen von CAD-Daten beinhalten ihre Schwierigkeiten. Zum einen können sie sehr groß ausfallen und für ein normales oder gar mobiles Endgerät einfach nicht mehr zu bewältigen sein. Zum anderen sind gerade bei der Nutzung in Anwendungen der Virtuellen Realität viele Anpassungen und oft auch eine kostenintensive Spe­zialsoftware notwendig. Für kleinere und mittlere Unternehmen ist dies daher keine Option.

Mit der Software „instant3DHub“ stellen Sie auf der CeBIT eine neue Lösung vor, die genau das realisiert. Was leistet „instant3DHub“?

Unsere instand3Dhub-Plattform errechnet aus dem CAD-Modell des industriellen Objekts vollautomatisch ein 3D-Modell. Eine Spezialsoftware ist nicht nötig. Die Visualisierung erfolgt über Internettechnologie. Nur die für den Anwender sichtbaren Teile der 3D-Daten werden an das Endgerät weitergeleitet. Das ist also ein webbasiertes Streaming.

Warum haben Sie sich für die Streaming-Lösung entschieden?

Auf diese Weise ermöglichen wir extrem große 3D-Modelle flüssig zu visualisieren. Selbst eine Übertragung auf VR-Brillen ist so unkompliziert möglich. Die eigentlichen CAD-Daten werden dabei nicht an den Anwender weitergegeben, was in vielen industriellen Anwendungen explizit gewünscht ist.

 - Dr. Johannes Behr, Abteilungsleiter "Visual Computing System Technologies", Fraunhofer IGD
© Fraunhofer IGD
Dr. Johannes Behr, Abteilungsleiter "Visual Computing System Technologies", Fraunhofer IGD

Welche Anwendungsszenarien sind damit in der Industrie denkbar?

Die Ingenieure, Zulieferer und Entscheider arbeiten so in Echtzeit mit dem 3D-Modell. Die Ingenieure können im Designprozess Anpassungen vornehmen, die Zulieferer sind in der Lage, anhand der Modelle konkrete Angebote zu Bauteilen einzureichen und die Entscheider haben einen komfortablen Zugang für ein Review. Wir liefern mit unserer Plattform die Basis, auf der diese Anwendungen entstehen können.

Wie sich Augmented Reality beispielsweise bei der Wartung von Autos nutzen lässt, zeigt das Fraunhofer IGD, also Ihr Institut, auf der CeBIT. Was präsentieren Sie dem Publikum konkret mit VR?

Unsere VR-Demonstration zur Industrie 4.0 erfolgt auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 6 Stand B36. Gezeigt werden industrielle Modelle des Anlagenbaus und der Automobil- und Schiffbauindustrie.

Welche weiteren Optionen ergeben sich mit diesen Technologien – etwa mit Blick auf Augmented Reality als „Kerntechnologie für die Industrie 4.0“?

Auch industrielle AR-Anwendungen basieren in erster Linie auf CAD-Daten. Für die Zukunft möchten wir unsere Streaming-Ansätze nutzen, um hiermit unsere AR-Technologien zu betreiben. Damit werden ganze Konstruktionsschritte komplexer Maschinen über AR begleitbar.

www.igd.fraunhofer.de
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