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C4I: Umsteigen zu neuen Chancen

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24.11.2017

Digitalisierung ist keine Zukunftsmusik mehr - sie ist mittlerweile in vielen Bereichen zur gelebten Realität geworden. Wie Österreichs produzierende Industrie auf die Herausforderungen der digitalen Welt reagiert, erfährt man auf der Connectivity for Industry (C4I).

 - In der Messe Wien treffen sich zur C4I Unternehmen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Digitalisierung ihrer Wertschöpfungskette sichern wollen
© Reed Exhibitions Messe Wien/David Faber
In der Messe Wien treffen sich zur C4I Unternehmen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Digitalisierung ihrer Wertschöpfungskette sichern wollen

Die Industriemesse findet vom 15. bis 17. Mai 2018 in Wien statt. Hier werden auch folgende Fragen beantwortet: Was macht sie fit für einen Zukunftsmarkt, der von neuen Denkweisen geprägt sein wird? Oder verpassen die heimischen Unternehmen den Digitalisierungsschnellzug? Fragen, die berechtigt erscheinen, denn die aktuelle Studie eines End-to-End-IT-Dienstleisters unter 100 Österreichischen Industriemanagern bringt interessante Daten an den Tag: So sieht lediglich die Hälfte der Befragten in der digitalen Revolution eine Chance, ihre Wettbewerbssituation zu verbessern. Und überhaupt nur jeder Vierte misst Industrie 4.0 eine wichtige strategische Bedeutung bei. In diesem Zusammenhang wird diese bei mehr als der Hälfte aller befragen Industriemanager als Mittel zum Zweck genannt, die Kosten zu senken bzw. die Fertigungsqualität zu verbessern. Die Vernetzung über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus ist hingegen kaum ein Thema. Die Wichtigkeit der Digitalisierung ist den Führungskräften jedoch durchaus bewusst.

Für FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Herbert Jodlbauer, Studiengangsleiter Produktion und Management und Operations Management an der FH Oberösterreich in Steyr, stellt sich indes die Frage, ob Österreichs produzierende Industrie den Anschluss in Sachen Digitalisierung verpasst, nicht. Vielmehr stellt er diese Problematik in einen gesamteuropäischen Kontext. Denn bei Österreichs Unternehmen passiere im Schnitt dasselbe, wie in anderen europäischen Ländern. „Viel wichtiger ist die Frage, wie sich Europa im Vergleich zu den asiatischen und amerikanischen Unternehmen schlägt“, erklärt Jodlbauer. So hinke Europa hinsichtlich der Kundenorientierung den USA hinterher. Bei den Themen Digitalisierung, IT und künstliche Intelligenz gewinne Asien gemessen an Europa immer stärker an Fahrt. Unternehmen dieses Kulturkreises verstünden es auch ausgezeichnet, diesen Vorsprung technologisch zu verwerten.

„In Europa besteht die Gefahr, dass sich die Industrie auf den Lorbeeren ihrer Erfolge im Maschinen- und Anlagenbau ausruht“, führt Jodlbauer als einen der Hauptgründe an, weshalb die weltweite Digitalisierungsschere derzeit weiter aufgeht. „Europa ist nach wie vor hardwareverankert, es fehlt an Dienstleistungsorientierung.“ Um das zu erkennen, müsse man sich nur die derzeit erfolgreichsten börsennotierten Unternehmen ansehen: Hier finden sich keine reinen Hardware-Produzenten. Jodlbauer: „Der Hauptumsatzträger der Zukunft wird die Dienstleistung sein, auch wenn man Maschinen natürlich weiter benötigen wird.“ Um dies zu erreichen, werden zum Beispiel in Asien von staatlicher Seite Unsummen in die Digitalisierung investiert. In Europa seien diese Beträge dagegen verschwindend gering.

www.c4i.at