Font size

Carbonbeton: Baustoff mit Revolutionspotenzial

  •  

12.01.2017

Wie sich elektrische und digitale Funktionen in Bauteile aus Carbonbeton integrieren lassen, haben Wissenschaftler im Forschungskonsortiums C³ untersucht. Die Bandbreite reichte vom Monitoring der Gebäudehülle über die Energiegewinnung mittels Photovoltaik, die direktelektrische Energiespeicherung bis hin zur LED-Beleuchtung.

 - Carbonbeton hat das Potenzial, das Bauen zu revolutionieren. Dabei ergeben sich völlig neue architektonische Möglichkeiten.
© ai:L Architektur-Institut Leipzig der HTWK Leipzig
Carbonbeton hat das Potenzial, das Bauen zu revolutionieren. Dabei ergeben sich völlig neue architektonische Möglichkeiten.

Der Einsatz von Lichtleitern im Wandquerschnitt wiederum soll eine verbesserte Tageslichtausleuchtung von Räumen ermöglichen. Darüber hinaus entwickelten die Projektpartner unter Leitung der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) massive Infraleichtbetonund schlanke Sandwich-Wandkonstruktionen.

„Uns war es wichtig, nicht nur ingenieurwissenschaftliche Forschung zu betreiben, sondern vor allem eine Vielzahl von innovativen Ideen in ersten Versuchsstücken umzusetzen“, erläuterte Projektleiter Prof. Frank Hülsmeier vom ai:L Architektur-Institut Leipzig an der HTWK Leipzig.

Deutlich schlanker

Seit 2015 forschen über 140 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft im Forschungskonsortium „C³ – Carbon Concrete Composite“ gemeinsam an dem neuen Verbundwerkstoff Carbonbeton. Anders als Stahl – das heute im Bauwesen gängige Bewehrungsmaterial – kann Carbon nicht rosten. Während also Stahl eine dicke Schicht Beton benötigt, um vor Korrosion geschützt zu werden, können Bauteile aus Carbonbeton deutlich schlanker sein. Das spart Ressourcen und eröffnet gleichzeitig zahlreiche architektonische Möglichkeiten. Im ersten Schritt des über zehn Jahre angelegten Forschungskonsortiums C³ wurden in vier „Basisvorhaben“ die grundlegenden Aspekte des Carbonbetons erforscht.